
Brillen ohne Kamera und KI für die Hosentasche: Das zeigt Meta auf der Connect
Neue Modelle mit und ohne Kamera, zusätzliche Display-Funktionen, besonders leichte VR Glasses und ein kompaktes Muse-Gerät: Auf der Connect 2026 zeigt Meta sein bisher breitestes KI-Hardwareangebot.
Bis Ende des Jahres will Meta mehr als 100 Varianten von smarten Brillen über Ray-Ban, Oakley und die eigene Marke anbieten. Besonders ungewöhnlich ist die neue «Ray-Ban Meta Audio»: Sie kommt komplett ohne Kamera aus.
«Ray-Ban Meta Audio» kommt ohne Kamera
Die neue Audio-Brille konzentriert sich auf Musik, Telefonie und Meta AI. Zwei offene Lautsprecher sitzen in den Bügeln, sechs Mikrofone nehmen Sprache auf. Fotos und Videos fallen weg.
Damit bietet Meta seine KI-Funktionen erstmals in einer Ray-Ban ohne Kamera an. Das kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Smart Glasses wegen möglicher heimlicher Aufnahmen und des Umgangs mit aufgezeichnetem Material verstärkt in der Kritik stehen. In Deutschland hat die Organisation HateAid deshalb sogar Strafanzeige gegen Meta und weitere Anbieter gestellt.
Meta musste zuletzt außerdem eine Lücke schließen, über die sich die Aufnahme-LED seiner bisherigen Smart Glasses verdecken ließ. Die kamerafreie Variante könnte deshalb Menschen ansprechen, die Smart Glasses wegen solcher Datenschutzbedenken bisher gemieden haben.
Meta selbst sagt, dass die Entwicklung der kamerafreien Brille schon seit Jahren laufe und keine direkte Reaktion auf die aktuelle Kritik sei.
Die «Ray-Ban Meta Audio» wiegt 43 Gramm. Der Akku soll laut Meta bis zu zwölf Stunden durchhalten. Das Ladecase liefert Energie für weitere 48 Stunden.
Meta bietet die Brille zunächst in zwei Fassungsdesigns an: Clubmaster mit markanter, betonter Oberkante und Burbank mit schlichterer, rechteckiger Vollrandfassung. Insgesamt stehen 23 Farb- und Glaskombinationen zur Auswahl.

Quelle: Meta
In Deutschland startet das Modell bei 349 Euro. In der Schweiz beginnen die Preise bei 359 Franken. Ray-Ban nimmt dort bereits Vorbestellungen entgegen und nennt für mehrere Varianten Mitte Oktober als Liefertermin.
«Ray-Ban Meta» geht in die dritte Generation
Auch die klassische «Ray-Ban Meta» mit Kamera bekommt ein Update. Die dritte Generation fällt laut Meta schlanker aus und hält mit einer Akkuladung bis zu neun Stunden durch.
Die Kamera löst weiterhin mit zwölf Megapixeln auf und nimmt Videos mit bis zu 3K auf. Sechs Mikrofone sollen laut Meta mehr als 90 Prozent der Hintergrundgeräusche herausfiltern und so Anrufe sowie Sprachbefehle verständlicher machen.
Neu ist außerdem ein frei belegbarer Knopf. Darüber kannst du beispielsweise direkt Meta AI starten.
Neben der bekannten Wayfarer gibt es die dritte Generation auch als Aviator und im neuen Cat-Eye-Design Zena. Meta nennt insgesamt 27 Farb- und Glaskombinationen.

Quelle: Meta
Später im Jahr sollen Metas AI Glasses Videos mit Dolby-Atmos-Raumklang aufnehmen können. Meta will die Funktion per Softwareupdate nachreichen.
Dazu kommen weitere Modelle der eigenen Meta-Glasses-Reihe, darunter Capri, Nova, Adventurer und Fury sowie neue Sondereditionen.
Display-Brille kommt nach Deutschland
Meta erweitert auch die bereits vorgestellte «Meta Ray-Ban Display». Die Brille zeigt Informationen direkt im Sichtfeld und lässt sich zusammen mit dem «Meta Neural Band» steuern. Das Armband misst per Oberflächen-Elektromyografie (EMG) elektrische Signale der Muskeln am Handgelenk und übersetzt sie in Eingaben.

Quelle: Meta
Meta ergänzt unter anderem Fahrradnavigation, Informationen zum öffentlichen Nahverkehr sowie zusätzliche Kalender- und Benachrichtigungsfunktionen. Viele davon starten allerdings zunächst nur eingeschränkt. Fahrrad- und ÖPNV-Routen kommen vorerst in den USA und Kanada, die erweiterten Kalenderfunktionen zunächst auf Englisch in den USA.
Dazu kommt eine Explore-App, über die weitere Anwendungen für die Brille verfügbar werden sollen.
Auch sogenannte Hologramm-Anrufe gehören zu den Neuerungen. Dafür erfasst du zunächst dein Gesicht mit der Meta-AI-App. Während des Anrufs erzeugt Meta daraus eine fotorealistische digitale Version von dir. Die Mimik leitet das System aus deiner Stimme und dem Gesagten ab.
Die Funktion soll im Herbst zunächst als Early Access für WhatsApp-Nutzer in den USA starten. Für Deutschland und die Schweiz nennt Meta bisher keinen Termin.
Die Display-Brille soll ab dem 13. Oktober in Deutschland erhältlich sein. Meta nennt Frankfurt, Hamburg und München als erste Verkaufsorte. Die Schweiz gehört bislang nicht zu den angekündigten neuen Märkten. Neben Deutschland erweitert Meta den Verkauf auf Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada.
Meta schrumpft auch VR
Deutlich technischer fällt die neue «Meta VR Glasses» aus. Die Brille wiegt rund 100 Gramm und ist damit deutlich leichter als klassische VR-Headsets. Dafür lagert Meta Rechenhardware, Speicher und Akku in einen separaten Puck aus. Dieser bleibt per Kabel mit der Brille verbunden.

Quelle: Meta
Meta setzt auf Micro-OLED-Displays und kompakte Pancake-Linsen. Diese Linsentechnik faltet den Lichtweg im Inneren und ermöglicht dadurch eine flachere Bauweise. Kameras zeigen dir gleichzeitig deine Umgebung in Farbe. Bei diesem sogenannten Farb-Passthrough siehst du trotz Brille den Raum um dich herum.
Meta will das Gerät unter anderem für Filme, Spiele und virtuelle Arbeitsflächen einsetzen. Du kannst mehrere virtuelle Monitore vor dir platzieren. Eine ebene Fläche soll außerdem als virtuelle Tastatur und Touchpad dienen.
Zum Start sollen mehr als 75 Spiele vollständig mit Handtracking funktionieren. Weitere Titel lassen sich über Xbox Cloud Gaming streamen.
Die «Meta VR Glasses» sollen im Frühjahr 2027 für 1299,99 US-Dollar erscheinen. Preise und konkrete Starttermine für Deutschland und die Schweiz nennt Meta bisher nicht.
«Muse» soll die Geräte verbinden
Viele der neuen Geräte sollen künftig auf Metas persönlichen KI-Agenten «Muse» zugreifen können. Muse beantwortet Fragen, führt Informationen zusammen und soll auch Aufgaben und längerfristige Projekte übernehmen können.
Muse ist derzeit nur in den USA, Kanada und Mexiko verfügbar. Einen Starttermin für Deutschland oder die Schweiz nennt Meta bisher nicht. In den kommenden Monaten soll der Agent zunächst auf die AI Glasses kommen.
Neben den Brillen hat Meta außerdem «Muse Charm» angekündigt. Das kleine Gerät soll in die Hosentasche passen und einen direkten Sprachzugang zu Muse bieten. Technische Details, Preis und Erscheinungstermin will Meta erst später nennen.
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