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Produkttest

Smartring für nur 70 Franken – mit einem Feature, das es sonst nirgends gibt

Lorenz Keller
20/10/2026

Erstmals teste ich einen smarten Ring mit einem kleinen Display. Der sieht zwar originell aus und ist gut verarbeitet, braucht aber viel zu viel Strom. Im Test zeigt der Felixx SR21 zudem weitere Schwächen.

«Der Ring hat ja einen kleinen Bildschirm – und kostet nur gerade 70 Franken!», denke ich mir, als ich den Felixx SR21 bei uns im Shop entdecke. Den will ich testen! Zum Glück ist er in meiner Grösse erhältlich und ich bestelle ihn in der Farbe Silber. Auf dem Display soll der Ring mir Trackingdaten anzeigen und ich kann auch direkt Messungen starten. Das tönt vielversprechend.

Der Ring kommt mit einem Case, das auch gleich als Ladestation dient.
Der Ring kommt mit einem Case, das auch gleich als Ladestation dient.

Gut verarbeitet – und ohne Kontozwang

Beim Auspacken erlebe ich drei positive Überraschungen:

  • Qualität: Der Ring wirkt trotz des günstigen Preises anständig verarbeitet und ist sogar gemäss IP68 staub- und wasserdicht. Im Test habe ich mehrmals mit dem Ring am Finger geduscht, das ist kein Problem. Und nach über einem Monat im Dauereinsatz sind keine Gebrauchsspuren sichtbar.
  • Charger: Das kompakte, teilweise transparente Ladecase ist ein optisches Highlight. Es zeigt mit LEDs den Akkustand an und kann den Ring unterwegs rund zehnmal aufladen.
  • Login: Ich kann den Felixx Ring mit der App «JRing» koppeln, ganz ohne ein Login zu erstellen. Meine Daten werden auch nicht in der Cloud gespeichert, die App überträgt nur wenige Kilobyte Daten pro Monat – wohl primär Abfragen, ob ein Update bereitsteht.
Die Ladestation zeigt mit LEDs an, ob der Ring bereits geladen ist.
Die Ladestation zeigt mit LEDs an, ob der Ring bereits geladen ist.

Den Ring gibts in zwei Farben und verschiedenen Grössen. Die Übersicht dazu findest du hier.

Die App ist ernüchternd, das merke ich schon nach wenigen Tagen im Test. Die Grafik ist schrecklich, Menüs reagieren teilweise träge. Die FAQ und die Bedienungsanleitung sind als Bilder hinterlegt, die zuerst minutenlang heruntergeladen werden, bevor ich sie anschauen kann.

Schwache Auswertung, aber plausible Messungen

Alles wirkt wie eine billige Software, die von No-Name-Produkten eingesetzt wird. Hersteller Beafon, der hinter der Marke Felixx steckt, hat offensichtlich in China Standardware eingekauft. Das ist bei diesem Preis auch nicht verwerflich. Immerhin liefert Beafon gut übersetzte Anleitungen auf Deutsch, Französisch, Italienisch und in weiteren europäischen Sprachen – samt Gewährleistung und Konformitätserklärung. Beafon hat das Produkt also europäisiert.

Schade, dass die App nicht dasselbe Makeover erhalten hat. Ich kann damit leben, dass nur die Basic-Messergebnisse angezeigt werden und keine tiefgreifenden Interpretationen der Daten. Aber die vielen Bugs in der App nerven. Texte sind abgeschnitten, Daten synchronisieren erst beim dritten Versuch und der Schrittzähler auf der Startseite steht ganz oft auf 0, obwohl in der Detailübersicht dann die tausenden, bereits absolvierten Schritte, zu sehen sind.

Die App wirkt wie billige Massenware und steckt voller Fehler: Links steht die Schrittzahl fälschlicherweise bei 0, rechts ist Text abgeschnitten.
Die App wirkt wie billige Massenware und steckt voller Fehler: Links steht die Schrittzahl fälschlicherweise bei 0, rechts ist Text abgeschnitten.

Zwischendurch sind mir Zweifel gekommen, ob der Ring überhaupt etwas misst oder einfach irgendwelche Daten für Aktivität, Schlaf, Blutsauerstoff und Puls ausspuckt. Darum habe ich versucht, nachzumessen. Blutsauerstoff und Puls konnte ich nur stichprobenartig überprüfen, da habe ich jeweils auf der Coros-Sportuhr ähnliche Werte erhalten. Bei der Herzfrequenz habe ich beispielsweise auf der Uhr über den Tag maximal 130 bpm erhalten, im Schnitt 72 bpm. Mit dem Ring waren es 134 bpm und 78 bpm. Eine Stichprobe beim Schlaf: Die Sportuhr misst 6 Stunden und 21 Minuten, Felixx 6 Stunden und 15 Minuten. Auch beim Schrittzähler über den Tag sind die Abweichungen nicht gravierend. Die Uhr hat beispielsweise 7100 Schritte gemessen, der Ring 7300.

Zwei Datenvergleiche: In Weiss jeweils die Daten des Rings, in schwarz die Messungen der Sportuhr.
Zwei Datenvergleiche: In Weiss jeweils die Daten des Rings, in schwarz die Messungen der Sportuhr.

Der Bildschirm ist ein Akkufresser

Das kleine Display ist leider das grösste Problem des Rings. Neben dem Bildschirm finde ich eine kleine Touchfläche, mit der ich die Anzeige starten kann. Mit einem Klick sehe ich die Uhrzeit. Ein zweites Antippen zeigt die Schrittzahl. Der dritte Touch zeigt die zuletzt gemessene Herzfrequenz und startet nach zwei Sekunden eine neue Messung. Die vierte Berührung startet eine Blutsauerstoffmessung. Der fünfte Tipp zeigt die Schlafdauer der letzten Nacht, der sechste den Akkustand in Prozent. Mit der siebten Auswahl schalte ich den Screen aus.

Zeigt der Screen Werte an, braucht das zu viel Energie.
Zeigt der Screen Werte an, braucht das zu viel Energie.

Erstaunt war ich zu Beginn des Tests, dass der Akku jeweils nach 12 bis 16 Stunden leer war. Das kann doch nicht sein. Jeden Tag musste ich den Ring auf die schicke Ladestation legen. Mit genauer Beobachtung habe ich den Schuldigen gefunden, nämlich den LED-Screen. Der braucht ganz schön viel Energie: Das merke ich daran, dass mit eingeschaltetem Bildschirm die Akkuanzeige alle paar Sekunden ein Prozent runterzählt.

Das Problem: Ich starte im Laufe des Tages die Anzeige immer wieder unabsichtlich. Der Touchpunkt liegt so, dass ich ihn mit dem Finger nebenan berühre. Drehe ich den Knopf nach oben, passiert das zwar nicht mehr so oft, dafür wird der Screen verdeckt. Würde ich den Ring am Zeigefinger tragen, wäre das Problem wohl auch gelöst, weil der Daumen genug weit weg ist. Ich trage dort aber nie Ringe, sondern immer am Mittelfinger oder Ringfinger.

Den Touchknopf rechts am Ring aktiviere ich immer wieder unabsichtlich mit dem Mittelfinger.
Den Touchknopf rechts am Ring aktiviere ich immer wieder unabsichtlich mit dem Mittelfinger.

Will ich Strom sparen, muss ich den Screen sperren, auch wenn das für mich keinen Sinn macht. So deaktiviere ich faktisch im Alltag das Alleinstellungsmerkmal des Modells. Das Resultat ist eine Akkulaufzeit von 24 bis 36 Stunden – mehr hole ich aus dem Ring nicht heraus.

Das ist zwar deutlich mehr als am Anfang, aber immer noch massiv weniger als bei den meisten Konkurrenzmodellen. Der Oura Ring schafft beispielsweise siebeneinhalb Tage, das Modell von RingConn gar über elf Tage. Diese Konkurrenten kosten zwar dreimal so viel oder mehr. Trotzdem bin ich der Meinung, dass Felixx hier am falschen Ort spart. Dass ich den Ring Tag und Nacht über längere Zeit am Finger tragen kann, ist eine der grossen Vorteile dieser Produktkategorie.

Will ich überhaupt einen Screen?

Nach über einem Monat im Test merke ich, dass ich den Screen im Alltag kaum brauche. Ich schaue darauf weder die Uhrzeit noch die Schrittzahl nach und ich starte auch keine Blutsauerstoffmessung. In der Nacht nerve ich mich, dass der Bildschirm sehr hell leuchtet und ich die Helligkeit nicht anpassen kann.

Nutze ich das Display nicht, ist der Ring auch einfach nicht so schön wie ein Modell ohne. Der Felixx SR21 erinnert dann mehr an ein Gadget als an ein Schmuckstück. Somit bringt das Display für mich wenig Zusatznutzen, verschlechtert stattdessen die Akkulaufzeit und das Gesamtkonzept. Denn ein Smartring soll ja ein unauffälliger Tracker sein, der die Bildschirmzeit verringert.

Fazit

Der Screen braucht zu viel Akku

Der Felixx SR21 ist deutlich günstiger als die Ringe von etablierten Marken und trotzdem anständig verarbeitet. Und er hat ein Feature, das diese nicht bieten, nämlich einen kleinen Screen, auf dem Uhrzeit, Schrittzahl oder Puls angezeigt werden. Das sind dann aber auch schon alle Stärken.

Das Display braucht viel Strom: Auch ohne Bildschirmnutzung hält der Akku keine zwei Tage durch. Das ist massiv weniger als bei anderen Smartringen und ein grosser Nachteil im Alltag. Die App wirkt unfertig und fehlerhaft. Zudem stellt die App nur die nackten Daten bereit – interpretieren musst du sie selbst. Immerhin: Gemäss Stichproben sind die Messungen nachvollziehbar.

Pro

  • Display als Alleinstellungsmerkmal
  • günstig
  • App-Nutzung ohne Login

Contra

  • schwache Akkulaufzeit
  • einfache Software
  • nur Basismessungen
  • Display stört Optik
Produktbild Bea-Fon felixx SMART RING SR21 SIL GR. 11 (11, Silber)
Smart Ring
EUR81,53

Bea-Fon felixx SMART RING SR21 SIL GR. 11

11, Silber

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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