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Produkttest

Scrubba, das wabbelige Waschbrett für unterwegs

Der Scrubba Wash Bag begleitet mich seit Jahren auf Reisen. Er ist super für die kleine Wäsche zwischendurch: Mit wenig Wasser und etwas Handarbeit macht er mich und viele andere glücklich.

Du willst schmutzige Details? Bitteschön: Ich gehöre gar nicht zur ursprünglichen Zielgruppe des Scrubba Wash Bag. Als Backpacker mit drei ausgeleierten T-Shirts und zwei labbrigen Shorts war ich schon lange nicht mehr unterwegs.

Weil stinkende Socken auf Reisen kein exklusives Backpacker-Problem sind, hat sich der australische Waschsack eine breite Fanbase erarbeitet: Hotelgäste auf Städtetrips, Festivalgängerinnen, Segelfreunde oder Typen wie ich, die ihre drei ausgeleierten T-Shirts und einige Kinderkleider in den Familienferien damit waschen wollen, sind ebenfalls davon angetan.

Was praktisch ist, setzt sich durch. Vor der Dreckwäsche sind wir alle gleich. Und so funktioniert die Reinigung mit dem Scrubba.

Aussen ist der Scrubba mit einer kurzen Anleitung bedruckt.
Aussen ist der Scrubba mit einer kurzen Anleitung bedruckt.

1. Rein mit der Wäsche (aber nicht zu viel)

Von Reisetag 1 an ist der Scrubba bei mir der Drecksack, in dem ich alles sammle. Rein mit der Wäsche bis zum Tag X, der manchmal gar nicht kommt. Wenn ich nicht waschen muss, nehme ich den Mief darin luftdicht verpackt und komprimiert mit nach Hause. Der Scrubba hat ein Volumen von 13 Litern und eignet sich für ein paar einzelne Wäschestücke.

Zwei Füllmengen sind per Piktogramm markiert: Das erste zeigt ein T-Shirt, ein Paar Socken und eine Unterhose. Das zweite steht für das Maximum: Zwei T-Shirts, zwei Paar Socken, zwei Unterhosen. Wenn du gründlich waschen willst, solltest du dich daran halten. Das habe ich nicht immer gemacht und schon deutlich mehr durchgewalkt. Das ist okay, wenn der Waschbrett-Effekt nicht so wichtig ist und gründliches Durchspülen genügt. Es birgt aber ein Risiko: Im schlimmsten Fall platzt Scrubba der Rollkragen und das Wasser ergiesst sich in die Umgebung.

Durch das seitliche Fenster hast du den Füllstand und die Wäsche im Blick.
Durch das seitliche Fenster hast du den Füllstand und die Wäsche im Blick.

2. Etwas Wasser und (die richtige) Seife dazu

Hältst du dich an die Begrenzung, reichen drei bis sechs Liter Wasser und etwas Waschmittel. Die Wassertemperatur darf maximal 50 Grad betragen. Wenn du in der Wildnis wäschst, solltest du ein spezielles Outdoorprodukt verwenden. Bei mir war bislang nie ein Fluss, aber immer ein Abfluss in der Nähe und ich setze meist auf den Alleskönner Kernseife.

Wenn dir dabei die Duftstoffe fehlen, ein weiterer Tipp: Waschstreifen wiegen fast nichts, lassen sich sehr gut aufteilen und sind leicht parfümiert. Das habe ich ebenfalls schon mit gutem Resultat probiert.

3. Zusammenrollen und verschliessen

Mit Rolltop und Schnalle schliesst der Scrubba wasserdicht.
Mit Rolltop und Schnalle schliesst der Scrubba wasserdicht.

Der Scrubba funktioniert wie ein normaler Dry Bag und hält nur dicht, wenn du die Öffnung sorgfältig zusammenrollst und mit der Schnalle verschliesst. Dadurch geht etwa ein Drittel des Volumens verloren, dafür verwandelt sich der Sack in eine wunderbare Wabbel-Waschmaschine. Bevor du richtig starten kannst, fehlt nur noch ein letzter Schritt.

4. Luft ablassen

Der Scrubba Wash Bag hat ein Ventil, über das du die neben Wasser und Wäsche im Sack verbliebene Luft ablassen kannst. Einfach ein bisschen aufdrehen und die Luftblase sanft in Richtung Ventil drücken, bis nur noch wenig im Inneren ist. Da ein Teil des Waschsacks transparent ist, hast du alles im Blick. Ventil wieder zu, los geht’s.

Das Ventil ist klein, damit sich der Scrubba kompakt zusammenfalten lässt.
Das Ventil ist klein, damit sich der Scrubba kompakt zusammenfalten lässt.

5. Rubbeln, rubbeln, rubbeln und ausspülen

Wie sauber die Wäsche wird, hängt stark von deiner Ausdauer ab: 30 Sekunden bis drei Minuten sollst du rubbeln und kneten, was das Zeug hält, um die Kleidungsstücke immer wieder über die genoppte Oberfläche zu reiben. Das Prinzip funktioniert und ich habe dabei noch nichts zerstört. Ich würde keine sündhaft teuren Seidenhemden darin waschen, aber zweckmässige Alltagskleidung jederzeit.

Die Innenseite des Scrubba Wash Bag ist mit Noppen aus Kunststoff besetzt.
Die Innenseite des Scrubba Wash Bag ist mit Noppen aus Kunststoff besetzt.

Nach der Reinigung solltest du die Kleider nochmals mit frischem Wasser ausspülen, auswringen und aufhängen. Den Scrubba solltest du auf links drehen und zum Trocknen ebenfalls aufhängen – am besten im Schatten, um das Material zu schonen.

Die Grenzen der Handwäsche

Während du leichte Sommerkleidung gut darin waschen kannst, kommst du bei Jeans oder Pullovern schnell an die Grenzen dessen, was im Scrubba Spass macht. Es geht schon irgendwie, aber du solltest den Sack zwischendrin öffnen und das Waschobjekt wenden, damit es von allen Seiten in Kontakt mit dem «Waschbrett» des Scrubba kommt. Ausserdem musst du vorsichtig sein, falls das Kleidungsstück Reissverschlüsse oder Schnallen hat, die den Scrubba beschädigen könnten.

Haltbarkeit, Material und Varianten

Der Scrubba Wash Bag wiegt gerade mal 150 Gramm und ich war mir anfangs nicht sicher, ob er viele Einsätze überleben würde. Er besteht aus robustem Nylon, das mit einer wasserdichten Schicht aus TPU beschichtet ist. Das Material wirkt, verglichen mit meinen anderen Dry Bags, sehr dünn und nur auf diesem drücke und trete ich regelmässig kräftig herum. Doch siehe da: Auch sechs Jahre später zeigt sich keine Spur von Materialermüdung, kein Riss und auch sonst kein Anzeichen, dass ich nicht noch viele weitere Jahre damit unterwegs sein kann. Laut Hersteller lassen sich Löcher mit Reparaturkleber für Pools oder Velo-Flickzeug reparieren.

Bislang steckt mein Scrubba auch härtere Waschgänge problemlos weg.
Bislang steckt mein Scrubba auch härtere Waschgänge problemlos weg.

Der australische Hersteller bemüht sich darum, den Scrubba Wash Bag so umweltverträglich wie möglich zu produzieren. Die weisse Variante «Untouched» ist weder gebleicht noch gefärbt, was die Ökobilanz verbessert.

Das Unternehmen verzichtet bewusst auf PVC, spendet als Partner von «1% for the Planet» jährlich ein Prozent des Umsatzes für Umweltschutzprojekte und erweckt auch sonst glaubhaft den Eindruck, das Richtige zu wollen. Alle ehrenwerten Bemühungen ändern nichts daran, dass man den Scrubba an seinem (hoffentlich fernen) Lebensende nicht rezyklieren kann.

Klassisches Waschbrett:Der Scrubba ist die Neuinterpretation einer alten Idee.
Klassisches Waschbrett:Der Scrubba ist die Neuinterpretation einer alten Idee.
Quelle: Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0

Kritik vor allem am Preis

Ich bin happy mit dem Scrubba, die allermeisten Nutzenden ebenfalls. Wenn Kritik geäussert wird, heisst es oft: zu teuer! Das fand auch meine Schwiegermutter. Sie hat einen gekauft, für unnötig befunden und wieder zurückgeschickt. Geht auch im Waschbecken, war ihr Urteil. Klar kann man anders waschen. Und ein Dry Bag ohne Waschbrett, Sichtfenster und Ventil kostet in ähnlicher Grösse nicht mal die Hälfte des Scrubba.

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Man kann aber auch die Geschichte dahinter betrachten. Sie geht auf den Australier Ash Newland zurück, der auf einer Kilimandscharo-Tour die zündende Idee hatte und sein Leben als Patentanwalt gegen eines als Erfinder und Unternehmer eintauschte. Der Erfolg gibt ihm Recht. Ich finde sein Produkt viel schlauer als so einen debil grinsenden Sack, der «wash me» fordert, selbst aber nichts dazu beiträgt.

Für mich ist Scrubba sein Geld wert. Der clevere Kunststoffsack ist neben der hier getesteten grünen Version bei Galaxus ausserdem noch in Schwarz erhältlich.

Fazit

Ein gutes Reise-Gadget für die kleine Wäsche

Im Scrubba Wash Bag reinigst du deine Kleider nach dem Waschbrett-Prinzip: Wasser rein, Wäsche dazu, Luft ablassen und dann mit Muskelkraft 30 Sekunden bis drei Minuten über die genoppte Innenfläche reiben. Das geht einfach und ist bei leichter Sommerkleidung sehr effizient. Bei grösseren Mengen stösst du damit an Grenzen. Trotzdem möchte ich ihn als Reisebegleiter nicht mehr missen und kann ihn allen empfehlen, die gerne mit leichtem Gepäck unterwegs sein wollen. Mir leistet er seit sechs Jahren gute Dienste.

Pro

  • bewährtes Prinzip, Wäsche wird sauber
  • leicht und robust
  • braucht wenig Wasser
  • nach 6 Jahren noch dicht

Contra

  • nicht rezyklierbar

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Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.


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