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News & Trends

ChatGPT könnte bald persönliche medizinische Daten für dich auswerten

Debora Pape
13/1/2026

Das KI-Unternehmen OpenAI steigt in den Gesundheitssektor ein. Mit dem Kauf eines Startups will es hochsensible medizinische Personendaten verwalten – und damit vorgeblich das Gesundheitssystem entlasten.

KI soll der gesamten Menschheit zugutekommen. Das ist nach eigenen Angaben die Mission von OpenAI, dem Unternehmen hinter dem Large Language Model GPT. Der Schlingerkurs des Unternehmens zwischen Kommerzialisierung und Non-Profit-Organisation wirft allerdings die Frage auf, was genau OpenAI darunter versteht.

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Aktuell hat der US-amerikanische KI-Riese den stets überlasteten – und sehr lukrativen – Gesundheitssektor im Blick und stellte vor wenigen Tagen mit «ChatGPT Health» einen neuen Gesundheitsdienst vor. Damit soll der Chatbot Menschen fundierte Antworten zu gesundheitlichen Fragen liefern, bisher jedoch nur für ausgewählte Gruppen in den USA.

Jetzt verkündet OpenAI, das junge Health-Tech-Startup Torch gekauft zu haben. Torch entwickelt eine Gesundheits-App, die medizinische Daten aus verschiedenen Quellen bündelt, etwa Laborwerte, ärztliche Befunde und Messdaten aus Fitness-Trackern. Die Idee dahinter: Menschen sollen ein vollständiges, verständliches Bild ihrer eigenen Gesundheitsdaten erhalten. Die App soll ein «medizinisches Gedächtnis» darstellen, in dem Daten miteinander verknüpft werden und nichts verloren geht.

OpenAI investiert in eine Plattform zur Verwaltung von Gesundheitsdaten

60 Millionen US-Dollar hat sich OpenAI Berichten zufolge den Deal kosten lassen. Weitere 40 Millionen Dollar fallen an, um die vier Mitarbeiter des Startups zum Wechsel zu OpenAI zu motivieren. Im Vergleich zu anderen Übernahmen im Tech-Sektor ist das ein verschwindend geringer Preis – insbesondere, falls Torch bereits einen großen Pool an hochsensiblen, persönlichen Gesundheitsdaten im Gepäck hat. Dazu gibt es jedoch keine Informationen.

Dass OpenAI in den Gesundheitssektor investiert, wundert nicht. Laut eines hauseigenen Berichts aus dem Januar 2026 enthalten mehr als fünf Prozent aller weltweiten Fragen an ChatGPT medizinische Inhalte. Das sind mehr als 40 Millionen täglich. Die Torch-App nutzt bereits OpenAI‑Modelle und ihre Architektur spart OpenAI die Entwicklung einer eigenen Plattform, über die sich Gesundheitsinformationen personalisiert auswerten lassen.

OpenAI hat in seiner Übernahmeankündigung bereits verlauten lassen, die gesammelten Daten «als neue Möglichkeit, die eigene Gesundheit zu verstehen und zu managen» mit ChatGPT Health zu verknüpfen. Wie das genau aussehen kann und wie OpenAI seine KI davon abhalten will, falsche oder gar gefährliche Informationen zu geben, ist nicht bekannt. Erst Ende vergangenen Jahres hat OpenAI die Nutzungsrichtlinien für ChatGPT aktualisiert. Demnach darf der Chatbot nicht mehr für medizinische Beratungen verwendet werden, wenn keine Fachperson anwesend ist. Dieser Schritt dient allerdings wohl eher zur eigenen Absicherung.

Wie wird OpenAI mit den Daten umgehen?

OpenAI betont, dass die Daten im Einklang mit dem US-Gesetz zum Umgang mit Gesundheitsinformationen HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act) verarbeitet werden. In der EU sind die Regeln strenger.

Unklar bleibt, wie die Daten von Torch migriert werden und welche Einwilligungen dafür nötig sind. Kritiker warnen vor einer zunehmenden Machtkonzentration im Gesundheitssektor und vor der Gefahr, dass Big Tech zu tief in medizinische Prozesse eindringt.

Trotz dieser Bedenken markiert die Übernahme einen Wendepunkt: Torch wird nicht länger ein kleines Startup sein, sondern Teil einer globalen KI‑Plattform, die den Anspruch hat, Gesundheitswissen für Millionen zugänglich zu machen. Für OpenAI ist es ein weiterer Schritt auf dem Weg, KI zu einem zentralen Werkzeug im Gesundheitswesen zu machen – mit all den Chancen und Herausforderungen, die damit verbunden sind.

Titelbild: Shutterstock/subh_naskar

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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