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Michelle Brändle
Ratgeber

Das Google Pixel 11 Pro ist überflüssig

Die beiden Pixel-11-Geräte von Google unterscheiden sich nur geringfügig. Ausserdem hat Google eines der coolsten Hardware-Features gestrichen.

Im neuesten Pixel 11 verbaut Google eine Telekamera. Das war beim Vorgänger, dem Pixel 10, noch nicht der Fall und damals fast der einzige Grund fürs Pro-Modell. Damit werden die Unterschiede noch subtiler, und wer die teurere Version möchte, muss sehr genau hinsehen.

Design und Display: Ich will lieber das 10 Pro

Auf den ersten Blick sehen die beiden Geräte fast identisch aus. Das Pixel 11 Pro hat eine matte Glasrückseite und einen polierten Aluminiumrahmen. Beim Pixel 11 ist das genau umgekehrt. Wenn es nach mir ginge, hätte ich am liebsten beide Teile matt und zwar in der knallig pinken Version. Das fühlt sich besser an und hinterlässt weniger Fingerabdrücke.

Hallo Fingerabdrücke Pixel 11 und Tschüss schönes Pink.
Hallo Fingerabdrücke Pixel 11 und Tschüss schönes Pink.

An dieser Stelle kommt das grosse Hardware Downgrade, wie ich finde: Das Pixel 11 Pro beherbergt nämlich auf der Rückseite an der Kameraleiste das neue «HiLight». Der LED-Ring zeigt dir per buntem Licht an, wenn eine Nachricht reingeflattert ist. Das finde ich nicht sonderlich nützlich. Beim Pixel 11 entpuppt sich der LED-Kreis zudem als reiner Kamerablitz. Und um den Platz zu schaffen, hat Google mein liebstes Feature rausgekickt: das Thermometer. Danke für nichts.

Beim Pixel 11 Pro links ist der weisse Kreis ein (unnützes) LED-Licht, beim Pixel 11 nur der Blitz.
Beim Pixel 11 Pro links ist der weisse Kreis ein (unnützes) LED-Licht, beim Pixel 11 nur der Blitz.

Laut Spezifikationen löst das Display des Pro-Modells etwas höher auf als das des regulären Pixel 11. Gucke ich mir ein 2K-Video an, merke ich allerdings keinen signifikanten Unterschied. Sowohl das Pixel 11 als auch das 11 Pro stellen Bilder und Videos scharf mit knalligen Farben und guten Kontrasten dar.

Die Displayqualität beim Videogucken gefällt mir bei beiden Geräten gleich gut, oben das Pixel 11.
Die Displayqualität beim Videogucken gefällt mir bei beiden Geräten gleich gut, oben das Pixel 11.

Gleicher Chip und nahezu gleiche Akkulaufzeit

Google verbaut in beiden Geräten seinen aktuell stärksten Chip, den Tensor G6. Damit läuft im Alltag alles flüssig und auch KI-Aufgaben werden rasch verarbeitet. In den Benchmarks schlägt er seinen Vorgänger, den Tensor G5 aus der Pixel-10-Serie, vor allem bei Multi-Tasking-Aufgaben.

Dass er dennoch nicht besonders stark ist, zeigt ein Vergleich mit der Konkurrenz. Der aktuell marktführende Snapdragon Elite Gen 5 (beispielsweise im Xiaomi 17 verbaut) schlägt den Chip von Google um Längen.

Die beiden Smartphones Mühe mit grafiklastigen Spielen wie «Wuthering Waves». Hier muss ich die Darstellung stark drosseln, damit das Spiel halbwegs flüssig läuft.

Bei grafiklastigen Spielen muss ich Leistung und Bildqualität runterdrosseln, dann geht’s flüssig.
Bei grafiklastigen Spielen muss ich Leistung und Bildqualität runterdrosseln, dann geht’s flüssig.

Die Akkulaufzeit beträgt laut meinem Benchmark (PCMark) beim Pixel 11 Pro 18,5 Stunden. Das reguläre Pixel 11 schafft es auf 19 Stunden und 50 Minuten. Dieses hat mit 4840 mAh auch einen minim grösseren Akku als das Pro-Modell mit seinen 4707 mAh.

Die Ergebnisse heben sich kaum von den Vorgängern ab. Das Pixel 10 Pro kam auf 17 Stunden, die reguläre Version auf 19 Stunden und 30 Minuten. Insgesamt nutze ich sowohl die Pixel-10- als auch die Pixel-11-Smartphones locker einen Tag lang und darüber hinaus.

Beim Speicherplatz und RAM sind die Unterschiede zwischen den dem Pixel 11 und dem Pixel 11 pro schon grösser:

Das reguläre Modell bekommst du nur mit 12 Gigabyte (GB) RAM. Das Pro-Modell gibt es auch mit 16 GB. Aktuell macht das keinen Unterschied, bei leistungsintensiveren Anwendungen, die viele KI-Feature nutzen fällt es mehr ins Gewicht. Beim Speicher bietet Google für das Pixel 11 Pro neben den Varianten mit 256 GB und 512 GB Speicher auch eine 1-TB-Version an.

Das Pixel 11 Pro links gibt es mit mehr RAM und internem Speicher.
Das Pixel 11 Pro links gibt es mit mehr RAM und internem Speicher.

Das Pro lohnt sich auch bei den Kameras kaum

Das Pixel 11 Pro hat bei allen vier Kameras die besseren Linsen mit grösseren Sensoren verbaut. Zumindest auf dem Papier. Die Unterschiede sind oftmals kaum sichtbar.

Die Hauptkamera des 11 Pro macht minimal hellere und schärfere Fotos. Dafür fehlt es diesen Fotos an Kontrast. Bei der Weitwinkelkamera bemerke ich auch bei starkem Heranzoomen keine Unterschiede. Da machen sich die Vorteile des 11 Pro nur dadurch bemerkbar, dass ich aus den vollen 50 Megapixeln schöpfen kann. Das muss ich in der Kamera-App allerdings explizit einstellen. Ein Foto benötigt dann auch doppelt so viel Speicherplatz.

Ist dir eine gute Auflösung wichtig, weil du die Fotos beispielsweise später drucken, oder gross am Computer verwenden willst, ist das Pixel 11 Pro die bessere Wahl. Hauptsächlich, weil ich die Fotos mit voller Auflösung abspeichern kann. Beim Pixel 11 ist das nicht möglich. Auf dem Smartphone wirst du keine Unterschiede feststellen.

Insgesamt bist du bei beiden Smartphones gut aufgehoben, wenn es um Fotos geht. Die Bilder haben eine natürliche Schärfe und Farbgebung. Bei der Konkurrenz stelle ich oftmals Gelbstiche und Überschärfungen fest.

Hier ein Foto des Pixel 11 Pro mit 50-MP-Auflösung. Schärfegrad und Farbgebung gefallen mir.
Hier ein Foto des Pixel 11 Pro mit 50-MP-Auflösung. Schärfegrad und Farbgebung gefallen mir.

Beim Zoom punktet das Pixel 11 Pro minimal, weil die Fotos leicht schärfer werden. Dass das Pro-Modell bis zu 120-fach vergrössern kann, ist völliger Unsinn: Die Fotos werden unbrauchbar und unnatürlich nachgeschärft. Der 30-fache Zoom, den auch das reguläre Pixel 11 schafft, finde ich bei beiden Modellen die Obergrenze des Brauchbaren.

Hier der 30-fache Zoom. Das Pixel 11 Pro (rechts) schiesst nur einen Tick schärfere Fotos, kommt aber in der Theorie noch näher ran.
Hier der 30-fache Zoom. Das Pixel 11 Pro (rechts) schiesst nur einen Tick schärfere Fotos, kommt aber in der Theorie noch näher ran.
Der fünffache Zoom liegt noch im sinnvollen Bereich und liefert bei beiden Linsen ein gutes Ergebnis. Rechts das Pixel 11 Pro.
Der fünffache Zoom liegt noch im sinnvollen Bereich und liefert bei beiden Linsen ein gutes Ergebnis. Rechts das Pixel 11 Pro.

Software bei beiden auf dem neuesten Stand

Beide Smartphones laufen ab Werk mit Android 17 und Googles Benutzeroberfläche. Unterschiede gibt es bei den KI-Anwendungen. Die wohl nützlichsten Features findest du bei beiden: Circle To Search, Gemini, der Magische Editor und Live-Übersetzungen (Text, Audio, Video).

Viele KI-Funktionen wie hier der Magische Editor bekommst du bei beiden Geräten. Das Pixel 11 (rechts) muss bei Berechnungen teilweise auf die Cloud zurückgreifen.
Viele KI-Funktionen wie hier der Magische Editor bekommst du bei beiden Geräten. Das Pixel 11 (rechts) muss bei Berechnungen teilweise auf die Cloud zurückgreifen.

Einige erweiterte Funktionen finden sich lediglich auf dem Pro-Modell. Andere lagert das Standard-Pixel-11 aufgrund von weniger RAM zur Berechnung in die Cloud aus.

Diese Funktionen bekommst du nur beim Pixel 11 Pro:

  • Video-Korrekturen bei Beleuchtung, Rauschen und Dynamikumfang
  • HDR-Inhalte auf 8K hochskalieren
  • Bildhintergründe generativ umgestalten
  • Hinzufügen oder Ersetzen von komplexen Objekten in hoher Auflösung

Diese Funktionen schiebt das Pixel 11 in die Cloud, während das Pixel 11 Pro sie direkt auf dem Gerät berechnet:

  • Komplexe Videoverarbeitung (aufwendige Nachtvideos, KI-Rendering)
  • Komplexe Prompts beim Magischen Editor
  • Mehrstufige Handlungen mit Gemini über mehrere Apps (Beispielsweise eine Reise planen mit Buchung, Kalendereintrag und Routenberechnung)

Fazit: Das Pro steht vor allem auf dem Papier

Google spendiert dem regulären Pixel 11 ebenfalls eine Telekamera. Damit kommt es dem Pro-Modell extrem nahe. Im Alltag merke ich kaum Unterschiede zwischen den beiden Smartphones. Bei Leistung, Akkulaufzeit und Displayqualität muss ich sie mit der Lupe suchen. Das Pixel 11 mit seinem minimal grösseren Akku hält sogar länger durch.

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Bei den Kameras musst du mit dem Pro-Modell die vollen 50 Megapixel ausnutzen und den KI-Zoom verwenden wollen, damit du vom Upgrade profitierst. Die zusätzlichen (und lokal nutzbaren) KI-Funktionen beim Pixel 11 Pro und das ebenfalls lokale Rendering von Videos klingen im ersten Moment cool. Für den Normalgebrauch reicht auch der Weg über die Cloud. Die wichtigsten Werkzeuge finden sich auf beiden Geräten.

Kurz gesagt: Sofern du nicht zwingend auf ein Terabyte Speicher, die 16 GB RAM oder die 50-Megapixel-Linsen angwiesen bist, kannst du ruhigen Gewissens zum regulären Pixel 11 greifen. Das spart Geld und du verpasst fast nichts.

Alternativ tun es auch die Vorgängermodelle locker. Pixel 10 und 10 Pro laufen im Alltag nicht spürbar langsamer und das Pro-Modell hat noch den Thermometer verbaut, der bei den neuen Modellen fehlt. Allerdings gibt es für das reguläre Pixel 10 keine 512-GB-Version und die Verfügbarkeit ist inzwischen nicht mehr so gut. Lediglich die 128-GB-Version bekommst du aktuell noch in allen Farben und bei beiden Modellen.

Titelbild: Michelle Brändle

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Seit ich einen Stift halten kann, kritzel ich die Welt bunt. Dank iPad kommt auch die digitale Kunst nicht zu kurz. Daher teste ich am liebsten Tablets – für die Grafik und normale. Will ich meine Kreativität mit leichtem Gepäck ausleben, schnappe ich mir die neuesten Smartphones und knippse drauf los. 


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