
Produkttest
Messer schweben lassen? Diese Magnetleiste macht’s möglich
von Pia Seidel
Fünf Messer, die immer scharf bleiben. Das verspricht der Eversharp Messerblock von Tefal. Hält er das Versprechen im Test?
Manchmal teste ich Produkte, denen ich am liebsten zwei Bewertungen geben würde. Das Eversharp Messerset ist so ein Produkt. Einerseits sind die Messer nicht von bester Qualität. Sie liegen nicht perfekt in der Hand, sind mir persönlich nicht ausbalanciert genug und der Messerblock ist mir zu hässlich. Andererseits ist er unter gewissen Umständen praktisch. Und deshalb vergebe ich am Schluss vier Sterne statt zwei.
Es gab nämlich eine Zeit in meinem Leben, da hätte ich diesen Messerblock geliebt. Weil er günstig ist, einfach im Umgang und weil er einen idealen Einstieg bietet für Leute, die nicht 500 Franken auf der hohen Kante liegen haben, um sich ein Messerset zu leisten.
Besitzt du mindestens ein Messer, das über 100 Franken kostet? Dann kommt hier das vorgezogene Fazit für dich:
Das Tefal-Messerset bietet fünf mittelmässige bis schlechte Messer, die sich selbst im Messerblock schärfen. Das täuscht nicht über den Fakt hinweg, dass die Messer kaum ein Leben lang halten werden und es auf dem Markt viel bessere gibt. Zwei von fünf Sternen.

Du liest noch weiter? Gut! Dann hast du noch keine teuren Messer und willst dir auch keine kaufen. Für dich könnte das Tefal-Messerset tatsächlich etwas sein.
Folgendes Schneidwerkzeug ist enthalten:
Diese Auswahl dürfte die allermeisten Bedürfnisse abdecken. Bis auf das Brotmesser, das einen Wellenschliff hat, sind alle Messer in einem Schlitz, hinter dem ein federgelagertes Schärfsystem sitzt.. Steckst du ein Messer in den Messerblock oder ziehst du es raus, schärft es sich gleich selbst.

Erstaunlicherweise brauchst du dazu nicht mehr Kraft als bei einem normalen Messerblock. Der Block selbst ist aus Kunststoff und trifft meinen Geschmack nicht. Funktionalität und günstiges Material stehen hier weit über dem Design.
Dank des Mechanismus fühle ich mich wie König Artus, der das Excalibur aus dem Stein zieht. Die Klingen erhalten dabei auch immer einen kleinen Schliff. Das haben sie auch nötig, denn die Messer selbst sind nicht von herausragender Qualität, was ich beim Herausziehen schnell merke. Sie sind zu leicht für meinen Geschmack und haben ihren Schwerpunkt eher beim Griff als in der Mitte.
Beim Schneiden von Tomaten und dem Papiertest haben alle Messer bestanden. Sie sind scharf genug, um die Tests locker zu bestehen. Klar, meine japanischen Messer schneiden deutlich besser. Sie kosten aber (einzeln!) auch so viel wie der ganze Tefal Eversharp.

Als Stahl kommt X50Cr15Mov zum Einsatz. Laut knivesandtools.de ist er «hervorragend geeignet für den Einsatz in der Familie und im Beruf, wo nicht jeder die Messer mit der gleichen Sorgfalt behandelt».
Genau dafür sind die Messer perfekt. Etwa in der ersten WG, wo sie versehentlich auch mal in der Spülmaschine landen. Oder in der Ferienwohnung, wo man eh lieber mal auswärts essen geht, nicht oft kocht und seine Messer nicht ständig nachschleifen will. Profis und Messerfans lassen aber lieber die Finger davon.
Pro
Contra
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.
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