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Produkttest

Absaug-Raclette von Trisa im Test: 1:0 für den Gestank

Martin Jungfer
3/2/2026
Mitarbeit: Davide Arizzoli
Schnitt: Nico Bernasconi
Video: Piero Istrice

Raclette ohne Gestank? Der «Pure Melt» von Trisa will das Unmögliche schaffen. Im Test zeigt sich: Das funktioniert nicht. Der Lüfter ist zu schwach, der Filter zu löchrig.

«Chli stinke muess es», hat uns die Werbung in die Köpfe gehämmert. Trotzdem wehren wir uns: Gibt es Fondue oder Raclette, lüften wir, köcheln ein Zimt-Nelken-Süppchen auf dem Herd, stellen Schälchen mit Kaffeesatz, Essig oder Natron auf. Letztlich bringt das alles wenig bis nichts.

Der Racletteofen «Pure Melt» von Trisa will das Übel an der Wurzel packen. Das Gerät hat eine Absaugvorrichtung für Gerüche. Die stinkende Luft wird durch einen Aktivkohlefilter geführt und soll geruchsfrei wieder aus dem Gerät kommen.

Technisch hat Trisa das clever konzipiert. In der Basis des «Pure Melt» steckt ein Ventilator. Auf ihm sitzt die Abzugseinheit. Mit Schiebe- und Drehreglern lassen sich die Ansaugöffnungen bedienen, je nachdem ob die Luft über dem schmelzenden Käse abgesaugt wird oder Fett und Bratgerüche von den beiden Grillplatten.

Klappe auf, Klappe zu: So kann ich entweder saugen lassen oder eben nicht.
Klappe auf, Klappe zu: So kann ich entweder saugen lassen oder eben nicht.

Das kostet Platz. Mit einer Breite von 27 Zentimetern ist der «Pure Melt» wuchtig. Steht er mittig auf einem 90 Zentimeter breiten Standard-Esstisch, bleibt nicht mehr viel Platz zum Essen. Bei etwas mehr als 30 Zentimetern pro Person passt da gerade noch der Essteller hin.

Falls du das Problem zu grosser Racletteöfen auch kennst: Wir haben uns in der Familie genau deshalb für ein Schmalspur-Raclette entschieden. Der «Style 8» von Trisa zeigt, dass auch ein Doppelreiher nicht viel tiefer als 20 Zentimeter sein muss. Oder du gehst auf Einreiher.

Zurück zum «Pure Melt». Er macht acht Personen satt, denn für so viele Pfännchen bietet er Platz, inklusive Ablage in der unteren Etage. Die Pfännchen sind mit Innenmassen von rund sieben mal sieben Zentimeter eher klein, vorgeschnittene Raclettescheiben aus dem Supermarkt passen gerade so hinein. Gegrillt wird auf zwei Platten mit Rillen und Antihaftbeschichtung. Jede ist 42 mal elf Zentimeter gross und kann nur auf einer Seite genutzt werden. Elektroheizschlangen führen Hitze von unten zu den Grillplatten und strahlen von oben auf den Käse in den Pfännchen.

1500 Watt leistet der «Pure Melt». Es empfiehlt sich, den Drehregler tatsächlich aufs Maximum zu stellen, damit der Käse zügig schmilzt. Im ersten Test habe ich zu wenig aufgedreht, was die Scheibe Raclette nur zum Schwitzen brachte. Heize ich auf der höchsten Stufe, wird allerdings auch die Grillplatte maximal heiss, ich messe bis zu 250 Grad. So brät Gemüse oder Fleisch oft zu heftig an. Hier hätte ich mir getrennte Regler gewünscht, was aber tatsächlich die wenigsten Raclette- und Tischgrill-Geräte bieten, das hier zum Beispiel:

Weniger Fett, weniger Gestank

Der Käse schmilzt, das Bratgut brät – soweit beherrscht der «Pure Melt» die Grundanforderungen. Wie aber schlägt er sich beim Absaugen von Fett und Gerüchen? Das finde ich mit zwei unterschiedlichen Messgeräten heraus: meiner Nase und einem Gerät für Luftanalyse. Ausserdem nutze ich Schwarmintelligenz, also die Nasen der Leute auf einer ganzen Etage in den Galaxus-Büros.

Meine Nase meldet nach dem Abendessen bei uns daheim zwar immer noch Käsegestank im Wohnzimmer. Aber es ist weniger als bei Verwendung unseres herkömmlichen Racletteofens, wie mir sowohl meine Frau als auch meine Tochter, beide sehr geruchsempfindlich, bestätigen.

Für ein objektives Ergebnis schaue ich mir die Daten an, die das Luftmessgerät aufgezeichnet hat. Ich interessiere mich besonders für die VOC in der Luft. Dabei handelt es sich um flüchtige organische Verbindungen, die zum Beispiel beim Kochen, Backen und Braten entstehen. Normalerweise schwankt der Wert bei uns zu Hause um die 100 ppb (parts per billion). Während Käse schmilzt und Zwiebeln braten, geht er nach oben – auf 300 bis 400 ppb. Das ist nicht wenig, aber viel weniger, als wenn ich zum Beispiel etwas in der Bratpfanne zubereite. Da erreiche ich dann auch mal 1000.

Bei winzigen Partikeln mit einer Grösse von bis zu 2,5 Mikrometern, gemeinhin Feinstaub genannt, ist der Unterschied zwischen Bratpfanne und Trisa-Raclette weniger auffällig. Der Effekt des Abzugs ist eigentlich nicht messbar. Das dürfte daran liegen, dass Fetttröpfchen zwar winzig sind, aber trotzdem zu schwer, als dass sie der schwachbrüstige Lüfter ansaugen könnte. Beim Test im Büro zeigte sich das Versagen klar: Trotz höchster Saugstufe war das Gerät nach ein paar Tranchen Speck auf der Grillplatte total verspritzt. Da wurde nichts eingesaugt.

Ein Fett-Fest: das Trisa-Öfeli in der Disziplin Tischgrill.
Ein Fett-Fest: das Trisa-Öfeli in der Disziplin Tischgrill.

Der «Pure Melt» fängt also bestenfalls einen Hauch feiner Käsedämpfe ein und führt sie zu seinen grobporigen Filtern. Filter, die du vom Abzug am Kochfeld kennst, sind viel dichter und damit auch effektiver.

Löchriger als Schweizer Käse, soll aber ein Filter sein.
Löchriger als Schweizer Käse, soll aber ein Filter sein.

Ventilator dreht hoch

Der Ventilator hat zwei Stufen. Stufe 1 bringt nichts. Bei Stufe 2 kann ich dem Trisa-Gerät mit etwas Wohlwollen eine leichte Reduktion der Käsenote in der Wohnzimmerluft attestieren. Allerdings: In der höheren Stufe liefert der Ventilator dann nicht mehr nur ein leises Säuseln, er klingt eher wie ein Haarföhn. 58 Dezibel ist der Wert, den ich in einem halben Meter Abstand messe. Knapp unter der Grenze von 60 Dezibel, die als «störend» definiert ist.

Nicht besonders gross, dafür auch nicht besonders leise: der Ventilator.
Nicht besonders gross, dafür auch nicht besonders leise: der Ventilator.

Reinigung und Ersatzteile

Nach dem Abendessen lasse ich den «Pure Melt» abkühlen, dann reinige ich ihn. Die Grillplatten sind dank Antihaftbeschichtung schnell sauber. Es hat sich ausgezahlt, sie mit etwas Öl einzustreichen, damit kein Grillgut anklebt und Rückstände hinterlässt. Auch die Pfännchen und Spatel lassen sich im heissen Spülwasser gut saubermachen. In die Spülmaschine dürfen sie gemäss Trisa nämlich nicht.

Und wie wird die Abzugseinheit wieder sauber? Dafür baue ich sie zuerst auseinander. Direkt über dem Ventilator sitzt der Fettfilter, den ich im Spülwasser reinige und gut trockne. Der Fettfilter ist das einzige Teil, das auch in die Spülmaschine dürfte.

In der Abzugseinheit selbst sehe ich Fettspritzer sogar auf den Klappen. Zum Teil bekomme ich sie durch das Spülen per Hand weg, es hilft aber, mit einer schmalen Flaschenbürste auch die schwer erreichbaren Stellen zu reinigen. Dann trockne ich das Teil mit einem Tuch, lasse es aber auch noch ein paar Stunden an der Luft stehen, bevor ich es wieder in den Karton räume. Insgesamt kostet mich das gewissenhafte Reinigen eine knappe halbe Stunde extra im Vergleich zu einem Öfeli ohne Absaugeinheit.

Um die Aktivkohlefilter muss ich mich laut Trisa nicht kümmern. Sie dürfen eine ganze Saison lang im Gerät bleiben. Zum Start in eine neue Saison sollte ich sie aber ersetzen. Trisa weiss nicht, wie oft der «Pure Melt» im Einsatz ist, es gibt im Gerät keine Betriebsstundenzähler. Bei Intensiv-Raclette-Nutzern könnte auch mehr als ein Satz Filter pro Saison nötig sein. 15 Franken für ein Paar sind wenigstens ein fairer Preis.

Immerhin: Künstlich hergestellten Rauch mag der «Pure Melt».
Immerhin: Künstlich hergestellten Rauch mag der «Pure Melt».

Fazit

Es stinkt trotzdem

Trisa hat mit dem «Pure Melt» nicht den ersten Racletteofen mit Geruchsfilter auf den Markt gebracht. Da war der deutsche Hersteller Severin mit dem «Sevento» über ein Jahr früher dran. Ist der Nachzügler wenigstens besser? Nein. Wenn der Ventilator auf der höchsten Stufe läuft, ist er nervig laut. Es stinkt zwar etwas weniger, aber sobald es spritzig wird, weil ich die Grillfäche nutze, stelle ich keinen Unterschied zwischen dem Trisa-Raclette mit Abzug und seinen klassischen Konkurrenten ohne das Feature fest. Der Gestank nach Käse und Speck hängt trotzdem noch lange im Wohnzimmer. Der «Pure Melt» ist fraglos ein guter Racletteofen. Beim vermeintlichen Killer-Feature enttäuscht er mich klar. Der vergleichsweise hohe Preis ist nicht gerechtfertigt. Gegen Gerüche und Schadstoffe im Wohnzimmer empfehle ich eher einen Luftreiniger.

Pro

  • gute Antihaftbeschichtung auf Grillplatten und Pfännchen
  • günstige Ersatzfilter
  • getrenntes Schliessen und Öffnen der Abzugsöffnungen auf den beiden Ebenen
  • stufenlose Regelung der Heiztemperatur

Contra

  • Abzugseinheit, Pfännchen und Grillplatten dürfen nicht in die Spülmaschine
  • Versagen, sobald es fettig wird
  • Geruch wird kaum gefiltert
  • auf höchster Stufe ziemlich laut

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Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln. 


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