
5 Laufschuhe, die dem Maxi-Trend trotzen
Der Blick auf joggende Füsse zeigt’s: Üppig gedämpfte Laufschuhe dominieren. Doch nicht alle lieben eine grosszügige Polsterung. Deshalb gibt’s hier Schuhe mit wenig untendrunter.
«Ich hätte gerne wieder mal Laufschuhe, die nicht aussehen wie ein grosses Stück Styropor an den Füssen», schrieb jüngst ein Leser in einem Kommentar. Klar doch, sehr gerne. Hier stelle ich dir ein paar Alternativen vor: von minimalistisch bis leicht gedämpft.
Warum weniger manchmal mehr ist
Wie so viele Trends kommen die maximal gepolsterten Schuhe mit weichem, sehr reaktiven Schaum aus dem Leistungssport. Dort bringen sie – in Kombination mit einer Carbonplatte – deutliche Vorteile. Bei Langstreckenläufen jenseits der Marathondistanz sind Schuhe mit üppigen Sohlen ebenfalls fast schon Standard. Das auch dank der Vorreitermodelle des Herstellers Hoka.
Trotz – oder vielleicht wegen – ihrer Popularität lösen die Schuhe mit dickem Polster emotionale Debatten aus. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Die Frage, ob ein Schuhtyp Verletzungen besser vorbeugen kann, ist dagegen noch nicht abschliessend beantwortet. Es gibt jedoch Hinweise, dass eine Sohlenhöhe von 50 Millimetern den Laufstil beeinflusst und die Hüftstabilität verringert.
Viele Läuferinnen und Läufer haben deshalb verschiedene Schuhe, die sie abwechselnd anziehen – in der sogenannten Rotation. So werden Muskeln, Bänder und Sehnen am Fuss unterschiedlich belastet und gestärkt, was das Verletzungsrisiko gemäss dieser Studie senken kann.
Ich selbst jogge gelegentlich in Barfussschuhen oder minimal gedämpften Schuhen, freue mich dann aber bei längeren Läufen über ein dickeres Polster. Wenn du das auch versuchen willst, solltest du dich langsam an die minimalistischen Schuhe gewöhnen, um Überlastungsverletzungen zu vermeiden. Am besten beginnst du mit wenigen Minuten, sonst können Achillessehne und Ferse schmerzen.
Der Xero Mesa Trail 2
Dieser Schuh begleitet mich schon seit einigen Jahren. Ich mag das Sohlenprofil und die Passform.
Die mit den Schnürsenkeln verbundenen Zugbänder, die den Mittelfuss in Position halten, sind ein richtig gut durchdachtes Detail. Trotz breiter Zehenbox habe ich so guten Halt. Die Sohle und die Robustheit des Schuhs überzeugen mich ebenfalls.

Mehr über das Laufgefühl und meine Erfahrungen mit dem Schuh liest du hier:
Der Merrell Vapor Glove 6 oder 7
Mein Kollege Kevin Hofer schwört auf den Vapor Glove 6 LTR von Merrell. Er schätzt das geringe Gewicht, die Langlebigkeit und das Gefühl, das dem echten Barfusslaufen sehr nahe kommt.
Inzwischen gibt es den Vapor Glove in der siebten Auflage. Diese Version ist vielleicht etwas für dich, wenn du einen Schuh suchst, der für den Alltag und fürs Laufen geeignet ist. Anders als beim Vapor Glove 6 LTR ist das Obermaterial nicht als Leder, sondern aus atmungsaktivem Gewebe.
Die Vibram V-Run
Seit ich vor rund 15 Jahren das erste Mal Barfussschuhe gesehen habe, begleiten mich Vibram Fivefingers in der einen oder anderen Form. Ich trage sie im Alltag, beim Joggen, beim Wassersport und auf Wanderungen. Meine Zehen können sich in ihnen so weit spreizen, wie sie wollen.

Sogar auf den Wanderwegen am Luzerner Hausberg Pilatus waren sie schon dabei. Ich schätze das natürliche Gefühl und den guten Halt der Sohlen. Nur auf Wegen mit kleinen Schotter stören mich die Steinchen, die sich zwischen meinen Zehen verfangen und dort nerven.
Du solltest die Zehenschuhe allerdings etwas grösser kaufen als üblich, da sie klein ausfallen.
Die Topo Athletic ST-6
Ab jetzt wird’s ein bisschen stärker gedämpft. Denn Minimalschuhe sind nicht für alle ideal. Gerade, wenn du zu Sehnenverletzungen neigst oder Laufeinlagen benötigst, sind dir die Barfussschuhe vielleicht zu dünn und zu hart.
Die Marke Topo Athletic setzt auf ein natürliches Laufgefühl: Die Zehenbox ist breit und bei vielen Modellen sind Ferse und Vorfuss auf einer Höhe – die Sprengung beträgt also Null. Das ist auch beim ST-6 so.
Der Schuh hat eine Sohlenhöhe von 14 Millimetern aus leichtem EVA-basierten Schaumstoff. Er wiegt unter 200 Gramm und ist damit extrem leicht. Auch ihn würde ich nicht für lange Einheiten nutzen. Um meinen Füssen bei Trainings etwas Abwechslung und ein gutes Bodengefühl zu geben, ist er aber gut geeignet.
Altra Escalante 5
Der Brand Altra ist für seine Schuhe mit natürlichem Laufgefühl bekannt. Ihre Modelle haben eine breite Zehenbox und wenig bis keine Sprengung. Für mich sind sie ein willkommenes Upgrade zu Barfussschuhen, weil sie mehr Dämpfung bieten, aber noch weit von den extrem gepolsterten Schuhen entfernt sind. Über den Lone Peak 7 habe ich hier bereits berichtet:
Der Escalante 5 hat mit 24 Millimetern fast die gleiche Sohlenhöhe wie der Lone Peak 7 und ebenfalls eine breite Zehenbox und eine Sprengung von Null. Anders als der Lone Peak 7 ist der Escalante aber für Strassenläufe gemacht und hat im Vergleich zum Vorgängermodell, dem Escalante 4, ein paar Upgrades erhalten.
Wenn du dir Schuhe mit wenig oder keiner Sprengung gewöhnt bist, kannst du in den Altra Escalante – wie im Lone Peak 7 – auch längere Distanzen zurücklegen. Ich persönlich würde über die Halbmarathon-Distanz aber nicht hinausgehen. Für längere Strecken bevorzuge ich mehr Dämpfung, aber das ist ein Stück weit individuell. Auf jeden Fall bietet der Escalante mehr Schutz als Barfussschuhe, behält aber durch den Aufbau und die breite Zehenbox das natürliche Laufgefühl bei.
Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.
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