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Stephan Lamprecht
Ratgeber

Drumsticks kaufen: Worauf es wirklich ankommt

Drumsticks sind die direkte Verbindung zum Instrument – eine Verlängerung deiner Arme. Der perfekte Stick macht den Unterschied zwischen verkrampftem Spiel und tollen Grooves. Ich erkläre dir, wie sich Drumsticks unterscheiden und welche Teile wichtig für Klang und Spielgefühl sind.

Mit acht Jahren wollte ich ein Schlagzeug, mit zehn habe ich es bekommen. Und seitdem viel Spielpraxis gesammelt. Nach fast 50 Jahren an den Drums führe ich dich durch den Dschungel von Größen und Materialien der Sticks.

Wie in deinem Kleiderschrank: die verschiedenen Größenangaben

Länge, Durchmesser und Material bestimmen das Gewicht eines Sticks, das im Durchschnitt zwischen 40 und 70 Gramm liegt. Metal spielst du eher mit schwerem Equipment – das wirst du aber bei längeren Sessions an deinen Gelenken spüren. Leichte Sticks betonen eher die Höhen und lassen sich einfacher spielen.

Fast alle Hersteller verwenden für die Größenangabe ein System aus Zahlen und Buchstaben. Es gibt nur ein Problem: Die Bezeichnungen sind nicht genormt. Zwei Sticks verschiedener Hersteller können dieselbe Größenangabe tragen und sich trotzdem vollkommen unterschiedlich anfühlen und spielen.

Die Zahl steht für die Dicke des Sticks, leitet sich aber nicht von einem exakten Wert ab. Anders als du vielleicht vermutest, bedeutet eine höhere Zahl keinen dickeren Stick – es ist genau umgekehrt. Ein Stick der Größe 7 ist filigraner als einer der Größe 2.

Weil es sich um reine Orientierungsangaben handelt, empfehle ich dir, möglichst Sticks verschiedener Hersteller auszuprobieren.

Die Buchstaben leiten sich vermutlich vom ursprünglich gedachten Verwendungszweck ab. «A» soll aus dem Wort «Orchestra» stammen und bezeichnet die dünnere Variante. «B» leitet sich verschiedenen Quellen zufolge vom Wort «Band» ab und ist dicker als «A». «S» hat noch etwas mehr Wumms – mit diesen Sticks wurde auf der Straße («Street») musiziert, etwa bei Umzügen.

Der Unterschied zwischen einem 5er und einem 7er ist schon deutlich.
Der Unterschied zwischen einem 5er und einem 7er ist schon deutlich.

Kurz zusammengefasst: Ein 5B ist bei gleicher Länge dicker und schwerer als ein 5A. Beide sind dicker als ein 7A und dünner als ein 2B. Alles klar? Hehe.

Von der Länge und dem Durchmesser hängt auch der Schwerpunkt des Sticks ab. Wenn du schon Erfahrungen gesammelt hast, weißt du, dass dieser Punkt für den richtigen Griff wichtig ist. Liegt der Schwerpunkt nahe der Griffzone, lässt sich der Stick leichter kontrollieren. Wandert er Richtung Spitze, steigt die Schlagkraft – der Wumms.

Einige wichtige Modelle im Überblick

Im riesigen Angebot diverser Hersteller haben sich bei Musikerinnen und Musikern einige Favoriten herausgebildet.

7A ist eher der filigrane Spezialist. Er liegt eher leicht in der Hand. Viele Jazzmusiker und -musikerinnen greifen zu diesem Stick, weil er sich präzise spielen lässt und kein zu großes Klangvolumen erzeugt. Für Kinder und Menschen mit kleineren Händen ist er ebenfalls gut geeignet. Metal würde ich damit aber nicht spielen. Das Ding hat zu wenig Wumms und du brauchst auch zu viel Kraft.

5A und 5B gehören zu den meistgespielten Modellen. Jedenfalls, wenn ich mich so in den Proberäumen umschaue. Mit etwas über 40 Zentimetern Länge und bis 15 Millimetern Dicke passen sie zu nahezu jeder Musikrichtung. Der 5B ist mein Stick am klassischen Drum-Kit – nicht zu schwer, nicht zu leicht, gut kontrollierbar. Er liegt satt in der Hand.

Ein 2B bringt ordentlich Gewicht auf die Waage. Anfängerinnen und Anfängern würde ich ihn daher nicht empfehlen. Sie holen sich damit schneller Blasen und die Hände verkrampfen. Mit über 41 Zentimetern Länge und 16 Millimetern Durchmesser hast du hier spürbar etwas in der Hand, was auch für Volumen sorgt.

Eine Frage des Griffs: die Oberfläche des Sticks

Je nachdem, wie stark deine Hände schwitzen, entscheidet die Oberfläche deiner Sticks darüber, ob sie sicher in deiner Hand bleiben oder wegfliegen. Keine Sorge: Das ist jedem und jeder schon passiert.

Lackierte Sticks sind der Standard. Der klare oder farbige Lack schützt das Holz vor Feuchtigkeit und verhindert, dass es sich verzieht. Schweiß macht den Lack jedoch rutschig, weil die Feuchtigkeit nicht ins Holz eindringen kann.

Dieses Problem hast du mit unlackierten Sticks nicht. Das Holz behält seine raue Oberfläche und nimmt Schweiß auf. Allerdings kann sich die Struktur dann auch etwas fremd anfühlen – ich mag das nicht besonders und bevorzuge lackierte Sticks. Ohne schützenden Lack musst du außerdem auf die Lagerung achten: Die Sticks reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit und müssen trocken aufbewahrt werden, damit sie sich nicht verziehen.

Manche Hersteller bieten spezielle Sticks für Menschen mit schwitzigen Händen an. Einige haben eine gummibeschichtete Griffzone, andere experimentieren mit einer Beschichtung, die auf Feuchtigkeit reagiert – je nasser die Zone wird, desto besser haften die Sticks. Eine Variante sind Wachse, um den Grip zu erhöhen.

In meinem Bekanntenkreis gibt es auch Musikerinnen und Musiker, die eine DIY-Lösung bevorzugen: Mit feinem Schleifpapier rauen sie die Griffzone selbst auf. Es gibt auch spezielles Tape, das Rutschen verhindert. Ich mag das «Fremdkörpergefühl» allerdings nicht.

Woraus soll er nun sein?

Sticks aus Carbon oder Aluminium begegnest du eher selten. Sie versprechen eine hohe Haltbarkeit und sind bei Drummern und Drummerinnen beliebt, die sich lautstarken Musikstilen verschrieben haben. Vom Spielgefühl hat mich keines der alternativen Materialien überzeugt. Es fühlte sich schlicht «nicht richtig» an. Das kann bei dir anders sein.

Meine Sticks sind und bleiben also aus Holz. Dabei hast du hauptsächlich die Wahl zwischen drei Arten:

  • Hickory, ein Hartholz aus Amerika, ist mein persönlicher Favorit. Die Sticks sind haltbar und dämpfen Stöße gut ab. Auch nach stundenlangen Sessions halten sich meine Handgelenksprobleme im Rahmen. Je nachdem, wie intensiv du Becken spielst, wirst du am Kopf aber recht zügig die ersten Kerben bemerken.
  • Eiche ist robuster. Die meisten Hersteller haben einige Modelle aus Eiche (Oak) im Angebot. Das Holz ist jedoch spürbar schwerer, weshalb es sich für harte Spielweisen und hohe Beanspruchung eignet. Meinen kleinen Händen und mir sind Eichensticks zu schwer – schon nach einer guten Stunde merke ich deutliche Ermüdung.
  • Ahorn (Maple) ist das Leichtgewicht unter den Holzarten. Das geringe Gewicht hat allerdings seinen Preis: Die Sticks nutzen sich schneller ab. Dafür kannst du einen dickeren Stick spielen, der trotzdem leichter in der Hand liegt als die anderen Varianten. Für schnelle Spielweisen ist Ahorn eine gute Wahl. Wer kräftig Becken spielt, verschleißt sie aber schneller. Dafür klingen sie meinem Eindruck nach wärmer.

Kopfform: Ausprobieren ist angesagt

Auch die Spitzenform spielt eine Rolle. Tips aus Nylon nutzen sich kaum ab, können sich aber bei sehr preiswerten Modellen im ungünstigsten Moment lösen und wegfliegen. Im Metal-Bereich sind sie dennoch beliebt. Den Unterschied hörst du besonders beim Beckenspiel. In den meisten Fällen besteht die Spitze aus demselben Holz wie der Stick.

Das Spielen hinterlässt am natürlichen Material seine Spuren. Spätestens, wenn die Spitze deutlich flacher und verformt wirkt, ist ein neues Paar fällig.

Die Tip-Formen im Überblick:

  • Tropfen (Teardrop)
  • Kugel
  • Eichel (Acorn)
  • Fass
Verschiedene Stickspitzen in der Übersicht.
Verschiedene Stickspitzen in der Übersicht.

Jede Variante klingt anders, erzeugt mehr Volumen oder klingt wärmer als die anderen. Die Tropfenform ist der absolute Klassiker – auch mein persönlicher Favorit. Das liegt unter anderem daran, dass der Sound relativ konstant bleibt, egal in welchem Winkel du Becken oder Fell triffst.

Die Technik macht's – mein Rat für alle, die beginnen

Am besten entscheidest du dich zu Beginn für die goldene Mitte. Ein 5A aus Hickory mit Teardrop-Spitze funktioniert für alle Spielweisen. Die Sticks sind nicht zu schwer und nicht zu dünn, deine Handgelenke werden es dir danken, und du kannst deine Technik entwickeln – denn die ist am wichtigsten. Bei kleineren Händen kann auch ein 7A die richtige Wahl sein.

Lass dich außerdem von der Werbung nicht zu sehr beeinflussen. Fast jeder Hersteller hat «Signature»-Varianten bekannter Drummer und Drummerinnen im Angebot. Aber mal ehrlich: Wenn du dir dieselben Ski anschnallst wie eine Weltcup-Gewinnerin, wirst du dadurch auch kein Crack.

Qualität checken

Du hast dich entschieden, und das frisch gekaufte Paar liegt vor dir? Dann prüf kurz die Qualität, bevor du dich ans Kit setzt.

Ein Stick muss absolut gerade und gleichmäßig sein. Das prüfst du am schnellsten mit dem Rolltest: Leg den Stick auf eine glatte, ebene Fläche und gib ihm einen Schubs. Er sollte gleichmäßig rollen, nicht holpern oder herumeiern. Selbst kleine Unebenheiten spürst du beim Spielen – ein verzogener Stick reagiert ungleichmäßig.

Viele Hersteller werben damit, dass die Sticks bereits im Werk auf absolute Gleichheit geprüft wurden.
Viele Hersteller werben damit, dass die Sticks bereits im Werk auf absolute Gleichheit geprüft wurden.

Kontrolliere die Oberfläche: Sie muss glatt sein, der Lack gleichmäßig aufgetragen, ohne spürbare Unebenheiten. Andernfalls lass die Finger davon. Im wahrsten Sinne.

Schau dir auch den Kopf an. Er sollte sauber geformt sein und weder Risse noch Absplitterungen zeigen. Bei einem Nylonkopf prüfe den Sitz: Er darf nicht wackeln, sonst fliegt er dir später um die Ohren.

Drumsticks sollten wie eineiige Zwillinge sein: exakt gleich lang, schwer und dick. Markenhersteller stellen das in der Regel bereits in der Fabrik sicher. Die Abweichungen müssten schon erheblich sein – oder deine Hände sehr empfindlich –, damit du sie spürst. Besser ist folgender Trick: Schlag mit beiden Sticks auf eine harte Fläche. Weicht die Tonhöhe ab, stimmt etwas nicht. In dem Fall tausch sie um.

Es gibt nicht den einen perfekten Stick – nur deinen Stick

Meine Reise zu den Drums begann ganz klassisch. Das Quengeln bei meiner Mama hatte Erfolg. Und als die Musikfachschaft der Schule mir nach Probestunden «ein gewisses Talent» bescheinigte, gab es das erste Instrument und Unterricht.

Mein erstes Kit – ein Sonor, mein ganzer Stolz – verzückte die Nachbarschaft (nicht) beim Üben. Als Kind der 80er-Jahre ging es schnell in Richtung elektronischer Klangerzeugung: Die sechseckigen Pads von Simmons waren genau mein Ding. Es folgten diverse Bands. Aus dem Berufstraum wurde aber dann doch nur ein regelmäßiges Hobby. Das Simmons-Kit hat längst ausgedient, E-Drums sind geblieben. E-Drums findest du übrigens auch bei uns.

Mehrmals in der Woche sitze ich für ein paar Stunden an meinen E-Drums. Mein Lieblingsstick dafür ist ein 7A-Hickory von Tama, von dem ich mir zur Sicherheit gleich einen größeren Vorrat angelegt habe. Am klassischen Schlagzeug, das bei mir gerade eine Renaissance erlebt, greife ich zu einem 5B-Hickory-Acorn von Pro-Mark.

Dieser 7A ist aktuell mein absoluter Lieblingsstick für E-Drums.
Dieser 7A ist aktuell mein absoluter Lieblingsstick für E-Drums.

Der Punkt ist: Du entwickelst dich weiter. Deine Hände werden stärker, deine Finger flinker, dein Geschmack und Gefühl verändern sich. Bleib offen und experimentiere. Dein perfekter Stick wird sich in deinen Händen einfach richtig anfühlen.

Sag mir: Was ist der Stick deiner Wahl und warum?

Titelbild: Stephan Lamprecht

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Hamburger, Leseratte, Eishockey-Fan. Papa und Grosspapa. Bastelt ständig an seinem Smarthome herum. Interessiert an DIY, Outdoor, Mode und Kosmetik.


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