
Hitze, Gewitter und die halbe Nacht wach: Gut geschlafen, sagt die Smartwatch
Smartwatches liefern spannende Daten. Doch nicht jedem Messwert solltest du leichtfertig vertrauen. Nach einer heißen Sommernacht, in der ich viel wachlag, bescheinigte mir meine Smartwatch mehr als acht Stunden erholsamen Schlaf.
Ich habe gerade die Xiaomi Watch S5 mehrere Wochen ausprobiert. Dabei sind mir nicht nur Unterschiede in der Berechnung verbrauchter Kalorien und aktiver Minuten aufgefallen, sondern in einer warmen Sommernacht auch eklatante Differenzen zwischen meiner Wahrnehmung und den Messwerten.
Im Bett liegen ist nicht schlafen
Die Hitzewelle erreicht Norddeutschland: Als ich gegen Mitternacht in unserer Wochenendunterkunft ins Bett gehe, herrschen draußen noch 25 Grad und das Schlafzimmer wird nur durch den Luftzug geringfügig kühler. Trotzdem schlafe ich zügig ein, wache jedoch nach einiger Zeit wieder auf. Es ist einfach zu warm. Da ich daran aber nichts ändern kann, bleibe ich ruhig liegen.

Zwischen drei und vier Uhr zieht ein Gewitter mit Starkregen und vielen Blitzen über uns hinweg. Ich liege im Bett und schaue zu. Danach schlafe ich wieder ein, doch an Durchschlafen ist nicht zu denken. Es ist weiterhin zu warm. Gegen 8:30 Uhr gebe ich auf und verlasse das Bett: Der Pool lockt.
Beim Blick auf die Xiaomi Watch S5 staune ich nicht schlecht. 8 Stunden und 15 Minuten soll ich geschlafen haben. Nur einmal sei ich wach gewesen. Das muss der Moment gewesen sein, als ich beim Gewitter kurz aufgestanden bin. Dass ich über acht Stunden im Bett gelegen habe, kommt hin. Aber geschlafen habe ich diese Zeit bei weitem nicht. Hätte die Uhr mir vier, fünf oder sechs Stunden angezeigt, hätte ich sie wahrscheinlich nicht hinterfragt. Aber bei acht Stunden wurde ich stutzig.

Sensoren, Messwerte und Algorithmen
Die Sensoren von Smartwatches sind sehr gut darin, Körperdaten zu messen und Bewegung zu erfassen. Es gibt aber immer noch Werte, die sie nur rechnerisch ermitteln. Dazu gehören der Schlaf, der Kalorienverbrauch oder die Minuten, die sie als Aktivität werten.

Meine Gehirnströme kann die Smartwatch nicht erfassen. Stattdessen berechnet sie aus Puls, Bewegung und wahrscheinlich weiteren Daten, wann und wie tief ich schlafe. Je nachdem, welche Entscheidung der Hersteller für den zuständigen Algorithmus trifft, fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus.
Bei der Xiaomi Watch S5 habe ich etwa das Gefühl, sie schreibt mir die gesamte Zeit gut, die ich im Bett liege. Die Huawei Watch Fit 5 Pro hat es dagegen eher geschafft, den Moment zu registrieren, in dem ich aufgewacht bin – und sich nicht davon täuschen lassen, dass ich noch ein paar Minuten liegen bleibe.

Um den Vergleich fortzuführen: Die Smartwatch von Xiaomi zählt mehr verbrauchte Kalorien und erfasst mehr aktive Minuten als das Wearable von Huawei. Dafür habe ich bei der Watch Fit einen höheren VO₂max-Wert und sie greift auf mein Smartphone als zusätzliche Datenquelle zu. Dadurch schreibt sie mir auch beim Fahrradfahren ein paar Schritte gut.
An Daten orientieren, aber nicht zu viel vergleichen
Auch wenn ich die Xiaomi Watch S5 hier zunächst mit Kritik überschüttet habe, so macht sie doch vieles richtig. Die grundlegenden Daten sehen stimmig aus, die Akkulaufzeit ist lang und das GPS beim Tracking akkurat. Einzig die Verbindung zu meinem Pixel-Smartphone will nicht zuverlässig funktionieren und ich habe nicht herausfinden können, woran es liegt.

Der Vergleich verschiedener Uhren zeigt mir, dass keine nur verlässliche Daten liefert. Mir wird dadurch klar, dass es vernünftiger ist, die Entwicklung meiner eigenen Werte zu verfolgen und mich nicht mit den Werten anderer Menschen zu vergleichen. Denn niemand weiß genau, wie akkurat deren Daten sind oder was der Algorithmus wie stark gewichtet.
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Hier liest du eine subjektive Meinung der Redaktion. Sie entspricht nicht zwingend der Haltung des Unternehmens.
Alle anzeigen