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Hintergrund

Dank Bridge-Modus läuft mein Galaxus Internet endlich mit Unifi

Für Galaxus Internet gibt es ab sofort einen Bridge-Modus für den mitgelieferten Router. Damit steht meinem 10-Gbit-Unifi-Netzwerk nichts mehr im Wege.

Vor einem Jahr habe ich ein Galaxus-Fiber-Abo abgeschlossen und unser Zuhause auf 10-Gbit/s-Geschwindigkeit hochgerüstet. Für das WLAN installierte ich Wi-Fi-7‑fähige Access Points von Ubiquiti. Von allen Seiten – inklusive unserer Community – wurde mir wiederholt zugetragen, dass es für das Heimnetzwerk kaum bessere Hardware gebe. Das gilt besonders im Zusammenhang mit dazugehörigen Unifi-System. Darauf musste ich bisher verzichten, weil dafür ein Ubiquiti-Router nötig ist. Diesen konnte ich aber nicht anschliessen, weil der Zyxel-Router, der zum Galaxus Internet dazugehört, keinen Bridge-Modus besitzt (ja, ich weiss, es gibt Workarounds wie DMZ, aber damit wollte ich mich nicht herumschlagen).

Bis jetzt.

Eine kurze Anfrage reicht

Selbst aktivieren kann ich den Bridge-Modus, der meinen Router in ein «dummes» Modem verwandelt, leider nicht. Es reicht aber ein kurzer Kontakt über das entsprechende Formular im Galaxus-Kundenportal und der Modus wird aktiviert – sofern möglich.

Würde ich einen zweiten Router an den Zyxel anschliessen, hätte ich ein Double NAT. Das teilt das Heimnetz in zwei getrennte private Teilnetze auf, was zu Komplikationen führen kann. So laufen Portweiterleitungen oft ins Leere, weil der erste Router sie nicht an den zweiten Router durchlässt. Beim Online-Gaming kann es sein, dass die Peer-to-Peer-Verbindung blockiert wird. Auch zwei konkurrierende Firewalls führen oft zu Einschränkungen und grösserer Latenz.

Der Unifi Cloud Gateway übernimmt neu die Kontrolle über mein Netzwerk.
Der Unifi Cloud Gateway übernimmt neu die Kontrolle über mein Netzwerk.

Zwei potentielle Probleme mit dem Netzwerkprotokoll DHCP, das Geräten ihre IPs zuteilt, lässt sich vorab lösen. Haben der neue Router und der Zyxel die gleichen lokalenIP-Ranges, führt das sonst zu Komplikationen. Ich verwende den Ubiquiti Unifi Cloud Gateway UCG, der auch die nötigen 10 Gbit/s durchspeist. Das Gerät bootet mit der IP 192.168.0.1, während der Zyxel auf 192.168.1.1 läuft. Die Geräte sollten einander also nicht in die Quere kommen. Falls das bei dir anders ist, stellst du eine fixe Range ein, zum Beispiel von 192.168.0.2 bis 192.168.0.254.

Ausserdem sollte auch auf der WAN-Seite der Bezug der öffentlichen IPv4‑Adresse auf DHCP eingestellt sein.

Produktbild Ubiquiti UniFi Cloud Gateway UCG-Fiber
Router
EUR327,55

Ubiquiti UniFi Cloud Gateway UCG-Fiber

Sobald der Bridge-Modus aktiviert ist, werden DHCP und das WLAN am Zyxel aber ohnehin deaktiviert. Darum sollte es auch ohne diese Einstellungen funktionieren. Mit dieser Variante kann ich aber schon mal überprüfen, ob das Internet am neuen Router funktioniert, bevor ich den alten deaktiviere.

Einfache Einrichtung, nervige Lüfter

Bei mir hätte die Umstellung wohl auf Anhieb funktioniert, wenn ich den Zyxel-Router von Anfang an am RJ45-Port statt am WAN-Port angeschlossen hätte. Eigentlich müsste auch dieser funktionieren, bei mir klappte es damit aber nicht. Den WAN-Port benutze ich zusammen mit einem SFP-Adapter-Modul, um daran einen 10-Gbit/s-Ubiquiti-Switch anzuschliessen.

Produktbild Ubiquiti SFP+ Modul UACC-CM-RJ45-MG
Transceiver
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Ubiquiti SFP+ Modul UACC-CM-RJ45-MG

Neben dem Gateway kommen bei mir mehrere Switches und Access Points zum Einsatz. Letztere sind bereits in Betrieb – nur eben ohne Unifi. Bisher kann ich sie nur einzeln ansteuern. Sobald der Gateway aktiviert ist, erkennt er automatisch alle Ubiquiti-Geräte im Netzwerk. Über die App füge ich sie mit einem Klick hinzu. Nur zwei Access Points weigern sich zuerst, ins Unifi-System transferiert zu werden. Nach einem kurzen Reset klappt es auch bei denen.

Die neuen Ubiquiti-USW-Pro-XG-Switches, die ich anstelle der bisherigen TP-Links verwende, bringen den Vorteil, dass die Ports über PoE verfügen – Power over Ethernet. So muss ich die kabelgebundenen Access Points nicht mehr mit zusätzlichen PoE-Injectoren speisen. Damit spare ich ein paar Geräte und Steckdosenplätze. Die Switches könnte ich managen, wie es ebenfalls viele aus der Community in meinem letzten Artikel forderten. Allerdings bin ich nach wie vor der Meinung, dass ich bei unserem Vier-Personen-Haushalt ohne diese Funktion auskomme.

Die USW-Pro-XG-Switches werden ordentlich heiss, trotz aktiver Lüftung.
Die USW-Pro-XG-Switches werden ordentlich heiss, trotz aktiver Lüftung.

An den Ubiquiti-Switches stört mich, dass die Lüfter ein deutlich hörbares Surren von sich geben. Ich sitze keine zwei Meter davon entfernt und muss noch eine Lösung dafür finden. Spiegeleier braten kann ich auf den Geräten genauso wie auf den TP-Links. Die waren wenigstens passiv gekühlt und somit lautlos. Für den happigen Preis von über 500 Franken pro Stück ist das enttäuschend.

Im Keller verwende ich den kleineren Unifi Flex XG. Erst wollte ich mir das Netzteil dafür sparen, weil ich das Gerät über den grösseren Bruder via PoE-Anschluss speisen kann. Das funktioniert, allerdings liefert der Switch damit nur 1-Gbit-Leistung. Das sehe ich in der App sofort. Sie zeigt bei allen Geräten an, welche Anschlüsse in Benutzung sind und mit welcher Geschwindigkeit. Das Gleiche verrät mir auch ein farbiges Licht am Gerät selbst (hellblau für 10 Gbit, Dunkelblau 2.5 Gbit usw.). Ich komme also doch nicht um zwei Stromkabel herum. Der ebenfalls daran angeschlossene Access Point braucht schliesslich weiterhin einen PoE-Injector.

Die ganze Einrichtung über die App macht richtig Freude. Selbst für Laien ist alles relativ unkompliziert und verständlich. Trotzdem ist dafür fast ein ganzer Nachmittag draufgegangen.

In der Unifi-App oder im Web-Zugriff habe ich mein Netzwerk stets im Blick.
In der Unifi-App oder im Web-Zugriff habe ich mein Netzwerk stets im Blick.

Ist Unifi der versprochene Heilsbringer?

Unifi zählt zu den Goldstandards, was Netzwerkverwaltung anbelangt. Was ich bisher davon ausprobiert habe, bestätigt diesen Eindruck. Ob in der Unifi-App oder über die Web-Oberfläche, ich kann mein Netzwerk perfekt überwachen. Die Menüstruktur ist nachvollziehbar und nicht unnötig verschachtelt. Vieles ist grafisch dargestellt. So sehe ich beispielsweise wie bei einem Stammbaum, welche Geräte wie verbunden sind. Möglich ist das, weil alle Netzwerkgeräte inklusive Switches von Ubiquiti stammen und miteinander kommunizieren.

Der Stammbaum zeigt mir auch an, wie es um die Empfangsstärke der verbundenen Client-Geräte steht. Zwei davon, die Wärmepumpe und die Solaranlage, hängen fälschlicherweise am Access Point im Parterre statt beim Näheren im Keller. Zwei Klicks und schon sind sie umgehängt. Nicht dass eine stärkere Verbindung nötig wäre, aber das 2,4‑GHz-Netz beim Parterre-AP ist schon prall gefüllt. Auch das sehe ich in der App.

Im Stammbaum sehe ich auf einen Blick, welche Geräte wo angeschlossen sind.
Im Stammbaum sehe ich auf einen Blick, welche Geräte wo angeschlossen sind.

In unserem Haushalt noch nicht nötig, aber möglich, ist das Sperren von bestimmten Seiten, Apps oder ganzen Domänen für individuelle Geräte. Oder ich richte ein virtuelles LAN ein, um nicht vertrauenswürdige Smart-Home-Geräte vom Rest meines Netzes zu trennen. Das nehme ich mir vielleicht als Nächstes vor. Ich habe mich noch lange nicht durch alle Menüs und Untermenüs geklickt. Die Möglichkeiten sind nahezu endlos.

Ich vermisse in den unzähligen Einstellungen allerdings die Möglichkeit, ein Gerät zu einer bestimmten Zeit auszuschalten. Ich will ein Bettsofa in mein Büro stellen und dann nervt das Lüftergeräusch des Switches definitiv. Dann regle ich das halt per Smartplug.

WLAN-Optimierung

Da die Access Points nun über das Unifi-System betrieben werden, funktioniert auch das Mesh-Netzwerk. Laufe ich zügig vom 2. Stock ins Parterre – oder wie es mein Sohn sagen würde: mit lautem Pferdegetrampel – kann ich die Übergänge in der App live mitverfolgen. Dort sehe ich genau, wie viele Sekunden es braucht, bis mein Handy den Access Point wechselt. Es sind sehr wenige.

Etwas überrascht bin ich, dass der Zyxel-Router im Schrank ein stärkeres WLAN-Signal in den Garten sendet als der U7 Pro XG. Der Wifi-Teller hängt praktisch direkt daneben frei an der Wand. Trotzdem messe ich auf dem Laptop, rund fünf Meter entfernt auf der Terrasse, nie unter -80 dBm. Das reicht zum Surfen. Videos laden aber stockend.

Der WLAN-Teller im Freien hat das schwächere Signal als der Zyxel-Router im Schrank gleich daneben. Und bevor ihr mir wieder mein Kabelmanagement um die Ohren haut: Ich schwöre, es ist nur temporär!
Der WLAN-Teller im Freien hat das schwächere Signal als der Zyxel-Router im Schrank gleich daneben. Und bevor ihr mir wieder mein Kabelmanagement um die Ohren haut: Ich schwöre, es ist nur temporär!

Für die optimale Platzierung verwende ich Ubiquits Online-Tool. Dort lade ich den Grundriss unseres Hauses hoch. Die Räume und Wände werden automatisch erkannt. Bei Bedarf justiere ich manuell nach. Ich sehe sofort, wie weit das Signal eines Access Point strahlt. Das Tool zeigt mir auch, wie viel effizienter die Platzierung an der Decke ist als an der Wand – nicht extrem, aber etwas.

Seit zwei Monaten steht das Unifi-System nun im Einsatz. In der Zeit habe ich nur zwei kleinere Probleme festgestellt: Einmal sackte die Verbindung zwischen Unifi-Router und Switch von 10 Gbit/s auf 5 Gbit/s herunter. Aus- und Einstecken löste das Problem. Ein anderes Mal fiel das Internet aus und ich verlor den Zugriff auf das System. Nach dem Neustarten des Unifi-Routers lief alles wieder. Im System konnte ich via Protokoll nachverfolgen, dass zuerst ein Paketverlust festgestellt wurde und kurz danach die Verbindung am WAN-1-Anschluss ausfiel. Unifi zufolge lag der Fehler beim Internetanbieter. Auf dessen Seite war jedoch keine Störung aufgelistet. Ich hoffe, dass es ein einmaliges Phänomen war.

Sorry, aber schöner wird mein Kabelmanagement nicht.
Sorry, aber schöner wird mein Kabelmanagement nicht.

Fazit: Die Brücke ins gelobte Land

Der Bridge-Modus ist seit dem Launch von Galaxus Internet das meistgewünschte Feature. Kein Wunder: Ein stabiles Heimnetzwerk klappt am besten mit der eigenen Wunschhardware. Die ist nun auch bei mir in Betrieb. Ich liebe die neugewonnene Transparenz und Kontrolle, die das Unifi-System schafft. Es gibt wenig, das mich mehr nervt, als Internetprobleme. Die Ursache kann überall sein. Alle Konflikte löst Unifi zwar nicht, aber bisher habe ich kaum etwas zu beanstanden.

Die Einrichtung war ein Klacks und auch der Bridge-Modus ist im Handumdrehen aktiviert. Zusammen mit der hervorragenden Web-Oberfläche, respektive App, verstehe ich jetzt, warum so viele auf Ubiquiti schwören. Falls es mir noch viele Jahre sorgenfreies Netzwerkmanagement beschert, ist es für mich auch sein Geld wert.

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Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken. 


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