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Florian Bodoky
Produkttest

Lifestyle Ultra Speaker: Gelingt Boses Multiroom-Comeback?

Bose bringt mit dem Lifestyle Ultra einen schicken WLAN-Speaker zurück ins Multiroom-Rennen. AirPlay 2, Google Cast und Spotify Connect sind mit an Bord – klanglich überzeugt er vor allem bei Stimmen und Instrumenten.

Bose hat sich in den letzten Jahren vor allem auf das Entwickeln von Kopfhörern, Bluetooth-Speakern und Soundbars konzentriert. Nun hauchen die US-Amerikaner ihrem Multiroom-Portfolio neues Leben ein. Der WLAN-fähige Speaker Lifestyle Ultra alleine spielen, aber auch Stereopaare bilden oder in ein grösseres Multiroom-Setup integriert werden. Ausserdem sind Bluetooth, AirPlay 2 und Google Cast am Start. Damit will Bose auf dem Markt ganz vorne mit dabei sein. Gelingt das?

Klassisches, unaufgeregtes Design

Das Design des Lifestyle Ultra ist sehr dezent gehalten. Eine ovale Form aus Kunststoff, die Front mit Akustikstoff-Bezug bespannt. Das Branding platziert Bose dezent unterhalb dieses Bezugs. Die Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Era 100 von Sonos lässt sich nicht leugnen – auch in punkto Grösse.

Damit ist er kompakt genug für das Bücherregal, den Nachttisch oder die Küchenablage. Der Speaker verschmilzt mit der Einrichtung, ohne aufdringlich zu sein.

Der Speaker fügt sich in die Umgebung ein.
Der Speaker fügt sich in die Umgebung ein.

Ausser, du entscheidest dich für die «Driftwood Sand»-Variante (nur beim Hersteller verfügbar). Da besteht der Sockel aus dunklem Holz, was ihn etwas auffälliger, aber nicht weniger edel macht. Im Gegenteil: Grundsätzlich wirkt der Speaker sehr solide verarbeitet und chic, was auch an den Touch-Bedienelementen liegt. Keine Knöpfe, Regler oder Plastik-Bedienelemente. Play/Pause, Titel überspringen, Lautstärke, Bluetooth-Kopplung und Mikrofon-Mute funktionieren alle mit Berührung. Das ist Gewöhnungssache, denn der Speaker gibt kein Feedback, wenn du irgendwo drauftippst. Interessanterweise ist das Muten des Mikrofons die Ausnahme. Dort erklingt ein leiser Ton.

Was der Bose Lifestyle kann – und was nicht

Das Wichtigste zuerst. Auch wenn der Speaker Bluetooth 5.3 beherrscht, ist er ausschliesslich für den Heimgebrauch gedacht. Er hat weder Akku noch IP-Zertifizierung. Du musst ihn also am Strom anschliessen um ihn betreiben zu können – mit einem Euro-8-Kabel. Umwege über USB-C samt Powerbank sind nicht möglich.

Bei den smarten Assistenten ist der Speaker von Haus aus auf Alexa beschränkt. Das Gute ist aber: Sowohl AirPlay 2 als auch Google Cast sind mit von der Partie. Daher kannst du über externe Devices mit Siri oder Googles Gemini hantieren. Zudem unterstützt der Speaker Spotify Connect (Qobuz und Tidal sollen noch kommen).

Das Bedienpanel kommt gänzlich ohne Knöpfe aus.
Das Bedienpanel kommt gänzlich ohne Knöpfe aus.

Allerdings enttäuscht der Speaker bei Bluetooth-Verbindungen mit seiner mageren Codec-Auswahl – nur AAC und SBC werden unterstützt. Allerdings ist der Bluetooth-Sound auch nicht sein Kerngeschäft. Über WLAN kannst du ihn im Verbund mit einer Bose-Soundbar und anderen Speakern als Rear-Surround-Speaker nutzen. Mit dem Upfiring-Speaker fungiert er im Verbund als Dolby-Atmos-Höhenkanal im Heimkino. Diese Setups lassen sich unkompliziert in der Bose-App festlegen. Last but not least: Für analoge Zuspieler gibt es einen 3,5-mm-AUX-Eingang. Die App lohnt sich übrigens auch darüber hinaus: Dort finden sich die EQ-Einstellungen und der Shortcut-Knopf lässt sich konfigurieren.

Brillanz, aber wenig Deepbass

Bose verbaut im Lifestyle Ultra drei Treiber – zweimal Front-, einmal Upfiring. Die Frontfiring-Treiber übernehmen die Wiedergabe von Gesang, Instrumenten und den Grundton. Der Treiber auf der Oberseite strahlt den Schall zur Decke ab und nutzt die Reflexion, um ein dreidimensionales Klangbild zu erzeugen. Bose nennt dies «TrueSpatial».

Für Analog-Fans gibt es auch ein 3,5-mm-AUX-In.
Für Analog-Fans gibt es auch ein 3,5-mm-AUX-In.

Die Frequenzaufteilung passiert über den digitalen Signalprozessor (DSP). Stimmen und Instrumente sind die Stärke des Speakers: Du bekommst klare, präsente Stimmen und sauber getrennte Gitarren, auch bei dichteren Arrangements bleiben einzelne Instrumente gut trennbar. Die Höhen sind detailreich, überschlagen sich nicht und werden auch nicht zu scharf. Dafür werden Drums gelegentlich etwas überbetont. Das Zischeln kann zuweilen etwas stören – daher solltest du im EQ entsprechend nachbessern.

Ebenfalls mehr Präsenz dürfte der Bass vertragen. Es gibt zwar etwas Punch, dieser könnte aber noch etwas tiefer sein. Über den EQ in der App kannst du etwas nachjustieren. Wenn du aber satten, tiefen und dominanten Bass willst, wirst du wohl nicht glücklich.

Fazit

Gelungenes Comeback

Der Bose Lifestyle Ultra ist ein gelungenes, wenn auch nicht perfektes Comeback ins Multiroom-Game. Design und Verarbeitung sind top, die kapazitiven Bedienelemente gefallen mir. Klanglich punktet der Speaker mit klaren, präsenten Stimmen und sauber getrennten Instrumenten. Die kleinen Schwächen bei Drums und Basstiefe lassen sich mit dem EQ etwas verbessern, aber nicht gänzlich aus der Welt schaffen.

Eine weitere Stärke ist die Vielfalt an Streaming-Standards: AirPlay 2, Google Cast und Funktionen wie Spotify Connect. Das Fehlen von hochwertigen Codecs wie AptX Lossless ist zwar schade, hinsichtlich des vorgesehenen Einsatzzwecks aber verschmerzbar. Insgesamt ein toller Speaker, der problemlos in grössere Audio Setups integriert werden kann.

Pro

  • hochwertige Verarbeitung und chices Design
  • breite Streaming-Unterstützung
  • insgesamt guter Sound

Contra

  • schwacher Bass-Tiefgang
  • nur am Kabel betreibbar
  • fehlender Lossless-Codec
  • nur Alexa (nativ)
Titelbild: Florian Bodoky

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Seit ich herausgefunden habe, wie man bei der ISDN-Card beide Telefonkanäle für eine grössere Bandbreite aktivieren kann, bastle ich an digitalen Netzwerken herum. Seit ich sprechen kann, an analogen. Wahl-Winterthurer mit rotblauem Herzen.


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