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«Kann der sprechen?» Ja, und er weiß, wie du heißt

Anika Schulz
22/4/2026

Sprachbegabt, aber ein bissl doof? Von wegen. Österreichische Forschende haben herausgefunden, dass einige Papageien sehr wohl Namen verstehen und auch gezielt einsetzen können.

Interkulturelle Kommunikation mit einer nicht-menschlichen Spezies: So funktioniert das Zusammenleben mit Papageien. Wer einen Vogel als Haustier hat, weiß recht schnell, was jedes Tschieeep bedeutet. Aber wusstest du, dass Papageien auch Menschensprache lernen können? Und zwar nicht nur im Sinne von «nachplappern», sondern so richtig mit Kontext? Das haben nun Forschende der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) herausgefunden.

Ein Team rund um die Verhaltensbiologin Marisa Hoeschele vom Institut für Schallforschung entwickelte einen Fragebogen, den Halterinnen und Halter von insgesamt 884 Vögeln ausgefüllt haben. «Weil wir so viele Daten haben, können wir sagen, dass zumindest manche Papageien Namen wahrscheinlich richtig benutzen», erklärt Hoeschele in einem Statement der ÖAW.

Ganz schön clever

Die Forschenden gingen bei ihrer Untersuchung gestaffelt vor. «Zuerst haben wir untersucht, ob sie überhaupt Namen lernen können – also die Geräusche. Dann, ob sie diese im richtigen Kontext verwenden. Und schließlich, ob sie einen Namen wirklich nur für ein bestimmtes Individuum benutzen», so Hoeschele. Die Ergebnisse zeigen, dass einige Papageien anscheinend genau das können. Sie verwenden unterschiedliche Namen für unterschiedliche Individuen. «Es gibt Papageien, die Namen von Menschen oder von anderen Haustieren lernen können, und diese gezielt einsetzen», sagt Hoeschele.

Als besonders sprachbegabt erwiesen sich Graupapageien, Blaustirnamazonen, Gelbkopfamazonen, Mönchssittiche und Molinasittiche. So konnten zwei Drittel der 45 in der Umfrage erfassten Graupapageien Namen im richtigen Kontext benutzen. So sagte beispielsweise ein Graupapagei regelmäßig den Namen seines Partnervogels, wenn er von diesem beachtet werden wollte. Andere, nicht so kluge Vögel benutzten hingegen häufig ihren eigenen Namen, um jemanden zu begrüßen oder zu verabschieden. Also sowas wie «Tschüss Polly», wenn sie eigentlich «ihren» Menschen meinen. Aber immerhin: der Kontext stimmte.

Graupapageien (Deutsch, Dagmar Schratter, 2009)
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Amazonen. Bd.1 (Deutsch, Matthias Reinschmidt, Thomas Arndt, 2006)
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Mein Wellensittich (Deutsch, Immanuel Birmelin, 2008)
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Graupapageien (Deutsch, Dagmar Schratter, 2009)

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Mein Wellensittich (Deutsch, Immanuel Birmelin, 2008)

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Als Papageien-Freundin geht mir bei solchen Ergebnissen natürlich das Häubchen, äh, Herz auf. Denn die Studie zeigt einmal mehr, wie sozial und intelligent Papageien sind. Und eben keine «Deko-Tiere», die man einfach in einen Käfig sperren und angucken kann.

Problem: Mensch

Dennoch hat die Umfrage in meinen Augen einen Bias – den Homo sapiens. Denn die Umfrage wurde von Vogelhalterinnen und -haltern ausgefüllt. Und wie der Mensch nun mal so ist, gibt er gerne mit den Fähigkeiten seines gefiederten Freundes an. Es könnte also durchaus sein, dass sich eher diejenigen Vogelfans gemeldet haben, die etwas Herausragendes zu berichten haben, als diejenigen, bei denen die Vögelchen «nur» singen.

Diese Vermutung könnte auch erklären, warum stolze 47 Prozent aller Befragten angaben, dass ihr Papagei Namen sprechen kann. Das ist ziemlich viel, wie ich finde. Zumal in der Studie nicht nur intelligente Großpapageien – die ja bekanntlich auch Schlösser öffnen oder zählen können – zugelassen waren, sondern auch kleinere (und etwas trottelige) Wesen wie Wellensittiche.

Und selbst so?

Übrigens: Nymphensittiche schnitten bei der Untersuchung schlecht ab. Nur ein Vogel war in der Lage, Namen im richtigen Kontext zu verwenden. Überrascht mich das? Nicht wirklich.

Rio, Pebbles und Cookie können nicht sprechen. Aber sie sind flauschig. Das reicht vollkommen.
Rio, Pebbles und Cookie können nicht sprechen. Aber sie sind flauschig. Das reicht vollkommen.
Quelle: Anika Schulz

Ich habe ja vier Nymphensittiche und die kleinen Kakadus singen zwar gerne (um sieben Uhr morgens), doch ein sinnvolles Wort habe ich bisher nicht vernommen. Vielleicht sprechen sie aber auch einfach kein Deutsch. Das würde erklären, warum sie nie auf mich hören. Denn alle gut gemeinten Hinweise à la «Rio, du kannst die Tapete nicht essen» und «Cookie, das ist MEIN Kaffeebecher» werden bisher elegant ignoriert.

Titelbild: Pixabay/akbarnemati

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Als Kind wurde ich mit Mario Kart auf dem SNES sozialisiert, bevor es mich nach dem Abitur in den Journalismus verschlug. Als Teamleiterin bei Galaxus bin ich für News verantwortlich. Trekkie und Ingenieurin.


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