
Endlich herrscht Stillstand bei den Saugrobotern
Die Luft ist raus bei Roborock, Dreame, Narwal und Co.. Die Saugroboter-Hersteller zeigen auf der Techmesse IFA kaum neue Features, sondern entwickeln Bestehendes weiter. Und das ist gut für dich.
Irgendwann musste es so kommen. In den vergangenen Jahren haben die grossen Hersteller von Saugrobotern alle sechs Monate neue Geräte auf den Markt geschossen und ihnen immer mehr Fähigkeiten spendiert. Plötzlich konnten die Sauger auch wischen, reinigten die Mopps selbstständig, erkannten Kabel und Hindernisse, kletterten über Schwellen und reinigten Walzen und Rollen laufend direkt im Roboter.
Dass sich dieses Innovationstempo auf Dauer nicht halten lässt, ist klar. Nun scheint der Peak erreicht, die Kurve der neuen Features flacht ab. So jedenfalls mein Eindruck, den ich auf der Techmesse IFA bekomme.

Evolution statt Revolution
Keiner der Hersteller hat seine neuen Modelle mit einer Fähigkeit ausgestattet, die grundlegend etwas ändert. Stattdessen verbessern sie die Saugkraft, die Hinderniserkennung oder die Präzision bei der Navigation. Wenn es News gibt, dann sind es meist Erweiterungen von bestehenden Features. Etwa bei Dreame die Rolle, die neu nicht nur mit warmem Wasser aufnimmt, sondern den Boden auch noch mit Dampf besprüht. Oder bei DJI die Software, die nun auch ohne WLAN und Internet läuft.
Dabei arbeiten die Hersteller schon seit Jahren an ganz neuen Features. Roborock und Dreame zeigen auf der IFA einen Saugroboter, der Treppen steigen kann. Eine Premiere ist das aber nicht: Dreame hatte das Modell schon vor einem Jahr dabei, Roborock hat es im Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Marktreif sind die Produkte offensichtlich nicht; beide Hersteller haben noch kein konkretes Datum für den Verkaufsstart bekannt gegeben. Vielleicht liegt das an den Kosten, vielleicht aber auch an der technischen Komplexität. Treppen sind sehr unterschiedlich gebaut. Scheitert der Roboter bei einem Teil der Haushalte beim Klettern, ist das eine Katastrophe. Hämische Tiktok-Fail-Videos inklusive.

Der Roboter mit Arm ist arm dran
Dreame zeigt auf der Messe ein zweites Konzept, ebenfalls nicht zum ersten Mal. Der Sauger hat einen Multifunktionsarm, der Objekte wegtragen, aber auch in Lücken saugen und wischen kann. Auch hier braucht es offensichtlich noch viel Entwicklungsarbeit. So langsam und unpräzise, wie die Demoroboter auf der Messe die Arbeit erledigt haben, darf das im echten Leben dann nicht funktionieren.
Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist der Stillstand aber gar kein Nachteil. Einerseits fällt viel FOMO («Fear of missing out») weg. Kommen nicht zwei Mal pro Jahr neue Topmodelle auf den Markt, hat auch niemand das Gefühl, sein sechs Monate alter Robby sei schon wieder veraltet. Andererseits konzentrieren sich die Hersteller auf die Verbesserung der bestehenden Features. Sie optimieren Bürsten, Mopps und Rollen, um Ecken und Kanten perfekt zu reinigen und verbessern die Hinderniserkennung, sodass die Sensoren auch kleinste Teile oder transparentes Glas und Plastik erkennen. Also Dinge, die im Alltag etwas bringen und die Putzleistung verbessern.
Gadgets sind meine Passion – egal ob man sie für Homeoffice, Haushalt, Smart Home, Sport oder Vergnügen braucht. Oder natürlich auch fürs grosse Hobby neben der Familie, nämlich fürs Angeln.
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