Deine Daten. Deine Wahl.

Wenn du nur das Nötigste wählst, erfassen wir mit Cookies und ähnlichen Technologien Informationen zu deinem Gerät und deinem Nutzungsverhalten auf unserer Website. Diese brauchen wir, um dir bspw. ein sicheres Login und Basisfunktionen wie den Warenkorb zu ermöglichen.

Wenn du allem zustimmst, können wir diese Daten darüber hinaus nutzen, um dir personalisierte Angebote zu zeigen, unsere Webseite zu verbessern und gezielte Werbung auf unseren und anderen Webseiten oder Apps anzuzeigen. Dazu können bestimmte Daten auch an Dritte und Werbepartner weitergegeben werden.

Produkttest

Der Ecovacs Deebot X11 Omnicyclone putzt über zehn Stunden lang

Der Ecovacs Deebot X11 Omnicyclone putzt ausgezeichnet und kann Dinge, welche die meisten Roboter nicht beherrschen. Schade, dass der Hersteller nicht alle Details gleich gut umgesetzt hat.

Schon wieder ein Test eines neuen Saugroboters? Ja, dieses Review lohnt sich doppelt, denn Ecovacs hat beim Deebot X11 Omnicyclone zwei Features eingebaut, die es bei den meisten anderen Modellen nicht gibt. Einerseits verzichtet der Hersteller auf einen Staubbeutel in der Absaugstation. Andererseits soll die Schnellladetechnik dafür sorgen, dass du deutlich grössere Flächen auf einmal reinigen kannst. Klingt gut, aber funktioniert es auch wirklich? Darauf habe ich im Alltagstest besonderes Augenmerk gerichtet.

Endlich kein Staubbeutel mehr

Eigentlich erstaunlich: Die grösste Errungenschaft in der Staubsauger-Entwicklung hat bei den Saugrobotern noch kaum Einzug gehalten. Heute kommen fast alle Akkusauger ohne Staubbeutel aus. In den Basisstationen der Saugroboter dagegen sind jedoch nach wie vor Beutel zu finden.

Beim Deebot X11 Omnicyclone ist das anders. Staub und Dreck werden vom Roboter in einen runden Behälter gesaugt. Dieser wird direkt in den Abfall entleert. Im Alltag muss ich das alle drei bis vier Wochen machen. Also etwas öfter, als dass ich bei anderen Modellen den Staubbeutel ersetze. Im Beutel wird der Schmutz wahrscheinlich stärker komprimiert.

In diesem Behälter wird der Staub gesammelt.
In diesem Behälter wird der Staub gesammelt.

Das Leeren des Zylinders ist leider mühsamer als nötig. Ich kann auf Knopfdruck eine Klappe öffnen und den Staub auskippen. Mehrmals während des Tests ist aber ein Teil des Schmutzes stecken geblieben, sodass ich alles auseinanderbauen musste. Das ist zum Glück gut möglich, auch um den Behälter auszuwaschen. Staubsaugerhersteller wie Dyson, Samsung oder Dreame haben aber deutlich komfortablere Systeme, um den Staub einfach und ohne Sauerei aus dem Behälter zu befördern.

Zur Reinigung muss ich den Behälter öfter als geplant auseinandernehmen.
Zur Reinigung muss ich den Behälter öfter als geplant auseinandernehmen.

Zu beachten ist: Für Allergikerinnen und Allergiker ist es alles andere als ideal, wenn sie den Schmutz offen über dem Abfallkübel ausleeren müssen.

Lange Akkulaufzeit dank schnellem Laden

1000 Quadratmeter soll das Testgerät am Stück reinigen können. Das verspricht jedenfalls der Hersteller. Für eine lange Laufzeit sorgt nicht etwa ein riesiger Akku, sondern eine Schnellladefunktion. Der Roboter soll sechs Prozent Akkulaufzeit in drei Minuten laden können. Und zwar immer dann, wenn er routinemässig an der Basisstation andockt.

Da meine Wohnung ein bisschen kleiner ist als 1000 Quadratmeter, lasse ich den Roboter einfach mehrmals hintereinander laufen. Und tatsächlich hat er problemlos rund zehn Stunden am Stück gesaugt und gewischt, ohne dass der Akkustand je unter 50 Prozent gefallen ist. Die Schnellladung ermöglicht also tatsächlich eine grössere Reichweite als bei allen anderen bisher getesteten Modellen.

Dank kurzer Ladepausen putzt der Ecovacs stundenlang.
Dank kurzer Ladepausen putzt der Ecovacs stundenlang.

Das Konzept hat jedoch auch eine Kehrseite. Im Standardmodus dauert die Reinigung sehr lange, weil der X11 oft an die Basisstation fährt, dort den Schmutz absaugt und die Wischrolle zwischendurch reinigt. Ich messe rund zwei Minuten Zeitbedarf pro Quadratmeter. Das ist fast doppelt so lange wie der Ecovacs Deebot X9 Pro Omni, den ich im Sommer getestet habe und der sehr ähnliche Reinigungsresultate erzielte. Richtig schnelle Saugroboter schaffen sogar mehr als einen Quadratmeter pro Minute.

  • Produkttest

    Saugroboter mit Walze statt Mopp – was bringt das?

    von Lorenz Keller

Bei einer normalen 4,5-Zimmer-Wohnung mit 120 Quadratmetern brauche ich die PowerBoost-Aufladung nicht. Eine Akkuladung würde problemlos für die Reinigung ausreichen. Deaktivieren kann ich die Funktion aber nicht. Wenn der Roboter mit weniger Kurzpausen putzen soll, muss ich die Parameter manuell in den Einstellungen ändern. Einfacher wäre es, ich könnte auf Knopfdruck die PowerBoost-Aufladung deaktivieren.

Eine weitere Schwäche des Konzepts: Will ich den Boden feucht wischen, dann braucht das viel Wasser. Einerseits für den Boden an sich, andererseits für die Reinigung der Rolle in der Basisstation. Der Frischwassertank reicht meiner Erfahrung nach in den Standardeinstellungen für 150 bis 200 Quadratmeter Putzfläche, danach ist er leer. Einen Grossteil der 1000 Quadratmeter kann ich daher nur saugen, nicht mit der Rolle wischen.

Installation: viel Nachbearbeitung, viele Einstellmöglichkeiten

Gleich zwei Firmware-Updates muss ich laden, bis ich richtig loslegen kann. Das dauert leider ein bisschen. Sonst ist die Installation kinderleicht. App installieren, Account eröffnen, QR-Code auf dem Roboter einscannen – und schon ist das Gerät mit dem WLAN verbunden und einsatzbereit.

Das Scannen der Wohnung dauert 18 Minuten – damit braucht der Ecovacs Deebot X11 Omnicyclone länger als viele Konkurrenz-Modelle und auch länger als der Vorgänger X9 Pro Omni.

Die erstellte Karte braucht noch Nachbearbeitung – mehr als bei vielen anderen Modellen. Denn der Roboter hat zwei nebeneinanderliegende Badezimmer zu einem Raum verbunden und auch gleich den Flur dazugenommen. Das muss ich nun von Hand auftrennen, was nicht so einfach ist, da ich in der schematischen Darstellung der Karte die Wand zwischen Bad und Dusche kaum erkenne. Das ist bei anderen Saugrobotern besser gelöst.

Die Darstellung der Zimmer ist schematisch, die Erstellung der Karte braucht mehr Zeit als bei der Konkurrenz.
Die Darstellung der Zimmer ist schematisch, die Erstellung der Karte braucht mehr Zeit als bei der Konkurrenz.

Immerhin: Ich muss das nur einmal bei der ersten Installation erledigen, danach ist die Karte gespeichert. Wo und wie, das kannst du in der Übersicht zu Datenschutz und Privatsphäre nachlesen.

  • Hintergrund

    Ohne WLAN und App können Saugroboter fast nichts

    von Lorenz Keller

Auffällig ist, dass ich sofort mit der ersten Reinigungsfahrt loslegen kann. Es gibt keinen Assistenten, der verschiedene Einstellungsmöglichkeiten abfragt. Dabei bietet die App enorm viele Möglichkeiten zur Individualisierung, diese muss ich aber selbst in den Einstellungen suchen.

Wie vielfältig die Möglichkeiten sind, will ich hier am Beispiel der Teppiche erklären. Ich stelle ein, ob der Deebot sie nur saugen, nur zur Durchfahrt nutzen oder gar als Sperrzone betrachten soll. Dann wähle ich, ob das System Teppiche stärker saugt als Böden und ob es das zuerst erledigen soll, bevor die restliche Reinigung gestartet wird. Ich kann auch auswählen, dass Teppiche im Zickzackmuster und damit viel feiner gereinigt werden.

Wer will, kann in den Einstellungen unzählige Parameter verändern.
Wer will, kann in den Einstellungen unzählige Parameter verändern.

Reinigungsleistung: souverän sauber

Die Reinigungsleistung erinnert stark an den Deebot X9 Pro Omni, den ich im August 2025 getestet habe. Die Saugleistung des X11 mag auf dem Papier etwas höher sein – einen grossen Unterschied habe ich auf dem Boden jedoch nicht festgestellt.

Das ist auch eine gute Nachricht. Denn ich war bereits beim X9 zufrieden mit der Reinigungsleistung. Bei regelmässiger Nutzung muss ich alle Bereiche, die der Roboter erreicht, kaum mehr nachputzen. Und das trotz Haustieren.

Mit langen Haaren hat das Gerät keine Probleme. Auch nach mehreren Wochen haben sich keine Haare in der Bürste verfangen. Der Anti-Tangling-Mechanismus funktioniert perfekt.

So sieht die Bürste nach über einem Monat aus: Haare haben sich keine darin verfangen.
So sieht die Bürste nach über einem Monat aus: Haare haben sich keine darin verfangen.

Wunder darfst du trotzdem nicht erwarten: Eingetrocknete Flecken oder grosse Mengen an Schmutz kann der Roboter nicht so einfach wegputzen. Der X11 erkennt diese Problembereiche nicht zuverlässig und putzt sie nur mehrmals, wenn du das über die App so befiehlst. Doch damit ist der X11 keine Ausnahme – das ist derzeit bei Saugrobotern noch die Regel.

Zwei Features fehlen dem X11 im Vergleich zu anderen Topmodellen. Saugt er Teppiche, kann die Rolle nicht abgedeckt werden. Bei langen Fasern kann es also sein, dass der feuchte Mopp damit in Berührung kommt. Diese Schwäche hat auch der Hersteller erkannt. Der Nachfolger X12, der soeben auf der Techmesse CES angekündigt wurde, hat ein herausfahrbares Cover für die Rolle.

  • News & Trends

    Saugroboter versprühen Duft und weichen Flecken ein

    von Lorenz Keller

Der Roboter kann zudem nicht richtig klettern. Er hat zwar Gummireifen mit viel Profil und Grip, doch das reicht laut Hersteller nur für Schwellen bis 2,4 Zentimeter. Die Konkurrenz schafft doppelt so viel. Im Test hat sich der X11 über die 1,8-Zentimeter-Schwelle gewuchtet – jene mit 2,8 Zentimetern hat er nicht einmal versucht.

Über eine knapp zwei Zentimeter hohe Schwelle wuchtet sich der Roboter problemlos.
Über eine knapp zwei Zentimeter hohe Schwelle wuchtet sich der Roboter problemlos.

Wie gross ist der Standby-Verbrauch?

Inspiriert vom sonst nicht überzeugenden Kassensturz-Test messe ich seit kurzem den Standby-Verbrauch. Der soll bei den Saugrobotern viel zu hoch sein. Ich selbst habe erst zwei Messwerte erhoben.

  • Hintergrund

    Dieser Saugroboter-Test ist peinlich, Kassensturz!

    von Lorenz Keller

Der Ecovacs Deebot X11 Omnicyclone verbraucht im Standby-Betrieb 1,5 Wh pro Stunde. Das sind rund 13,1 kWh im Jahr, was beim Schweizer Strompreis von 0.25 Franken pro kWh 3.30 Franken wären. Den Standby-Betrieb habe ich über eine längere Zeitdauer gemessen – und erst ab dem Zeitpunkt, an dem die Basisstation keine Aktivität mehr verzeichnet.

Das ist wichtig, weil der Roboter direkt nach der Reinigung während mehrerer Stunden deutlich mehr Strom braucht. Und zwar 59 Wh pro Stunde. Das liegt daran, dass der Deebot die Rolle mit heissem Wasser wäscht und danach auch noch mit heisser Luft trocknet.

Der Ecovacs ist im Standby-Verbrauch sparsamer als der iRobot Roomba Max 705. Während der Reinigungsphase verbraucht er allerdings 9 Wh pro Stunde mehr.

Fazit

Vielversprechend, aber nicht ganz perfekt

Ecovacs hat den Deebot X11 Omnicyclone mit zwei spannenden neuen Features ausgerüstet. Er lädt schnell und verlängert so die Laufzeit massiv. Zudem kommt die Basisstation ohne Staubbeutel aus. Beides ist leider nicht ganz perfekt umgesetzt.

Die Hauptfunktion verrichtet der X11 mit grosser Zuverlässigkeit: Er saugt und wischt sauber, und zudem lässt er sich über die App problemlos navigieren. Insgesamt liefert er die Leistung, die von einem Topmodell erwartet werden kann.

Dass Ecovacs so kurz nach dem Marktstart schon einen Nachfolger angekündigt hat, irritiert zwar etwas. Der Vorteil ist, dass das aktuelle Modell bereits zu deutlich besseren Konditionen erhältlich ist.

Pro

  • fairer Preis
  • sehr gute Reinigungsleistung
  • ausgesprochen lange Laufzeit ohne echte Pause
  • kein Staubbeutel nötig
  • zuverlässige Navigation

Contra

  • Zusatzfeatures mit Raum für Verbesserungen
  • mühsame Kartenerstellung
  • zwei Features fehlen (Kletterfunktion, Mopp-Abdeckung)

1 Person gefällt dieser Artikel.


User Avatar
User Avatar

Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.


Produkttest

Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.

Alle anzeigen

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

  • Produkttest

    Saugroboter mit Walze statt Mopp – was bringt das?

    von Lorenz Keller

  • Produkttest

    Roomba Max 705 im Alltagstest: gute Idee, schwache Umsetzung

    von Lorenz Keller

  • Produkttest

    Roborock Saros Z70: Was taugt der erste Saugroboter mit Greifarm?

    von Lorenz Keller

Kommentare

Avatar