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Stefanie Lechthaler
Produkttest

Tokyo-Style-Schokolade: Matcha macht nicht alles besser

Manchmal reicht ein Blick, um zu wissen, was einem schmeckt. Bei der neuen Lindt-Schokolade genügt nicht mal ein Biss. Sie lässt mich verwirrt zurück.

Ich gebe es zu, ich bin ein Modeopfer, das dem Matcha-Latte-Hype verfallen ist. Das Getränk schmeckt und weckt auf. Was will ich mehr? Nur gibt es ein Problem: Seit die Lebensmittelindustrie hierzulande den Trend entdeckt hat, wird das grüne Teepulver allem beigemischt, was sich verkaufen lässt. Das sieht zwar nett aus, macht die Lebensmittel aber nicht leckerer.

Darum überrascht mich nicht, dass sich Lindt, nach der Dubai-Style-Schokolade, weiter in den Osten wagt und mit der Tokyo-Style-Schokolade um die Ecke kommt. Zwar entstand die Strawberry-Matcha-Latte in San Francisco, aber Tokyo-Style klingt wohl etwas aufregender als «USA-Style».

Nach der Dubai- kommt die Tokyo-Schokolade.
Nach der Dubai- kommt die Tokyo-Schokolade.
Reicht der Matcha-Anteil fürs Tee-Gefühl oder ist er in der Schokolade nicht mehr als grüne Farbe?
Reicht der Matcha-Anteil fürs Tee-Gefühl oder ist er in der Schokolade nicht mehr als grüne Farbe?

Vielleicht überzeugt mich die grüne Schokolade und ich irre mich in meinem Vorurteil. Deswegen wage ich mich trotz Skepsis an den Geschmackstest.

Weisse Schokolade unter grünem Deckmantel

Die Farbe gefällt mir gut und die Crème im Innern erinnert optisch an die der Dubai-Style-Schokolade. Ebenso die Konsistenz: Weiche Füllung mit Knusperstücken, umhüllt von einer leicht knackigen Schale.

Äusserlich erinnert die Tokyo-Style-Schokolade an den Dubai-Vorgänger.
Äusserlich erinnert die Tokyo-Style-Schokolade an den Dubai-Vorgänger.

Im Gaumen geht sie aber in eine ganz andere Richtung. Wer den Matcha nachgesagten Gras-Geschmack erwartet, wird enttäuscht. Auch nach mehreren Bissen fällt er mir kaum auf. Das liegt wohl daran, dass das Grünteepulver lediglich zwei Prozent der Tafel ausmacht – was in Fertigprodukten sogar ein hoher Anteil zu sein scheint. Erst im Abgang bleibt eine leicht bittere Note – wie bei zu lange gezogenem Tee.

Dafür dominiert die Erdbeernote kombiniert mit der weissen Schokolade, die mich an die Erdbeer-Lindor-Kugeln erinnert. Ich mag sie, aber andere aus der Redaktion stören sich am synthetischen Fruchtaroma. Die Knusperstücke in der weichen Füllung sind ebenfalls lecker. Sie bestehen aus Mandelsplittern und Genmai. Letzteres ist ein gerösteter Reis, der im japanischen Grüntee Genmaicha ein Röstaroma wie Popcorn bringt.

Sorry Matcha-Strawberry-Schokolade, unsere Geschichte endet hier

Bis zum Ende kann ich mich nicht entscheiden, ob ich die Tokyo-Style-Schokolade mag. Einzelne Bisse schmecken mir, aber es «gnüegeled» dann schnell. Der wortwörtlich bittere Nachgeschmack hat es mir auch nicht besonders angetan und ich habe mir die Regel aufgestellt: Wenn ich schon Süsses nasche, dann muss es mir auch richtig schmecken. Damit endet dieser Trend-Versuch für mich.

Fazit

Wenig Matcha, viel Marketing

Lindt verspricht Tokyo-Feeling, liefert aber vor allem künstliche Erdbeere. Erst im bitteren Abgang kommt der Grüntee geschmacklich zum Vorschein. Die Mandel- und Genmai-Stücke in der Knusperfüllung sind zwar lecker, aber machen die grüne Tafel trotzdem nicht zum Überflieger.

Pro

  • Gutes, aber synthetisches Fruchtaroma
  • Leckere Knusperstücke

Contra

  • Bitterer Nachgeschmack
Titelbild: Stefanie Lechthaler

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Die Wände kurz vor der Wohnungsübergabe streichen? Kimchi selber machen? Einen kaputten Raclette-Ofen löten? Geht nicht – gibts nicht. Also manchmal schon. Aber ich probiere es auf jeden Fall aus.


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