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Arnaud Ricci
News & Trends

Genf per Prompt: Entwickler lässt den ganzen Kanton als 3D-Live-Karte nachbauen

Debora Pape
21/10/2026

Mit Unterstützung von 15 KI-Agenten hat der Schweizer Entwickler Arnaud Ricci den Kanton Genf dreidimensional im Browser zum Leben erweckt – inklusive Echtzeit-Wetter, Live-Verkehr und historischen Detailansichten.

Manchmal arten kleine Hobby-Projekte ein bisschen aus und werden ungeplant immer umfangreicher. Und auf einmal hast du ein dreidimensionales Abbild des Schweizer Kantons Genf inklusive live dargestelltem Wetter, öffentlichen Verkehrsmitteln und aktuell laufenden Veranstaltungen geschaffen. Ungefähr so entstand das Projekt Geneva 3D des Entwicklers Arnaud Ricci. Die dreidimensionale Live-Ansicht von Genf kannst du im Browser aufrufen.

Eigentlich wollte Ricci nur das Netz der Genfer Verkehrsbetriebe darstellen, doch nach dem Start im Juli 2026 kam immer mehr dazu. Für die integrierten Live-Daten nutzt er öffentlich verfügbare Informationen von mehr als 15 Institutionen, darunter von MeteoSchweiz, weiteren Bundesbehörden sowie der NASA. Die aufbereiteten Daten lassen sich in der Kartenansicht einblenden. Zu sehen sind unter anderem Vegetation, Straßenlaternen, ein echtzeitbasierter Tag-Nacht-Wechsel, ein Wetter-Layer mit Regentropfen bei Regen sowie aktuelle Temperaturwerte der Messstationen.

Die sichtbaren Fahrzeugpositionen beruhen nicht vollständig auf GPS-Daten, sondern werden teilweise aus Fahrplandaten und Echtzeitinformationen berechnet. Ähnlich funktioniert die Darstellung des Straßenverkehrs: Ricci nutzt dafür Daten offizieller Zählstellen, auf deren Grundlage die Software fiktive Fahrzeuge simuliert. Dabei wird auch berücksichtigt, dass nachts und an Feiertagen weniger LKW unterwegs sind.

Die Fahrzeuge auf den Straßen sind simuliert, basieren aber auf echten Verkehrswerten.
Die Fahrzeuge auf den Straßen sind simuliert, basieren aber auf echten Verkehrswerten.
Quelle: Arnaud Ricci

Schnelle Umsetzung mithilfe von KI

Dass sich ein solches Projekt in der Freizeit von einer einzigen Person innerhalb so kurzer Zeit realisieren lässt, ist nur durch KI möglich. Ricci hat Geneva 3D also nicht von Hand programmiert, sondern bis zu 15 Agenten, die hauptsächlich auf den Claude-Modellen von Anthropic basieren, mit den Arbeiten beauftragt. Er kommunizierte dazu mit einem Hauptagenten, der die anfallenden Aufgaben an die anderen Agenten delegierte.

Im «ICTJournal» ist mehr über die Entstehung von Geneva 3D zu lesen. Ricci schätzt, dass die Realisierung des Projekts ohne agentische Hilfe zwei bis drei Jahre gedauert hätte.

Die Agenten übernahmen demnach den größten Teil der Fleißarbeit, während Ricci sich auf Architektur, Koordination und Qualitätskontrolle konzentrierte. Vor allem bei der Entwicklung der visuellen Darstellung stießen die Agenten an ihre Grenzen, berichtet er. Da sie diese nicht direkt beurteilen können, ließ Ricci sie Screenshots aufnehmen und analysieren. Bei den Echtzeitanimationen führte das jedoch teilweise zu Problemen. Manuelle Nacharbeiten waren etwa bei Schattenwürfen von dreidimensionalen Objekten nötig.

Die 3D-Darstellung im Browser basiert auf der JavaScript-Bibliothek Three.js. Dadurch lässt sich Geneva 3D auf vielen Geräten darstellen, ohne dass du dafür eine spezielle Software installieren musst. Das Rendering der grafischen Daten findet auf deinem Gerät statt, nicht auf dem Server. Wie bei Google Maps und anderen Kartenanbietern lassen sich unterschiedliche Datenbanken ein- und ausblenden, um die Ansicht nicht zu überlasten.

Während der Arbeit an Geneva 3D entwickelte Ricci das Projekt durch zusätzliche Funktionen und Ansichten immer weiter. Das erforderte mehrere Code-Restrukturierungen. Neben der Live-Ansicht ist etwa auch eine dreidimensionale Rekonstruktion von Genf aus der Zeit um 1850 zuschaltbar. Die Kosten für die KI-Agenten seien trotz des intensiven Einsatzes «bescheiden» geblieben, gibt Ricci an. Geneva 3D soll für die Öffentlichkeit kostenlos bleiben.

Titelbild: Arnaud Ricci

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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