

Im Winter auf dem Velo unterwegs? Mit diesen Handschuhen geht’s
Ich will auch im Winter mit dem Velo ins Büro fahren. Bei der gut halbstündigen Fahrt frieren mir die Finger neuerdings nicht mehr ein, dank des «Donni GTX Infinium Primaloft» von Ziener.
Ab jetzt heisst der Velohandschuh hier im Testbericht «Donni», den Rest spare ich mir. Also, Donni. Das ist ein Velohandschuh, der von Hersteller Ziener als «warmer, winddichter Winter-Bike-Handschuh» beworben wird. Weil ich nach vergeblichen Anläufen (nachzulesen hier) immer noch auf der Suche nach einem Handschuh fürs Pendeln ins Büro bin, hat mich das Versprechen neugierig gemacht und ich habe mir für einen Test ein Paar aus dem Shop geholt.
Ich habe mir Grösse 8 bestellt, die mir meistens passt. Hier aber nicht. Das Ziener-Modell ist etwas kleiner geschnitten. Grösse 8,5 wäre die bessere Wahl. Eine gute Entscheidungshilfe für die Wahl der richtigen Grösse liefert dir Ziener auf der Website. Dafür musst du einmal deinen Handumfang messen.
In der richtigen Grösse sitzt Donni ausgezeichnet: Die Finger haben die richtige Länge, die Breite passt perfekt. Ich mag, dass sie nicht zu weit übers Handgelenk gehen. Die Ärmel meiner Velojacke reichen ohnehin weit genug nach unten.
Das Bündchen am Handgelenk ist aus elastischem Stoff und hat zudem einen Klettverschluss. So kann ich den Sitz perfekt einstellen. Und das sogar sehr gut, wenn ich schon einen Handschuh angezogen habe. Denn ich habe in Zeigefinger und Daumen gute Kontrolle. Das hilft auch beim Bedienen der Schaltung am Velo. Für den Klettverschluss gibt es extra Lob von mir: Der ist so eingefasst, dass es keine scharfen Kanten gibt an denen sich empfindliche Stoffe verhaken können.


Für guten und bequemen Griff am Lenker sorgt Donni mit einer gummierten Beschichtung der Innenhand, teils mit einer Gelschicht darunter. Ziener nennt es «Grip Control». Das Silikon gibt es auch noch an den Spitzen von Daumen und Zeigefinger. Leider ist die Beschichtung nicht Touchscreen-tauglich. Das stört mich nicht weiter, weil ich die halbe Stunde auf dem Velo auch mal froh bin, nicht am Smartphone hängen zu müssen.

Und was ist mit der Kälte?
Also ja, der Handschuh ist bequem und sitzt gut. Das Wichtigste ist aber, ob er mir die Finger vor dem Erfrieren bewahrt. Ich habe nicht allzu hohe Erwartungen. Bei einigen anderen Handschuhen, die von den Herstellern auch als Winter-Modelle angepriesen werden, wurde ich bereits enttäuscht.
Der Donni von Ziener überrascht mich positiv. Ich habe ihn bei Temperaturen zwischen drei Grad unter Null und acht Grad auf mehreren Fahrten getestet. Für zehn Minuten etwa hielten die Handschuhe sogar bei Minusgraden warm. Danach wurde es kritisch: Gegen den Windchill kommt dann auch Donni nicht an, trotz «Gore Windstopper»-Technologie; das Material soll gemäss Werbetext «absolut winddicht und atmungsaktiv» sein. Das mag durchaus sein. Nur kühlt auch eine winddichte Aussenseite durch Fahrtwind so stark ab, dass die Kälte irgendwann doch zu den Fingern dringt.
Ich fahre im Schnitt auf meinem Arbeitsweg mit 25 Stundenkilometern, es gibt auch Passagen bergab, bei denen ich auf 40 km/h komme. Das ist bei grimmiger Kälte für Donni das Schlimmste. Ich kann sehen, wie sich in diesem Fall auf der Aussenseite kleine Eiskristalle bilden, wenn die Luft feucht genug ist.
Bei Temperaturen zwischen null und fünf Grad hält die Isolation meine Hände länger warm. Je ein Grad Celsius fünf Minuten mehr Fahrzeit ohne kalte Finger – so meine Erkenntnis aus dem Test. Bei winterlich-milden fünf Grad habe ich überhaupt kein Problem mit den Donni-Handschuhen. Das könnte an der «Primaloft»-Isolierung liegen, einer Mikrofaser, die es in Sachen Wärme, Leichtigkeit und Weichheit ernsthaft mit der Daune aufnehmen können soll, wie der Hersteller der Wunderfaser schreibt. Scheint ja wirklich zu funktionieren.

Mehr als Greenwashing
Outdoor-Marken sind oft bei Nachhaltigkeit und Umweltschutz vorn dabei. Was irgendwie naheliegt, denn die Kundschaft will ja die Natur erleben und nicht zerstören. Meine Testhandschuhe kommen aus einer Produktion in Indonesien. Aber Ziener sorgt dafür, dass die Menschen, die sie nähen, möglichst gute Arbeitsbedingungen haben. Dafür hat sich das deutsche Unternehmen dem Verband Amfori angeschlossen. Er unterstützt seine Mitglieder, ihre Lieferketten nachhaltiger, ethischer und sozial verantwortungsvoller (ESG) zu gestalten.
Bei der Materialwahl sorgt das «Bluesign»-Label mit vergleichsweise strengen Regeln dafür, dass der Stoff ohne schädliche Chemikalien und möglichst umweltschonend hergestellt und verarbeitet wird.
Und damit sich die Firma nicht einen Greenwashing-Vorwurf einfängt, hat sie sich als Climate-Partner zertifizieren lassen und macht alle Anstrengungen zur Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks transparent. Vorbildlich.
Ich leiste meinen Teil, in dem ich dafür sorge, die Handschuhe möglichst lange zu nutzen. Heisst konkret: Wenn ich sie wasche, dann gemäss Anleitung im 30-Grad-Spezialschonwaschgang. Und getrocknet werden sie schonend über dem Wäscheentfeuchter, keinesfalls im Tumbler.

Fazit
Ein Anti-Frier-Handschuh, der wirklich etwas kann
Pro
- Ziener produziert fair und nachhaltig
- Goretex-Material schützt auch bei leichtem Regen
- reflektierende Elemente für bessere Sichtbarkeit (wobe die gelben noch deutlich besser wären)
- Bündchen mit Stretchmaterial und Klettverschluss
- fühlen sich sehr weich und angenehm auf der Haut an
- guter Halt dank Gummiflächen an der Innenhand
Contra
- Touchscreens, zum Beispiel Smartphone, können nicht bedient werden
- nicht wasserdicht bei starkem Regen

Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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