

Braun stellt den «Nächste-Generation»-Rasierer vor
Es gibt bald einen neuen elektrischen Rasierer von Braun. Und er wird nicht «Series 10» heissen, sondern «Nevo». Denn für Braun ist das Gerät nicht die Fortführung des Bekannten, sondern etwas «Revolutionäres».
Anfassen war erlaubt, aber nicht, die Bartstoppeln damit zu rasieren. Das Launch-Event für den neuen Rasierer von Braun in Frankfurt sollte vor allem die Marketing-Botschaften unters Volk bringen. Mehrere Hundert Gäste waren geladen, einige Journalisten wie ich, vor allem aber Influencer, die meisten von ihnen gut trainierte und glatt rasierte junge Männer. Bärtige wären ja auch die falschen Botschafter für einen Rasierer, der so sanft wie noch kein Gerät jemals zuvor Gesichtsbehaarung beseitigen soll.
Zu kaufen gibt es den neuen Nevo erst im August – auch bei Galaxus natürlich. Wie gut er ist, werde ich in Tests noch für dich herausfinden und berichten. Klar ist heute schon, wo Braun angesetzt hat, um das Rasieren zu verbessern.
Es gibt durchaus nachvollziehbare Gründe dafür, dass Braun nicht einfach die erfolgreiche Bennenungslogik fortsetzt. Darum folgt dem bisherigen Topgerät im Line-Up, der «Series 9», keine «Series 10» oder «Series 11». Stattdessen heisst der Rasierer «Nevo».

Das Gerät sieht anders aus als die aktuellen Modelle. Braun scheint sich an seine Design-Wurzeln zu erinnern. Denn niemand Geringeres als Dieter Rams hatte ab 1961 als «Leiter Formgebung» bei Braun viele Geräte verantwortet, die prägend waren. Sie wurden mit ihrer reduzierten Formensprache zu Design-Ikonen. Darunter auch eine Reihe elektrischer Rasierer.

In den letzten Jahren wirkten Braun-Rasierer auf mich teils überladen, sie waren mit viel Kunststoff gemacht und hatten nicht sofort verständliche Funktionen bekommen.
Für den Nevo durfte das Team vier Jahre lang von der ersten Idee bis zum fertigen Gerät konzipieren, tüfteln und probieren. Das Ergebnis ist ein Rasierer, der einen Körper aus gebürstetem Stahl hat. Er ist so stabil, dass sie ihn beim Launch-Event unter den Reifen eines alten Auto-Union-Flitzers gelegt haben. Das Gehäuse verbiegt sich nicht.
Sanft zur Haut, hart zum Bart
Noch wichtiger als das Design ist für einen Rasierer, dass er gut rasiert. Die Entwickler bei Braun haben die Scherfolie verbessert und die Klingen geschärft. Herausgekommen ist die «Aero Touch Technology». Die Folie soll sanfter über die Haut im Gesicht und am Hals gleiten. Die 250 Mikroklingen schneiden die harten Barthaare so nah an Haut ab, dass das Ergebnis besser ist als bei der Nassrasur, und zwar ohne Hautirritationen. Das ist mal ‘ne Ansage.
Helfen soll dabei auch ein «Smart Prozessor», der die Rasierleistung dem Bartwuchs anpasst. Wie das genau funktioniert und wie gut es das Ergebnis im Alltag ist, muss sich noch zeigen.

Smartes Display, keine App
Der «Weniger ist mehr»-Design-Ansatz ist gut beim Display zu erkennen. Darauf sieht der Nevo-Nutzer alles, was für den Moment wichtig ist. Zum Beispiel den Akkustand, ob der Scherkopf gewechselt werden muss oder den Status des Reinigungsvorgangs.
Braun verzichtet bewusst auf eine App. Beim Launch-Event sagte mir ein Entwickler, dass Kunden das nicht wollten. Die morgendliche Rasur sei für viele Männer ein Moment der Ruhe, ohne Ablenkung, ohne Smartphone.
Reden wir über den Preis …
Der neue Nevo ist der teuerste Rasierer, den Braun jemals lanciert hat. Er ist teurer als das teuerste «Series 9»-Modell. Bei 789 Franken liegt die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) von Braun zum Launch des Geräts. Betonung auf «unverbindlich». Die Erfahrung zeigt, dass die UVP-Preise meist nicht lange Bestand haben. Zu welchen Preisen der Nevo im August bei Galaxus verfügbar ist, wird sich zeigen.
Als langjähriger «Series»-Nutzer werde ich genau hinschauen, wie viel besser der Revolutionsrasierer im Vergleich tatsächlich ist – und ob sich der Einstieg in die «nächste Ära des Rasierens» lohnt.
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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