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Florian Bodoky
Ratgeber

Huawei FreeBuds Pro 5 vs. Samsung Galaxy Buds 4 Pro: Wer hat die Nase vorn?

Huawei und Samsung schicken ihre neuen Premium-Earbuds ins Rennen. Ich habe die FreeBuds Pro 5 mit den Galaxy Buds 4 Pro verglichen: Klang, Komfort, ANC und Telefonie.

Huawei hat in Europa keine leichte Zeit. Das Embargo aus den USA und die (offizielle) Absenz der Google-Services auf ihren Telefonen machte aus dem Smartphone-Schwergewicht ein Ferner-Liefen-Kandidat. Der ewige Kampf um die Android-Vorherrschaft mit Samsung war damit Geschichte. Im Audiobereich sieht es anders aus: Die Freebuds überzeugen Jahr für Jahr. Anders als die Samsung Galaxy Buds – da gab es beim Vorgänger sogar einen Rückruf. Trotzdem: Wenn du dich im oberen Regal der True-Wireless-Kopfhörer umschaust, triffst du früher oder später auf diese zwei Schwergewichte. Und wie es der Zufall will, haben beide diesen Frühling neue Modelle auf den Markt gebracht: die Huawei FreeBuds Pro 5 und die Samsung Galaxy Buds 4 Pro.

Wer kann’s besser?
Wer kann’s besser?

Ich habe mir beide Modelle geschnappt und gegenübergestellt. Wie bequem sind sie? Wie klingen sie? Und welchen solltest du dir jetzt kaufen?

Bequem im Ohr und in der Tasche

Beide Modelle sind im bekannten Design mit Stiel gefertigt, das du von anderen Modellen kennst. Ich mag diese Bauform sehr. Sie sitzen locker, aber sicher und sehr tief im Ohr. Für meine schmalen Gehörgänge eine Notwendigkeit. Der Druck im Ohr ist gering, was besonders bei längeren Hörsessions auffällt. Die beiliegenden Silikonaufsätze in verschiedenen Grössen sorgen dafür, dass du eine passende Abdichtung findest. Die Huawei wirken mit ihrer glänzenden Oberfläche edler, während Samsung mit einer matten Beschichtung punktet, die weniger anfällig für Fingerabdrücke ist und moderner daherkommt.

Samsungs GalaxyBuds 4 Pro wirken frischer und moderner im Design.
Samsungs GalaxyBuds 4 Pro wirken frischer und moderner im Design.

In Sachen Bedienung enden die Gemeinsamkeiten: Die Huawei nutzen eine Kombination aus Druck- und Wischgesten am Stiel. Für Play/Pause drückst du den Stiel einmal zusammen, für Skip zweimal, für den vorherigen Track dreimal. Das funktioniert zuverlässig, weil du ein klares haptisches Feedback bekommst – fast wie bei einem echten Knopf. Die Lautstärke regelst du durch Wischen am Stiel nach oben oder unten. Auch das Wechseln zwischen ANC- und Transparenzmodus erfolgt über längeres Drücken.

Samsungs Kopfhörer setzen hingegen auf klassische Touchflächen. Einmal tippen für Play/Pause, zweimal für Skip, dreimal zurück – das funktioniert grundsätzlich gut, ist aber anfälliger für Fehleingaben. Für die Lautstärke musst du eine der Touchflächen länger gedrückt halten, was weniger intuitiv ist als die Wischgeste bei Huawei. Dafür kannst du in der App sehr viele Gesten individuell anpassen, was Samsung flexibler macht.

Soundqualität – Huawei erwachsen, Samsung lebendig

Beide Kandidaten liefern super Sound. Ich hatte Huawei vom Vorgängermodell als basslastig in Erinnerung. Ich mache mir ein ganzheitliches Bild und höre drei Tracks, jeweils mit Fokus auf Höhen, Mitten und Tiefen / Bässe.

Höhen: Ich höre «Time» von Hans Zimmer

Die Huawei spielen hier ihre technische Stärke aus. Durch den separaten Hochton-Treiber wirken die Streicher und Glockenelemente klar, sauber und gut aufgelöst, ohne jemals scharf zu werden. Gerade bei steigender Lautstärke bleiben sie kontrolliert.

Die Samsung setzen ebenfalls auf einen eigenen Tweeter und liefern präsente Höhen. Diese wirken «lebendiger» und teilweise brillanter, können aber auch aggressiver sein. Gleichzeitig sind sie so abgestimmt, dass Schärfe vermieden wird. Das macht sie insgesamt angenehmer für längeres Hören, aber etwas weniger analytisch.

Mitten: Ich höre «Bohemian Rhapsody» von Queen

Die Huawei liefern hier eine sehr saubere Trennung. Stimmen stehen klar im Raum, Instrumente überlagern sich nicht. Genau das spiegeln auch die Tests wider: Die Mitten sind gut separiert, Stimmen wirken präsent und natürlich. Gerade bei komplexen Passagen bleibt alles nachvollziehbar – ein echtes Plus. Die Samsung machen das ebenfalls gut, gehen aber etwas anders vor. Die Mitten sind klar, aber stärker in das Gesamtbild eingebettet. Stimmen wirken weniger isoliert, dafür homogener im Mix. Das Ergebnis ist musikalisch angenehm, aber weniger analytisch präzise.

Bass (Tiefen): Ich höre «Bad Guy» von Billie Eilish

Die Huawei liefern einen tiefen, kräftigen Bass, der besonders im Subbass-Bereich stark ausgeprägt ist. Gleichzeitig bleibt er kontrolliert und überdeckt die Mitten nicht. Je nach Abstimmung kann er leicht dominant wirken.

Die Samsung gehen hier noch stärker in Richtung «Spass». Der Bass ist kräftig, sehr präsent und liefert ordentlich Punch. Trotzdem bleibt er relativ sauber und nicht komplett überladen. Die Abstimmung ist klar auf Energie und Direktheit ausgelegt.

Die Huawei sind die analytischeren, ausgewogeneren Kopfhörer mit Fokus auf Details und Klarheit. Die Samsung liefern den emotionaleren Sound mit mehr Energie im Bass und etwas mehr «Wow-Effekt».

Huawei liefert ausgewogenen Sound.
Huawei liefert ausgewogenen Sound.

Telefoniequalität: Huawei sensationell

Im Alltag zeigen sich Unterschiede vor allem dann, wenn die Bedingungen nicht perfekt sind. In einem ruhigen Büro liefern beide Modelle eine klare Sprachübertragung, wobei Stimmen natürlich und verständlich wirken – hier gibt es praktisch keinen Unterschied.

Spannend wird es draussen auf einer belebten Strasse. Huawei macht hier einen sensationellen Job: Die FreeBuds filtern den Verkehrslärm deutlich effektiver heraus, sodass deine Stimme im Vordergrund bleibt, während Autos und Hintergrundgeräusche stark reduziert werden. Die Samsung Galaxy Buds 4 Pro sind ebenfalls gut, lassen aber etwas mehr Umgebung durch, was Gespräche minimal weniger fokussiert wirken lässt. Richtig deutlich wird der Unterschied bei Wind, etwa wenn du gehend telefonierst: Hier zeigen die Huawei ihre Stärke und unterdrücken Windgeräusche spürbar besser, während bei Samsung gelegentlich störende Windanteile durchkommen können.

ANC und Akku: Einer hält länger, einer ist ruhiger

Die Huawei FreeBuds Pro 5 kommen auf rund sechs Stunden mit ANC und gute acht Stunden ohne. In Kombination mit dem Ladecase beträgt die Gesamtlaufzeit ungefähr 24 Stunden. Das reicht problemlos für mehrere Tage moderater Nutzung. Die Samsung Galaxy Buds 4 Pro liegen leicht vorne: Sie erreichen etwa sechs Stunden mit aktiviertem ANC, acht Stunden ohne. Rechnet man noch das Ladecase hinzu, sind es 26 Stunden . Beides stabile, wenn auch nicht überragende Werte.

Gleiches gilt für das Noise Cancelling: Unterschiede zeigen sich im Detail. Die Huawei FreeBuds Pro 5 setzen auf ein Dual-Engine-System, bei dem beide Treiber an der Geräuschunterdrückung mitarbeiten – jeweils in ihren Frequenzbereichen. Das sorgt im Alltag dafür, dass vor allem konstante Geräusche wie Zugrauschen oder Motoren effektiv reduziert werden und das Klangbild insgesamt ruhig wirkt.

Die Samsung Galaxy Buds 4 Pro stehen dem kaum nach: Auch sie blenden Umgebungsgeräusche zuverlässig aus und liefern eine starke Leistung im Alltag. Allerdings lassen sie vereinzelt mehr Restgeräusche durch, etwa bei höheren Frequenzen. Dafür wirkt ihr ANC in manchen Situationen weniger «abschottend», was je nach Einsatz angenehmer sein kann. Insgesamt sind beide Lösungen ausgereift – Huawei minimal konsequenter, Samsung dafür natürlicher im Übergang zur Umgebung.

App: Samsung ist das Apple der Androidwelt

Auch bei der Software zeigt sich ein klarer Unterschied in der Herangehensweise. Huawei setzt auf die App Huawei AI Life, die eine breite Palette an Funktionen bietet. Du kannst zwischen verschiedenen Modi wechseln, den Klang über Equalizer-Presets anpassen und Firmware-Updates einspielen. Die Möglichkeiten sind umfangreich, allerdings ist die Einrichtung – insbesondere auf Nicht-Huawei-Geräten – umständlich.

Samsung verzichtet auf eine iOS-App, was ich enttäuschend finde. Für Android-User hingegen ist die App «Galaxy Wearbles» übersichtlich aufgebaut und tief ins System integriert, vor allem wenn du ein Samsung-Smartphone nutzt. Du kannst ANC- und Transparenzstufen justieren, verschiedene Equalizer-Profile auswählen, Funktionen wie 360-Audio aktivieren und die Touchsteuerung anpassen. Leider bleibt der Samsung-eigene Codec und einzelne Funktionen, wie die Übersetzung, Samsung-Usern vorbehalten.

Fazit: Ich entscheide mich für…

Huawei. Die Huawei setzen sich in meinem Vergleichstest knapp durch, weil sie das rundere Gesamtpaket liefern. Ihre klare, analytische Klangabstimmung und vor allem grossartige Telefonie – insbesondere bei Wind und Lärm – machen im Alltag den Unterschied. Dazu kommt ein minimal stärkeres ANC, das konstanter abschirmt. Zudem hat Huawei bei der Bedienung Vorteile. Sie bieten die präzisere und angenehmere Steuerung. Die Samsung sind für mein Ohr dafür etwas bequemer. Der Koreaner punktet zusätzlich mit Anpassbarkeit, wirkt aber nicht ganz so treffsicher in der Bedienung – auch, weil der Stiel länger ist und darum manchmal zu wenig Widerstand bietet, wenn ich die Touchgesten nutzen möchte. Die lebendigere, basslastigere Musikabmischung mag andern wohl etwas besser gefallen. Dennoch überzeugt mich Huawei insgesamt einen Tick mehr.

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Titelbild: Florian Bodoky

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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