
EU knöpft sich Aliexpress vor: 550 Millionen Euro Busse
Illegale Produkte, schlampige Kontrollen und keine Sanktionen gegen fehlbare Händler. Jetzt hat die EU genug: Aliexpress kommt an die Kasse.
Aliexpress muss tief in die Tasche greifen. Die EU-Kommission hat nach längerer Untersuchung eine Busse von 550 Millionen Euro gegen den Shop verhängt. Aliexpress hat gleich in mehrfacher Hinsicht gegen den Digital Services Act verstossen und trotz mehrmaliger anderslautender Versprechen keine ausreichenden Verbesserungen vorgenommen.
Was hat Aliexpress getan?
Aliexpress fällt unter die Kategorie VLOP (very large online platform) und hat deshalb eine Reihe besonderer Pflichten, die Kundinnen und Kunden aus der Europäischen Union schützen soll. Dies hat der chinesische Shop gemäss EU-Kommission nicht oder zu wenig gut gemacht. Konkret bemängelt die Behörde folgende Punkte:
- Drittanbieter haben auf Aliexpress illegale Ware verkauft und wurden dafür gar nicht oder zu wenig streng bestraft.
- Das Angebot im Shop wird zu wenig gut überwacht und von illegalen Produkten befreit. Die EU macht dafür den Personalmangel verantwortlich.
- Die besagten Artikel wurden den Kundinnen und Kunden wiederholt vom Algorithmus angezeigt oder sogar aktiv beworben, bevor Aliexpress diese entfernt hatte.
- Bei Kontrollen durch die EU wurden wiederholt grössere Mengen gefälschter Markenprodukte – Shirts, Schuhe oder ungetestetes Kinderspielzeug – ausgeliefert.

Quelle: nordicevs.no
Dies gefährde die Kundschaft und benachteilige Firmen wirtschaftlich, die sich an die Regeln halten.
Höchste DSA-Strafe bisher
550 Millionen Euro muss Aliexpress zahlen. Das ist die höchste Strafe, die anlässlich des Digital Services Acts bisher ausgesprochen wurde. Dennoch ist sie deutlich tiefer, als sie theoretisch sein könnte. Bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des gesamten Alibaba-Konzerns wären möglich gewesen. Das wären rund sieben Milliarden Euro. Kürzlich wurde auch Temu gebüsst. Dort waren es 200 Millionen Euro.
Bis zum 20. Oktober muss Aliexpress der Kommission einen Plan vorlegen, der zeigt, wie das Unternehmen die DSA-Vorgaben künftig einhalten will. Wird dies akzeptiert, gibt es eine Frist für deren Umsetzung. Ansonsten gibt es weitere Bussen. Derweil hat Aliexpress angekündigt, diesen Entscheid nicht akzeptieren zu wollen. Die Busse sei unverhältnismässig hoch. Das Unternehmen will rechtlich gegen die Entscheidung vorgehen.
Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.
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