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Anna Sandner
Produkttest

Philips Beauty Set 9900: Epilieren ohne Schmerz und eingewachsene Härchen?

Anna Sandner
27/5/2026
Bilder: Anna Sandner

Das Philips Beauty Set 9900 will vieles zugleich sein: Epilierer, Gesichtspflege, Rasierer und mehr. Sorgen die verschiedenen Aufsätze wirklich für weniger eingewachsene Haare und ist das Epilieren mit Pro-Guide-Aufsatz, Wet & Dry-Funktion und Keramikpinzetten tatsächlich weniger schmerzhaft? Ich habe es getestet.

Epilieren hat einen großen Vorteil: Im Vergleich zur Rasur bleibt die Haut danach deutlich länger haarfrei. Aber Epilieren ist schmerzhaft und nicht selten kommt es danach zu eingewachsenen Härchen. Beide Probleme will Philips mit dem Beauty Set 9900 abmildern. Ich habe das Set aus Epilierer, Rasierer und einer Vielzahl von Aufsätzen getestet, im trockenen und nassen Zustand – auf eher empfindlicher Haut.

Los geht's mit vielen Teilen und wenig Orientierung

Zum Set gehören der Epilierer als Hauptgerät, eine Körperpeeling-Bürste, eine kleinere Gesichtsreinigungs-Bürste, ein Skin-LED-Aufsatz, ein Pro-Guide-Aufsatz und ein separater Mini-Gesichtshaarentferner. Nachdem ich die einzelnen Teile ihrer Funktion zuordnen konnte, kann es losgehen. Aber womit eigentlich? Erst reinigen, dann epilieren? Oder andersherum? Weder die kryptische Papieranleitung noch die Support-Videos geben hier Aufschluss.

Das Beauty Set 9900.
Das Beauty Set 9900.

Der Epilierer: Was bringen Wet & Dry-Funktion, Keramikpinzetten und Pro-Guide-Aufsatz?

Das Kernstück des Sets ist der Epilierer. Sein erster Vorteil: Die Wet & Dry-Funktion – das Gerät darf nass werden und lässt sich unter der Dusche nutzen. Das erleichtert die Routine und das Epilieren unter warmem Wasser fühlt sich weniger schmerzhaft an. Denn es entspannt die Haut und macht das Ausreißen der Härchen erträglicher. Schmerzempfinden ist sehr individuell. Ich kann hier also nur von meinen eigenen Eindrücken sprechen, aber die Nassanwendung war für mich ein Komfortvorteil.

Philips verspricht dank des Pro-Guide-Aufsatzes eine schmerzfreiere Anwendung. Der Aufsatz optimiert den Epilierwinkel auf 75 Grad und zieht die Haut straff. Außerdem kommen Keramikpinzetten und ein integriertes Licht für feine Härchen zum Einsatz. Soweit die Theorie.

32 Keramikpinzetten inklusive Beleuchtung

Das integrierte Licht hilft tatsächlich dabei, auch helle und dünne Härchen besser zu sehen. Ein klares Plus. Ich muss jedoch häufig mehrmals über dieselbe Stelle fahren, bis ich alle erwischt habe. Weniger klar ist der Unterschied bei den Keramikpinzetten. Es ziept, wie es eben ziept, wenn Härchen ausgerissen werden. Im Vergleich zu einem günstigeren Epilierer war der Schmerz leicht geringer – was sich vermutlich aber weniger den Keramikpinzetten zuschreiben lässt als der Nassanwendung und der hohen Pinzettenanzahl: Das Gerät kann mit 32 Stück aufwarten, deutlich mehr im Vergleich zu Einsteigergeräten mit oft nur 20 oder weniger Pinzetten. Dadurch geht die Anwendung hier schneller. Und wer weiß, dass es gleich vorbei ist, erträgt es leichter.

Beim Epilierer setzt Philips auf Keramikpinzetten.
Beim Epilierer setzt Philips auf Keramikpinzetten.

Was die Lautstärke im Vergleich zu günstigeren Geräten angeht, kann der Epilierer punkten. Trotzdem ist er noch laut genug, um kein entspanntes Spa-Gefühl aufkommen zu lassen. Die Reinigung hingegen geht unkompliziert und schnell: Bürsten kurz ausspülen, Epilierer und Rasierer gelegentlich von Haaren befreien. Das ist in zwei Minuten erledigt.

Pro-Guide-Aufsatz

Den Pro-Guide-Aufsatz habe ich schnell wieder weggelassen. Die Theorie leuchtet mir zwar ein, in der Praxis macht er den Epilierer für mich aber unhandlicher. Er liegt an vielen Stellen nicht richtig an, wackelt, stört. Weder beim Schmerz noch bei der Gründlichkeit war ein Unterschied spürbar. Da ziehe ich die Haut lieber mit der Hand straff, das mindert den Schmerz besser.

Der Pro-Guide-Aufsatz soll für den richtigen Winkel und die Straffung der Haut sorgen.
Der Pro-Guide-Aufsatz soll für den richtigen Winkel und die Straffung der Haut sorgen.

Getestet habe ich an Unter- und Oberschenkeln. Auch an Bikinizone und Achseln habe ich mich kurz gewagt. Was soll ich sagen, es war halbwegs erträglich, mit der Nassanwendung mehr als ohne. Aber für eine regelmäßige Anwendung bräuchte mir das zu viel Überwindung.

Die Bürsten: das Aha-Erlebnis

Von den Bürsten habe ich mir anfangs wenig versprochen. Sie sollen das zweite große Problem des Epilierens mindern: eingewachsene Haare und daraus resultierende Hautprobleme oder Entzündungen. Das wäre ein wünschenswerter Effekt, schließlich gehören eingewachsene Haare zu den Hauptproblemen nach dem Epilieren. Die Bürsten, dachte ich, seien eher typische Set-Zugaben, die das Gesamtbild aufwerten sollen, im Alltag dann aber ungenutzt im Schrank landen. Aber schon bei der ersten Anwendung muss ich mein Vorurteil über Bord werfen und verfalle zunächst dem angenehmen Peeling-Effekt ihrer unfassbar weichen Borsten. Jetzt kommt doch noch ein wenig Spa-Feeling auf.

Die Peelingbürsten sollen das Einwachsen der Haare reduzieren.
Die Peelingbürsten sollen das Einwachsen der Haare reduzieren.

Ob sie wirklich viel gegen eingewachsene Haare ausrichten, bleibt dahingestellt. Zum Vergleich habe ich ein Bein nur epiliert und das andere davor und danach mit der Peelingbürste behandelt. Nach zwei Wochen schnitt Letzteres geringfügig besser ab. Das Problem gänzlich lösen konnten die Bürsten leider nicht. Für einen belastbaren Wirknachweis bräuchte es ohnehin einen längeren Beobachtungszeitraum und mehr als eine Testperson.

Die weiche Bürste fühlt sich ausgesprochen angenehm an.
Die weiche Bürste fühlt sich ausgesprochen angenehm an.

Als Wellness-Zugabe aber lohnen sich die weichen Bürstenaufsätze unbedingt. Statt einfach gewaschen zu werden, kommt mein Gesicht nun ab und zu in den Genuss dieser sanften Peeling-Massage.

Skin-LED: Aufwand ohne sichtbaren Effekt

Das nächste Tool im Set, das mein Hautbild verbessern soll, ist der Skin-LED-Aufsatz. Er nutzt rotes Licht, das laut Herstellerangaben die Kollagensynthese anregen und das Hautbild verbessern soll. Empfohlen wird die Anwendung täglich ohne Pflegeprodukte auf der Haut.

Rote LEDs sollen das Hautbild verbessern.
Rote LEDs sollen das Hautbild verbessern.

Eine Woche lang habe ich das konsequent durchgezogen, fünf Minuten täglich, und dann aufgehört: Ein sichtbarer Effekt blieb aus und der tägliche Zeitaufwand ließ sich damit schwer rechtfertigen. Ob rotes Licht bei längerer, konsequenter Anwendung tatsächlich etwas bewirkt, lässt sich mit meinem Kurztest nicht beantworten. Die wissenschaftliche Evidenz für At-Home-LED-Geräte ist ohnehin noch dünn.

Das kleinste Teil würde ich auch einzeln kaufen

Am meisten überrascht hat mich der separate Mini-Gesichtshaarentferner. Für feine Härchen an Oberlippe oder Kinn ist dieses kleine Gerät die unkomplizierteste Lösung im ganzen Set. Keine Vorbereitung, keine Überwindung, einfach schnell benutzen und fertig.

Unscheinbar und doch so praktisch.
Unscheinbar und doch so praktisch.

Fazit

Viele Teile, vieles sinnvoll, einiges verzichtbar

Das Philips Beauty Set 9900 kombiniert einen Wet & Dry-Epilierer mit mehreren Aufsätzen für Körper und Gesicht. Der Epilierer arbeitet solide, braucht für ein sauberes Ergebnis aber oft mehrere Durchgänge. Sinnvoll ergänzt wird er vor allem durch die extrem weichen Bürstenaufsätze zum Hautpeeling von Beinen und Gesicht und den praktischen Gesichtshaarentferner.

Der Pro-Guide-Aufsatz ist gut gedacht, aber kaum eine Hilfe. Die Skin-LED ist zwar einfach anzuwenden, einen klaren Effekt konnte ich jedoch nicht erkennen. Insgesamt ist das Set ein umfangreiches Paket mit ordentlicher Leistung. Wenn du vor allem einen soliden Wet & Dry-Epilierer mit praktischen Ergänzungen suchst, liegst du hier richtig. Wenn du hoffst, das Problem der schmerzhaften Behandlung und eingewachsener Haare damit für immer zu lösen, muss ich deine Erwartungen leider dämpfen.

Pro

  • praktische Wet & Dry-Funktion spürbar angenehmer als Trockenanwendung
  • 32 Keramikpinzetten sorgen für zügige Anwendung
  • Licht hilft auch feine Härchen zu erkennen
  • Körper- und Gesichtspeeling-Bürste sehr angenehm
  • Mini-Gesichtshaarentferner als praktische Ergänzung

Contra

  • mehrere Durchgänge für optimales Ergebnis nötig
  • Pro-Guide-Aufsatz bringt kaum Mehrwert
  • Skin-LED bringt keinen sichtbaren Kurzzeit-Effekt
Titelbild: Anna Sandner

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Wissenschaftsredakteurin und Biologin. Ich liebe Tiere und bin fasziniert von Pflanzen, ihren Fähigkeiten und allem, was man daraus und damit machen kann. Deswegen ist mein liebster Ort immer draußen – irgendwo in der Natur, gerne in meinem wilden Garten.


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