
«Fangtopia»: Halloween-Spiel ohne allzu viel Grusel
Wenn es draußen ungemütlich und kalt wird, kommt ein cozy Legespiel wie «Fangtopia» im Herbst gerade recht. Darin gibt es Werwölfe, wackelnde Türme und UFOs, aber keine Gruselstimmung.
Das Spielprinzip von «Fangtopia» ist schnell erklärt und vielen Fans des Genres durch Spiele wie «Dorfromantik» bereits bekannt. Ich setze kleine Plättchen mit bestimmten Attributen zusammen, um möglichst viele Punkte zu erhalten. Dabei verbinde ich Baumfelder zu Wäldern und einzelne Häuser zu florierenden Städten. So entsteht mit jedem Spieldurchlauf eine neue Welt, die ich nach meinem Geschmack zusammenstecke.
Es gibt sechs verschiedene Arten von Feldern im Spiel: Steppe, Städte, Berge, Wälder, Schienen und Flüsse. Sie erscheinen entweder allein oder in Kombination mit einer zweiten Kategorie. Ein Schienenteil kann beispielsweise zur Hälfte aus Bergen bestehen, was dem Spiel mehr Tiefe verleiht. Beim Zusammensetzen gibt es kein falsches Vorgehen und kein «Game Over». Je besser meine Teile zusammenpassen, desto höher ist meine Punktzahl.

Gruselige Kreaturen sorgen für Leben
Für Extrapunkte absolviere ich kleine Quests. Manchmal sind Flüsse über eine bestimmte Spielfeldlänge gefragt, an anderer Stelle sollen Felder direkt an eine Eisenbahnlinie grenzen. Mit den zusätzlichen Punkten klettere ich auf dem Leaderboard weiter nach oben.
Beim Erreichen der geforderten Punktzahl wird ein neuer Bewohner für die Gruselwelt freigeschaltet. Der «Jaulende Yeti», das «Unfassliche UFO» und ihre Freunde bringen etwas Leben auf die Insel und werden wie normale Bauteile auf dem Spielfeld platziert. Kreaturen mit einfachen Freischaltbedingungen erscheinen zum Teil mehrfach pro Spieldurchlauf, was ein wenig dröge wirkt.
Die Viecher bewegen sich in einem kleinen Radius umher und machen gruselige Geräusche, die auf dem Spielfeld zusätzlich visualisiert werden («Zzzzz»). So ertönt etwa das Jaulen des Werwolfs nach seiner Platzierung in unregelmäßigen Abständen über der schaurigen Hintergrundmusik.
ASMR-Liebhaber kommen mit dem «Silent Mode» auf ihre Kosten, denn die Hintergrundmusik wird dabei stumm geschaltet. So kommen die knackenden und knirschenden Geräusche der Welt, etwa beim Setzen der einzelnen Felder, besonders zur Geltung.

Süßer «Cozy Spooky»-Look
Das Highlight von «Fangtopia» ist neben dem entschleunigten Spielprinzip die wunderschöne Welt, die ich mit jedem gesetzten Teil erweitere. Durch ein Plättchen wird aus einem einzelnen Berg plötzlich ein kleines Gebirge mit angrenzendem See oder Wald. Zu sehen, wie meine Gruselinsel mit jedem Zug wächst, macht wirklich Spaß.
Während es in den Wäldern eher dunkel ist, leuchten die Fenster der Häuser in sanftem Licht und in den zusammengesetzten Städten brennen Fackeln sowie andere Lichtquellen. Ich kann eine harmonische Welt bauen – oder ich lasse eine Schiene im Nirgendwo enden. Ohne den Druck eines «Game Overs» kann ich frei experimentieren und meine Welt ganz nach Lust und Laune gestalten.

Drei Spielmodi, die sich zu ähnlich sind
«Fangtopia» bietet drei Spielmodi, die sich jedoch nicht allzu sehr voneinander unterscheiden. Im «Fangtopia»-Modus baue ich Stück für Stück meine eigene Gruselwelt zusammen. Das ist die klassische Variante ohne Gameplay-Extras.
Im «Ghoul»-Modus baue ich meine Gruselwelt zusätzlich mit Flüssen und Seen aus. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, die nächsten zwei Puzzleteile zu tauschen. So mache ich viele Punkte, auch wenn das nächste Teil gerade nicht passt.
Der «Insel»-Modus wirbt damit, dass auf der Map Inseln auftauchen, die es über Bahnschienen mit dem Rest meiner Welt zu verbinden gilt. Das ist in ähnlicher Form in beiden anderen Spielmodi ebenfalls möglich. Deshalb ist mir nicht klar, wozu es diese Spielvariante separat gibt.
Sammlerstücke mit viel Humor
Zwischendurch schaue ich mir im Sammelalbum freistehende 3D-Modelle der Felder an, die ich im Laufe des Spiels freigeschaltet habe. Das ist eines meiner persönlichen Highlights, denn die Puzzlefelder stecken voller Details, die es zu entdecken lohnt. Toll sind auch die humorvollen Namen der Teile. Das «torkelnde Türmchen» oder der «fluchende Pflug» bringen mich immer wieder zum Schmunzeln.

«Fangtopia» ist erhältlich für PS5, Switch 2 und PC. Secret Mode hat mir die PS5-Version zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.
«Fangtopia» ist atmosphärisch gestaltet, aber weit weg von angsteinflößend. Wenn du nach einem wirklich gruseligen Spiel für die Halloween-Zeit suchst, ist dieser Beitrag über die 20 besten Horror-Games für den Herbst genau dein Ding:
Fazit
Kurzweiliges Puzzlegame im herbstlichen Look für zwischendurch
«Fangtopia» ist ein Spiel zum Entspannen. Zwischen lauten Horrorgames wie «Resident Evil Requiem», «The Sinking City 2» oder «Halloween» ist das cozy Legespiel von Secret Mode eine leise Auszeit. Für besonders stillen Spielspaß sorgt der ASMR-Mode.
Die drei verschiedenen Spielmodi sollen Variation ins Gameplay bringen, unterscheiden sich aber zu wenig voneinander. Das zieht das Spiel unnötig auseinander. Es gibt weder eine Hintergrundgeschichte noch Charaktere oder richtige Missionen zu erfüllen. Ich setze mich einfach vor den Bildschirm und baue eine kleine Horrorwelt zusammen, die mehr Abwechslung in Form von zusätzlichen Kreaturen gebrauchen könnte.
Wer den Look von Halloween mag, aber zu viel Angst bei Horrorspielen hat, kann mit «Fangtopia» Spaß haben. Es ist ein gutes Herbstspiel, um kurz vom stressigen Alltag runterzukommen. Die einzelnen Runden sind in fünfzehn bis dreißig Minuten abgeschlossen und perfekt für eine Partie zwischendurch.
Pro
- entschleunigendes Gameplay
- extra ASMR-Modus für noch mehr Entspannung
- detailreich gestaltete Welt mit schaurigen Vibes
- kurze Spielrunden, perfekt für Zwischendurch
Contra
- keine Story oder richtige Missionen abseits der Punktemechanik
- zu wenig freischaltbare Kreaturen
- nur drei Spielmodi, die sich kaum voneinander unterscheiden
Ich hatte als Kind weder einen Gameboy noch einen Super Nintendo. Darum stieg ich erst mit fünfzehn Jahren in die Welt des Gamings ein. Seither versuche ich, den Rückstand mit allen Mitteln gutzumachen. Schaue ich mir die jährlich steigende Zahl der Game-Releases an, scheint sich aber die gesamte Branche gegen mich verschworen zu haben.
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