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Produkttest

So gut ist der erste Saugroboter von DJI

DJIs erster Saugroboter überrascht mit aussergewöhnlichem Design – und hohem Preis. Wie schlägt sich das erste Haushaltsgerät der Drohnen- und Actioncam-Experten im Alltag?

Auf den ersten Blick hat es mich überrascht, dass DJI ausgerechnet einen Saugroboter auf den Markt bringt. Der chinesische Hersteller ist bisher weltweit für Drohnen und Actioncams bekannt. Auf den zweiten Blick ist es aber gar nicht so abwegig, da die Kernkompetenzen von DJI auch bei Saugrobotern eine Rolle spielen – sprich: Motoren, Sensoren und Kameras.

Was für ein Design – und was für ein Schock

Drei verschiedene Versionen des DJI Romo sind erhältlich. Ich habe mir den Romo P angeschaut – alleine schon wegen des Designs. Denn der Roboter und die Basisstation gewähren tiefe Einblicke: Sie bestehen aus Polycarbonat, einem transparenten Kunststoff.

Durch das Gehäuse sehe ich einen Teil des Innenlebens.
Durch das Gehäuse sehe ich einen Teil des Innenlebens.

Das sieht unglaublich gut aus. Ja, das ist der schönste Saugroboter, den ich je gesehen habe. Ich würde ihn am liebsten zentral ins Wohnzimmer stellen und nicht irgendwo in der Ecke verstecken. Mich erinnert das Design an Nothing oder an Teenage Engineering

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EUR164,82

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Keine Angst, trotz transparenter Teile musst du dir deinen eigenen Staub nicht anschauen. Das Innenleben ist so verpackt, dass du weder Dreck noch Schmutzwasser siehst.

Bei der Installation der Basisstation stutze ich auf einmal. Da liegen zwei Kartuschen im Karton. DJI hat doch nicht etwa….? Nein! Doch! Ohh! Tatsächlich hat DJI keine Behälter für Reinigungsmittel eingebaut, sondern setzt auf zwei Kartuschen, die an Druckerpatronen erinnern. Diese sind zu happigen Konditionen erhältlich: 15 Franken für 400 Milliliter Bodenreiniger oder 200 Milliliter «Floor Deodorize». Das alles erinnert dann tatsächlich an die Billigdrucker, die mit teuren Tintenpatronen quersubventioniert werden.

Bei der Konkurrenz bekomme ich für denselben Preis einen Liter Reinigungslösung. Zudem sind die meisten Hersteller zumindest bei den Topmodellen vom Kartuschensystem weggekommen und setzen auf Tanks, die ich selbst befüllen kann. Ich kann also frei wählen, welches Mittel ich benutzen will, auch wenn der Hersteller immer das eigene empfiehlt.

In dieser Kartusche steckt das teure Reinigungsmittel.
In dieser Kartusche steckt das teure Reinigungsmittel.

Die Kartuschen sind so konstruiert, dass ich sie zwar aufschrauben, aber nicht selbst etwas nachfüllen kann. Immerhin: Der Roboter lässt sich auch nur mit Wasser nutzen, was ich früher oft gemacht habe und was bei häufiger Nutzung ok ist. Es riecht halt weniger sauber.

Installation und App: genau und übersichtlich

Dass DJI Erfahrung mit Apps und Elektronik hat, zeigt sich beim Installationsprozess. Die Verbindung zwischen Roboter, WLAN und App klappt ultraschnell. Und erstmals kann ich einen Roboter auf Wunsch mit dem modernen 5-GHz-Netzwerk verbinden. Alle anderen bisher getesteten Modelle haben – wie die meisten anderen Haushaltsgeräte mit Vernetzung – immer das ältere und langsamere 2.4-GHz-Band des WLAN-Routers verlangt oder zumindest ein gemischtes Netzwerk.

Direkt bei der Installation schlägt die Software vor, die «automatische Ladeanpassung» zu aktivieren. Damit wird der Roboter jeweils nur auf 80 Prozent der Akkukapazität geladen, was die Lebensdauer der Batterie verlängern soll. Eine gute Idee – aber nur bei Wohnungen unter 150 Quadratmetern. Denn wie sich im Test zeigt, kann ich mit der 80-Prozent-Ladung zwar 120 Quadratmeter reinigen, habe dann aber nur noch rund 20 Prozent Reserve. Falls ich gleich nochmals etwas putzen will, muss ich zuerst warten, bis der Akku wieder über 30 Prozent geladen ist. Immerhin: Ich kann das jederzeit in den Einstellungen wieder anpassen.

Beim ersten Aufstarten hat der DJI Romo elf Minuten, um die Wohnung zu kartieren. Das ist im Vergleich ein guter Wert.

Nach der Kartierung ist der Roboter nicht nur schnell, sondern auch sehr genau. Er hat die Zimmer sauber voneinander abgetrennt und zwei korrekt benannt. Ich muss nur noch die restlichen Räume mit der korrekten Bezeichnung versehen, dann kann ich die erste Reinigung starten.

Die App sieht gut aus, ist übersichtlich und schnell.
Die App sieht gut aus, ist übersichtlich und schnell.

Die App ist übrigens grafisch die schönste und übersichtlichste, die ich bisher getestet habe. Du siehst immer genau, was der Roboter gerade macht. Die Schaltflächen sind gross und klar beschrieben.

Eine Einschränkung gibt es: Die Karte mit der Wohnung ist jeweils erst nach einem Klick sichtbar. Es braucht also bei DJI – wie bei fast allen Konkurrenten – einen Schritt mehr, wenn du einzelne Räume oder Bereiche reinigen willst. Ich nutze diese Feature oft, weshalb mich der Extraklick nervt. Wenn du immer nur auf Knopfdruck die gesamte Wohnung reinigen willst, ist das natürlich kein Problem.

Reinigung: leise und gut

DJI setzt auf ein bewährtes Konzept. Der Roboter saugt laut Herstellerangaben mit 25 000 Pascal und hat zwei runde, sich drehende Mopps, um den Boden zu wischen. Sowohl die Bürste als auch ein Mopp kann der Romo zur Seite ausfahren, um Kanten und Ecken zu reinigen.

Das Ergebnis ist gut, aber nicht überragend. Staub und leichte Verunreinigung sind kein Problem. Bei angetrocknetem Schmutz sind neue Modelle mit Walze oder Rolle etwas besser. Insgesamt ist die Reinigung mit dem Dreame X50 Ultra Complete vergleichbar, der bereits seit einem Jahr auf dem Markt ist.

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Was auffällt: Der Roboter putzt insgesamt recht langsam. Und das, obwohl er schneller und präziser navigiert als viele andere. Er fährt standardmässig jede Viertelstunde zur Basisstation, um die Mopps zu reinigen. So braucht er fürs Saugen und Wischen pro Quadratmeter knapp zwei Minuten.

Erfreulich ist die zweigeteilte Bürste, die das Aufwickeln von Haaren verhindert. DJI liefert den Romo P übrigens gleich mit zwei unterschiedlichen Bürsten aus. Ich habe die normale getestet, die ganz aus Gummi besteht. Als Alternative gibt es noch eine mit Borsten, die bei Haaren noch besser funktionieren soll. In einem Haushalt mit zwei Katzen und zwei Menschen mit langen Haaren hat die Standardversion aber schon sehr gut funktioniert.

Die zweigeteilte Bürste verhindert, dass sich Haare verheddern.
Die zweigeteilte Bürste verhindert, dass sich Haare verheddern.

Der Roboter ist zusammen mit dem Roborock Saros 10 der leiseste, den ich bisher getestet habe. 57 Dezibel habe ich in einem Meter Abstand gemessen. Da die Geräuschkulisse nicht schrill, sondern eher brummend ist, kann ich gut im selben Raum etwas machen, während der Romo putzt.

In der Dockingstation werden die Mopps mit 60 Grad heissem Wasser gewaschen und danach getrocknet. Der Staubbeutel wird ebenfalls trocken gehalten und mit UV-Licht bestrahlt, was Milben, Bakterien und Keime bekämpfen soll.

Navigation: erstaunlich gut, aber nicht fehlerfrei

Dem Romo eilt der Ruf voraus, mit dem besten Sensorsystem der Branche unterwegs zu sein. Das ist schliesslich eine der Kernkompetenzen von DJI aus dem Drohnenbau. Für einen Test habe ich kleine Objekte in der Küche ausgelegt: ein Katzenball, ein Kugelschreiber, eine Wäscheklammer, zwei Spielkarten und ein murmelgrosser Watteball aus der Tischbombe von Silvester. Durchaus realistisch, dass so etwas bei mir mal rumliegt.

Tatsächlich erkennt der Roboter alle Hindernisse und umfährt sie elegant. Das ist erstaunlich, Gegenstände in der Grösse des Wattebälle haben andere Roboter jeweils weggeschoben (im besten Fall). Oder den Ball überrollt, der sich – im schlechtesten Fall – in der Bürste verklemmt hat.

Der Roboter erkennt auch kleinste Hindernisse, wie ich in der App sehen kann.
Der Roboter erkennt auch kleinste Hindernisse, wie ich in der App sehen kann.

Doch der Romo wird übermütig. Er versucht, möglichst nahe ans Hindernis zu putzen und erwischt mit den Seitenbürsten zuerst den Kugelschreiber, später auch die Spielkarten. Obwohl beide Hindernisse zuerst erkannt und umfahren wurden. Auf dem Rückweg schiebt der Roboter die Hindernisse dann direkt vors Gehäuse: Er wischt eine der Karten weg, der Kugelschreiber gerät unter die Räder.

Der DJI Romo fährt ums Katzenspielzeug herum.
Der DJI Romo fährt ums Katzenspielzeug herum.

Ohne Extremtest hat das Modell von DJI perfekt funktioniert. Es erkennt Kabel und alle Hindernisse zuverlässig, auf Wunsch gibt es Fotos der Gegenstände in der Cloud. Und die sind so scharf und so gut ausgeleuchtet wie bisher bei keinem anderen Saugroboter. Wichtiger ist: Der Romo P findet jederzeit seinen Weg, bleibt nirgendwo stecken und erledigt seine Aufgaben zuverlässig. Allerdings merke ich im Alltag keine grossen Unterschiede zu den Topmodellen von Dreame, Mova, Ecovacs oder Roborock. Auch die haben das drauf.

Grenzenlos gut sind die Sensoren und Kameras des DJI-Roboters leider nicht. Über den Klecks mit Barbecue-Sauce fährt der Romo knallhart drüber. Ich darf die Räder und die Bürste danach sauber machen. Bei solchen Flecken scheitern bisher alle Hersteller.

Das Gerät fährt über den Saucenklecks und verschmiert alles.
Das Gerät fährt über den Saucenklecks und verschmiert alles.

Der Roboter misst trotz Verzicht auf einen Lidar-Turm 98 Millimeter. Viele Konkurrenten mit Wischmopps messen ein bis zwei Zentimeter weniger und kommen so besser unter Möbel mit wenig Bodenfreiheit.

Ich messe einen Stromverbrauch pro Stunde von 1,6 Wh – im Stand-by-Betrieb, wenn der Roboter nichts macht und bereits voll geladen ist. Das ist im Vergleich mit der Konkurrenz ein guter Wert. Allerdings wäre ein Standby-Verbrauch von unter einem Watt wünschenswert und technisch möglich.

Deutlich höher ist der Stromverbrauch übrigens direkt nach dem Wischen, wenn die Mopps getrocknet werden. Dann zieht der Roboter während mehrerer Stunden rund 67 Watt.

Preis und Leistung: unerklärliche Differenzen

Über die offiziellen Preise von DJI sind viele erschrocken. Die unverbindliche Preisempfehlung für den DJI Romo P beträgt 1899 Euro. Damit gehört er zu den teuersten Modellen auf dem Markt. Bei einem solchen Preisschild erwarte ich in allen Bereichen ein Topgerät.

Das schöne Geräte ist ganz schön teuer.
Das schöne Geräte ist ganz schön teuer.

Das kann der Romo P nicht bieten. Navigation, Hindernisvermeidung, App und Design sind erstklassig. Andere Features fehlen ganz: Der Roboter kann nicht über höhere Schwellen klettern, stattdessen bietet DJI als Zubehör eine Rampe an. Der Romo kann die Mopps nicht abwerfen – auf das moderne und teurere System mit einer selbstreinigenden Walze oder Rolle verzichtet der Hersteller ganz. Und sowohl bei der Saugstärke als auch bei der Wasch- und Trocknungstemperatur in der Basisstation bieten einige Konkurrenten mehr.

Das ist sich der Hersteller offensichtlich bewusst und hat bereits kurz nach Verkaufsstart überall die Preise gesenkt. Auch bei uns im Shop ist er zum etwas späteren Schweizer Start deutlich günstiger erhältlich. Ein Preis um die 1000 Franken ist immer noch viel, insgesamt aber vertretbar.

Neben dem Romo P sind noch zwei andere Varianten erhältlich, die technisch sehr ähnlich sind.

DJI Romo A: Die Basisstation ist nicht transparent, sondern weiss. Zudem fehlen zwei Funktionen: Der Hersteller hat kein UV-Licht für den Staubbeutel eingebaut, der Slot für den «Floor Deodorizer» fehlt. Je nach Preisgestaltung ist das eine spannende Alternative, wenn das Design nicht so wichtig ist.

DJI Romo S: In dieser Variante fehlt die transparente Bauweise ganz, auch der Roboter hat ein weisses Gehäuse. Auf UV-Licht und «Floor Deodorizer» musst du ebenfalls verzichten, zusätzlich fehlt die zweite Bürstenvariante in der Schachtel. DJI hat in die günstigste Variante einen anderen Saugmotor eingebaut, der allerdings einen gleich starken Sog erreicht. Er braucht wohl mehr Akku und ist lauter. Da bleibt DJI leider sehr vage. Je nach Preisschild ist diese Variante durchaus interessant.

Fazit

Geglückter, aber nicht perfekter Einstand

Der erste Saugroboter von DJI setzt voll auf die bisher schon bekannten Stärken des Herstellers: präzise Sensoren, ausgezeichnete Software und ein schickes Design. Bei der Saug- und Wischleistung ist der Romo P gut, aktuelle Topmodelle der Konkurrenz sind aber teilweise noch etwas besser.

Wenn der Preis deutlich unter dem offiziellen Verkaufspreis von 1900 Franken liegt, dann ist der Haushaltshelfer von DJI eine gute Wahl. Vor allem, wenn der Roboter optisch etwas hermachen soll. Das transparente Gehäuse ist wirklich ein Hingucker. Eventuell sind aber die günstigeren, nur leicht abgespeckten Varianten Romo A und Romo S eine Alternative.

Pro

  • aussergewöhnliche Optik
  • leise und zielgenaue Navigation
  • überdurchschnittliche Hinderniserkennung
  • insgesamt gute Reinigungsleistung
  • schicke, schnelle und übersichtliche App

Contra

  • teure Kartuschen für Reinigungsmittel
  • Features wie Kletterfunktion fehlen
  • nicht das beste Wischsystem

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Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


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