
LibreOffice 26.8 verzichtet bewusst auf generative KI
Während Microsoft und Google generative KI immer stärker in ihre Office-Anwendungen integrieren, hält die Document Foundation an lokaler Verarbeitung fest. LibreOffice 26.8 setzt diesen Kurs fort und erweitert zugleich zahlreiche klassische Funktionen.
Mit LibreOffice 26.8 ist die nächste große Version der kostenlosen Office-Suite erschienen. Die Entwickler verbessern unter anderem Writer, Calc und Impress sowie den Austausch mit Microsoft-Office-Dateien. Auffällig ist vor allem, was fehlt: generative KI.
Die Document Foundation, die hinter der Office-Suite steht, bezeichnet das als bewusste Entscheidung. Die Software verarbeitet Dokumente lokal und benötigt für den Betrieb keine Netzwerkverbindung. Dadurch sollen Nutzer und Organisationen nachvollziehen können, wo ihre vertraulichen oder personenbezogenen Daten bleiben.
Damit schlägt LibreOffice einen anderen Weg als Microsoft und Google ein. Beide Unternehmen integrieren generative KI zunehmend direkt in ihre Office-Anwendungen. Abseits dieser Grundsatzentscheidung bringt LibreOffice 26.8 zahlreiche Neuerungen für die einzelnen Programme.
Writer bekommt neuen Blocksatz
Writer erhält mit dem «Paragraph Composer» einen neuen Algorithmus für Blocksatz. Er betrachtet mehrere Zeilen gemeinsam und verteilt die Wortabstände über den gesamten Absatz. Dadurch sollen ungleichmäßige Abstände seltener auftreten.

Quelle: Document Foundation
Variable OpenType-Schriften unterstützt LibreOffice nun nativ. Eigenschaften wie Strichstärke oder Buchstabenbreite lassen sich damit stufenlos verändern, sofern die jeweilige Schrift dies ermöglicht. Writer erkennt außerdem die Schreibrichtung von Absätzen automatisch und verbessert die Darstellung von rechts nach links sowie vertikal geschriebenen Texten.

Neu ist außerdem eine Entwurfsansicht. Sie blendet Kopf- und Fußzeilen sowie Seitenränder aus. Die Schnellsuche erfasst jetzt auch Kommentare. Große Dokumente mit Bildern sollen zudem schneller öffnen.
Verbesserungen für Calc, Impress und Office-Dateien
Calc erhält berechnete Felder für Pivot-Tabellen. Damit kannst du aus vorhandenen Daten per Formel zusätzliche Werte erzeugen. Ein neuer Befehl mischt ausgewählte Zellen zufällig.
In Impress lassen sich Folien zu benannten Abschnitten zusammenfassen. Eigene Foliennamen erscheinen neben der Nummer. Impress und Draw unterstützen unterschiedliche Seitengrößen innerhalb einer Datei.
Beim Austausch mit Microsoft Office versucht LibreOffice außerdem, nicht unterstützte Diagramme möglichst unbeschädigt durchzureichen. Öffnest und speicherst du etwa Dateien mit Wasserfall-, Trichter-, Sunburst- oder Treemap-Diagrammen, bleiben die zugrunde liegenden Informationen weitgehend erhalten. Bearbeiten oder darstellen kann LibreOffice diese Diagramme selbst weiterhin nicht.
Erstmals zeigt LibreOffice gelegentlich ein Spendenbanner im Startcenter. Es führt zur Spendenseite der Document Foundation. Werbung, Telemetrie, Benutzerkonto oder Abonnement gehören weiterhin nicht zur Software.
LibreOffice 26.8 steht seit dem 26. August für Windows, macOS und Linux bereit. Wer möglichst wenige Änderungen möchte, kann vorerst beim stabileren Wartungszweig 26.2.5 bleiben.
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