

Sony Inzone H6 Air im Test: tolles Headset, aber nur für zu Hause
Das Sony Inzone H6 Air ist ein offenes, kabelgebundenes Gaming-Headset mit erstklassigem Klang für Story- und Action-Spiele. Doch wer nicht allein zu Hause spielt oder in einer lauten Umgebung sitzt, greift besser zu einem anderen Modell.
Kein Bluetooth, kein ANC, kein Wireless – nur ein Kabel, offene Ohrmuscheln und das Versprechen, dass dies genüge. Erst dachte ich, dass dies für die meisten Gaming-Headsets das Todesurteil wäre. Doch nach dem Test des H6 Air bin ich mir nicht mehr so sicher.
Solide gebaut, angenehm leicht
Schon beim ersten Aufsetzen fällt mir das geringe Gewicht auf. Die perforierten Aluminium-Ohrmuscheln wirken stabil, ich habe keine Sorge, dass sie nachgeben könnten. Das Kopfband lässt sich per Knopf stufenweise verstellen – praktisch, aber ohne sichtbare Markierungen etwas nervig, da ich die Einstellung oft neu anpassen und diesen immer neu suchen muss.

Der Tragekomfort überzeugt. Acht Stunden am Stück? Kein Problem. Nur das lange Kabel erinnert daran, dass ich ein Headset trage. Die Ohrpolster aus Textil sitzen sicher, sind aber nicht so weich wie die des teureren Inzone H9 II.
Kabel statt Funk
Alle Bedienelemente sitzen an der linken Ohrmuschel: Stummschalter, Lautstärkeregler und zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüsse – je einer für Mikrofon und Audio. Der Stummschalter fühlt sich gut an und zeigt mit einem roten Streifen, ob das Mikrofon stumm ist. Der Lautstärkeregler enttäuscht hingegen: Er wirkt billig und rastet abrupt ein, statt sanft zu gleiten. Ich regle die Lautstärke zwar ohnehin lieber am PC – wer aber das Headset nutzt, sollte sich dessen bewusst sein.

Software: praktisch, aber nicht perfekt
Mit dem USB-Dongle lässt sich das H6 Air über die «Inzone Hub»-Software am PC konfigurieren. Der Zehn-Band-Equalizer, verschiedene Presets und die App-Sync-Funktion, die automatisch Profile wechselt, wenn ein bestimmtes Spiel startet, sind durchdacht. Positiv: Ein Konto ist nicht nötig, um die Software voll zu nutzen.
Doch es gibt Einschränkungen. Die EQ-Bänder lassen sich nicht frei verschieben und auf Mac, iOS oder Android kann ich das Teil gar nicht konfigurieren.
Für Story-Spieler gemacht
Die Treiber des H6 Air stammen aus dem Studio-Referenzkopfhörer Sony MDR-MV1. Das zeigt sich: In Action-Spielen wie «Resident Evil Requiem» klingt alles natürlich. Der Zombie, der um die Ecke lauert oder ein Gegenstand, der zu Boden fällt, lassen mich erschaudern. In «Clair Obscur: Expedition 33» bleiben Dialoge klar, während metallische Schläge realistisch, aber nicht scharf klingen.

Auch bei Shootern wie «Counter-Strike» überzeugt die präzise Ortung von Geräuschen. In hektischen Kämpfen wirkt der Klang jedoch etwas zu homogen – einzelne Sounds zu trennen, erfordert Konzentration.
Musik? Funktioniert gut. Die Räumlichkeit beeindruckt, der Bass ist kräftig, ohne zu dröhnen. Nur in den Höhen fehlt etwas Brillanz – Becken klingen gedämpft statt knackig.
Das grosse Aber: Offene Bauweise
Das H6 Air ist ein Open-Back-Headset. Das sorgt für den grossartigen Klang, bringt aber einen entscheidenden Nachteil: Umgebungsgeräusche dringen ungehindert ein, und der Sound nach aussen ist so laut wie kleine Lautsprecher. Wer in einer lauten Umgebung spielt oder Mitbewohner nicht stören will, sollte die Finger davon lassen.

Mikrofon fast auf Podcast-Niveau
Das Boom-Mikrofon des H6 Air gehört zu den besten, die ich an einem Gaming-Headset erlebt habe. Die Sprachqualität ist hoch, und die automatische Pegelregelung verhindert, dass ich zu laut oder zu leise klinge. Der Haken: Es nimmt auch Umgebungsgeräusche auf. In einem ruhigen Zimmer kein Problem – in einem Café oder neben einer Strasse jedoch schon.

Fazit
Für Heimspieler ein Traum – draussen ungeeignet
Pro
- herausragender, natürlicher Klang
- exzellenter Tragekomfort
- sehr gute Mikrofonqualität
Contra
- nur kabelgebunden
- Open-Back: Schall geht rein und raus
- Lautstärkeregler wirkt billig

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