
Ein Selbstläufer von Tesla: Das Balance Bike ist sofort ausverkauft
Tesla-Fans wünschen sich schon lange ein E-Bike. Nun bekommen sie ein futuristisches Laufrad für Kleinkinder, das dem Design Sicherheitsfeatures opfert – und kaufen sofort das Lager leer.
Seit Elon Musk 2018 in einem Podcast über ein mögliches E-Bike geraunt hatte, wartet seine Fangemeinde darauf. Stattdessen ist auf Teslas Webseite nun ein Laufrad für Kinder von zwei bis fünf Jahren aufgetaucht. Zum Preis von 225 Dollar war es schon nach wenigen Stunden ausverkauft. In welcher Stückzahl es angeboten wurde, ist allerdings nicht bekannt. Momentan können sich Interessierte auf die Warteliste eintragen und dürfen auf eine Lieferung im August hoffen. Oder sie schlagen einfach auf dem Zweitmarkt zu, die ersten Schnäppchen sind bereits auf eBay zu finden.

Quelle: Screenshot eBay
Echten Fans ist egal, dass die Informationen zum Produkt recht sparsam gehalten sind. Nicht einmal das Gewicht des Laufrads ist auf der Webseite angegeben. Es ist lediglich von einem leichten Magnesiumrahmen die Rede, der für Kinder ab einer Innenbeinlänge von 35 Zentimetern geeignet ist. Durch den in fünf Stufen nach oben und hinten versetzbaren Sattel wächst das Laufrad mit – so kann der Nachwuchs bis zu einer Grösse von ungefähr 1,20 Metern oder einem Gewicht von 35 Kilogramm das Markenlogo spazieren fahren.
Was dem Design zum Opfer fällt
Optisch ist das Zwergen-Bike, wie von Tesla gewohnt, clean unterwegs. Trotz hochwertiger Materialien fehlen einige Features, die bei auf Kinderprodukte spezialisierten Herstellern wie Woom oder Puky in der Regel zu finden sind.

Quelle: Tesla
Der für kleine Hände recht wuchtig wirkende Lenker verzichtet an den Enden auf jene als Prallschutzkappen bekannten Knubbel, die die Finger vor schmerzhaften Schrammen an der nächsten Mauer schützen, das seitliche Abrutschen und bei Stürzen Pfählungsverletzungen verhindern. Ein Lenkeinschlagsbegrenzer, der das Querstellen oder komplette Verdrehen verhindert, scheint ebenfalls nicht vorhanden zu sein – zudem fehlt eine Bremse. Zum Aufsteigen müssen die Kinder ein Bein vergleichsweise hoch über die silberne Aussenverkleidung schwingen.
Während die meisten Hersteller auf abgerundete Formen setzen, bleibt Tesla bei der Cybertruck-Ästhetik: Die kantige Sitzfläche geht in ein ebenso kantiges wie breites Heck über, auf dem das Markenlogo prangt. Die schwarzen Felgen im Zwei-Speichen-Design sind minimalistisch schick, auf Reifen mit reflektierenden Streifen, wie sie zum Beispiel bei Woom Standard sind, verzichtet Tesla.

Quelle: Tesla
Bei kleinen 12-Zoll-Rädern sind abgewinkelte Autoventile hilfreich, um sie mit jeder Pumpe erreichen zu können. Beim Balance Bike von Tesla sind sie gerade, scheinen aber durch das spezielle Design zumindest halbwegs zugänglich zu sein. Ebenfalls wichtig für Eltern ist die Frage, wie gut sich so ein Fahrzeug tragen lässt. Andere Hersteller lassen sich dazu etwas einfallen, bieten Modelle mit Griffmulden am Schwerpunkt, Tragegurten oder arretierbarem Lenker an, damit dieser beim Laufen nicht gegen das Schienbein schlägt.
Tesla bleibt puristisch und vermarktet das Laufrad eher als kofferraumtaugliches Accessoire zum Auto – die erste Charge wurde exklusiv für Fahrzeugbesitzerinnen und -besitzer freigeschaltet. Das Balance Bike ergänzt den Fuhrpark und gesellt sich zum Cyberquad und Cybertruck for Kids. Man kann nie früh genug damit beginnen, die Kinder an die Marke zu binden.

Quelle: Tesla
Autonomes Fahren für die Kleinsten – bald auch bei uns?
Mit dem Balance Bike heisst es für die Kleinsten: Aufsteigen und autonom fahren, so weit das Gleichgewicht sie trägt. Die Eltern fallen als Fahrassistenten aus. Auf dem Gehäuse des Laufrads prangen die Worte «Zero Emissions» – was bis auf womöglich etwas Angstschweiss bei den Eltern stimmt.
Ob und wann auch Europäerinnen und Europäer hinter ihrem Tesla fahrenden Nachwuchs herflitzen dürfen, ist noch nicht bekannt. Immerhin ist die Anleitung bereits in diverse Sprachen übersetzt und aufmerksame Beobachter weisen auf das vorhandene CE-Zeichen hin. Es spricht also nichts dagegen. Diesen Markt muss Tesla nicht revolutionieren. Obwohl bei Teslas erstem Bike Motor, Software und Innovationen fehlen, ist es offensichtlich trotzdem: ein Selbstläufer.
Einfacher Schreiber, zweifacher Papi. Ist gerne in Bewegung, hangelt sich durch den Familienalltag, jongliert mit mehreren Bällen und lässt ab und zu etwas fallen. Einen Ball. Oder eine Bemerkung. Oder beides.
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