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Nintendo
Kritik

Mehr als Wii-Nostalgie? «Nintendo Switch Sports Resort» im Test

In «Nintendo Switch Sports Resort» fuchtle ich mich durch zwölf Sportarten – wie in guten, alten Wii-Zeiten. Trotz wohltuender Nostalgie hätte ich mehr vom Titel erwartet.

Du wirst dich gleich alt fühlen. Bist du bereit?

...

Trotz Warnung weitergescrollt? Na gut:

«Wii Sports» feiert im November das 20-jährige Jubiläum.

Brutal, oder?

Nintendo weiss, wie gut Nostalgie funktioniert. Kurz vor dem 20. Geburtstag von «Wii Sports» erscheint ein neuer Ableger der beliebten Minispielreihe. Nach «Switch Sports» (2022), das noch mit überschaubarem Umfang auskommen musste, soll «Nintendo Switch Sports Resort» nun alles besser machen: mehr Sportarten, mehr Spielmodi und die Rückkehr der legendären Wuhu Island. Jene Insel, die bereits in «Wii Sports Resort» (2009) Schauplatz des Geschehens war.

Ich habe mich alleine und mit Freunden durch alle zwölf Sportarten im idyllischen Resort gespielt und verrate dir, ob sich ein erneuter Ausflug auf die Ferieninsel lohnt.

Diese Sportarten sind enthalten

«Switch Sports Resort» bietet insgesamt neun kompetitive Sportarten – darunter einige Klassiker und ein gelungener Neuzugang. Nachfolgend siehst du alle Disziplinen in der Übersicht, inklusive einer Zwischenbewertung mit 🏆-Emojis im Single- und Multiplayer-Modus (auf einer Skala von 1 bis 5).

«Switch Sports Resort» bietet mit Seilspringen auch eine Aufwärmübung als Bonus.
«Switch Sports Resort» bietet mit Seilspringen auch eine Aufwärmübung als Bonus.

Tennis: Der Klassiker macht immer noch Spass

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports» (2006), «Wii Sports Club» (2013) und «Nintendo Switch Sports» (2022).

Tennis, wie ich es vom originalen «Wii Sports» kenne. Die Steuerung ist simpel und zeitlos. Jeder kann den Controller in die Hand nehmen und losschwingen. Mein Timing bestimmt die Flugrichtung des Balls. Je nach Schlag verpasse ich ihm Topspin oder Backspin oder spiele einen Lob. Meine Spielfiguren bewegen sich automatisch.

Schade, kann ich nur im Doppel spielen. Mit drei Mitspielern machen die 2v2-Matches Spass, aber alleine beide Figuren gleichzeitig steuern, fühlt sich komisch an. Ebenfalls schade: Nintendo hat das Spielprinzip seit 20 Jahren kaum weiterentwickelt. Trotz präziserer Schläge spielt sich das virtuelle Tennis fast wie zu Wii-Zeiten. Ein Expertenmodus mit manueller Steuerung der Spielfiguren wäre eine willkommene Ergänzung gewesen.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆🏆

Gutes, altes Tennis. Schade, dass es nur im Doppel spielbar ist.
Gutes, altes Tennis. Schade, dass es nur im Doppel spielbar ist.

Bowling: fast perfekt

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports» (2006), «Wii Sports Resort» (2009), «Wii Sports Club» (2013) und «Nintendo Switch Sports» (2022).

Bowling wie eh und je. Im Vergleich zum Vorgänger «Nintendo Switch Sports» gelingen mir weniger Strikes und meine Kugel driftet oft ab. Das scheint aber ein Skill-Issue meinerseits zu sein – bei meinen Freunden klappt es im Test prima.

Toll ist die Option, gleichzeitig statt abwechselnd zu bowlen – auch online. Das spart Zeit. Und nerven. Ebenfalls wieder da sind die fiesen Hindernisbahnen und spektakuläre Matches mit 100 Pins – aber leider nur offline.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆🏆🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆🏆

Gleichzeitig bowlen macht mehr Spass.
Gleichzeitig bowlen macht mehr Spass.

Bogenschiessen: Durchatmen und zittern

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports Resort» (2009).

Hier kommt es auf Präzision und ein ruhiges Händchen an. Ich ziele mit dem linken Joy-Con, während ich mit dem rechten den Bogen spanne. Beim Schiessen muss ich Entfernung und Windstärke berücksichtigen. Auf einigen Bahnen warten zudem lustige Geheimziele.

Besonders gelungen ist der Spezial-Modus. In diesem wird das Zielfeld aufgeteilt. Nur wenn ich Pfeile in meinem Teil versenke, erhalte ich Punkte. Treffe ich einen gegnerischen Abschnitt, bekommt mein Kontrahent Punkte aufs Konto. Nervenkitzel garantiert.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆🏆

Ich darf im Spezialmodus nur meinen blauen Bereich treffen.
Ich darf im Spezialmodus nur meinen blauen Bereich treffen.

Boxen: immer noch nix

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports» (2006) und «Wii Sports Club» (2013).

Mit Boxen konnte ich schon zu Wii-Zeiten nichts anfangen. Daran ändert auch das Switch-2-Comeback nichts. Theoretisch kann ich Angriffe blocken, ausweichen und gezielt Lücken in der gegnerischen Deckung ausnutzen. Selbst ein Stamina-System hat Nintendo eingebaut.

All diese Neuerungen nützen in der Praxis nichts. In Mehrspielerpartien gewinnt immer noch, wer am schnellsten unkontrolliert mit den Joy-Cons fuchtelt – Buttonmashing mit Bewegungsssteuerung. Immerhin kann ich im Singleplayer mehr Feinheiten des Kampfsystems erleben, weil sich die computergesteuerten Gegner etwas zurückhalten.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆
Mehrspieler: 🏆

Meh. Boxen macht immer noch keinen Spass.
Meh. Boxen macht immer noch keinen Spass.

Volleyball: Im Rhythmus baggern

Sportart bereits spielbar in «Nintendo Switch Sports» (2022).

Volleyball ist nur mit echten Mitspielern lustig, weil es um Zusammenarbeit und sauberes Timing geht. Je nach aktueller Rolle baggere ich gegnerische Bälle, passe sie zum Mitspieler, spiele Angriffe oder blocke am Netz. Das Ganze fühlt sich fast wie ein Rhythmusspiel an – mit perfektem Timing erhöht mein Team die Schlagkraft der Schüsse. Ein etwas zäher Einstieg, aber sobald’s Klick macht, ist Volleyball ein überraschend schnelles und herausforderndes Minispiel.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆

Mit computergesteuerten Teammitgliedern ist Volleyball lahm.
Mit computergesteuerten Teammitgliedern ist Volleyball lahm.

Tischtennis: das bessere Tennis

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports Resort» (2009).

Vergiss Tennis. Tischtennis ist King. Die Mini-Version ist so viel schneller und intensiver als das grosse Tennis. Es macht verdammt viel Spass, den Ball millimetergenau auf die Tischkante zu brettern und zuzusehen, wie der Gegner aus dem Gleichgewicht gerät. Begleitet werden die hektischen Duelle von einem noch hektischeren Soundtrack, der mit zunehmenden Ballwechseln immer leiser wird. Sowohl im Singleplayer- als auch Mutlitplayer-Modus empfehlenswert.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆🏆🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆🏆🏆

Besser geht's nicht. Tischtennis ist mein Favorit.
Besser geht's nicht. Tischtennis ist mein Favorit.

Basketball: nach einer Eingewöhnungszeit überraschend gut

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports Resort» (2009) und «Nintendo Switch Sports» (2022).

Meine erste Reaktion, nachdem ich Basketball solo ausprobiert habe: «Was für ein Scheiss.» Meine Reaktion, nachdem ich mit Freunden gespielt habe: «Scheisse, ist das lustig!»

Mit dem Joy-Con dribble ich, laufe mich frei und spiele Pässe. Zum Werfen mache ich eine Wurfbewegung. In der Defensive versuche ich, dem Gegner den Ball abzuluchsen oder seine Schüsse zu blocken. Der Spielablauf steckt voller kleiner Psychospielchen. Ich muss mich mit meinem Team absprechen, um die Gegner mit perfektem Timing auszutricksen. Am meisten Spass macht Basketball mit vier Spielern im lokalen Multiplayer.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆

Basketball ist spassiger als zunächst gedacht.
Basketball ist spassiger als zunächst gedacht.

Golf: nur was für Geduldige

Sportart bereits spielbar in «Wii Sports» (2006), «Wii Sports Resort» (2009), «Wii Sports Club» (2013) und «Nintendo Switch Sports» (2022).

Ein weiterer Klassiker. Entweder du liebst Golf oder findest es todlangweilig. Ich mag den ruhigen Sport. Der Joy-Con wird zum Golfschläger, den ich möglichst gerade schwingen sollte. Mit dem Putter reagiert das Spiel für meinen Geschmack etwas zu sensibel auf meine Inputs. Die 18 verfügbaren Löcher ähneln sich visuell stark, weshalb gerade bei längeren Golf-Sessions Langeweile aufkommt. Im Online-Modus wird die Wartezeit mit einem KO-System verkürzt – alle spielen gleichzeitig und pro Runde fliegen die Schwächsten raus.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆🏆🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆

Auch eine Partie KO-Golf dauert relativ lange.
Auch eine Partie KO-Golf dauert relativ lange.

Daumenringen: nur mit Freunden lustig

Sportart erstmals spielbar in «Nintendo Switch Sports Resort» (2026).

Ist Daumenringen ein Sport? Gemäss Nintendo schon. Die neue Disziplin sieht zwar bescheuert aus, macht aber erstaunlich viel Spass. Ich halte den Joy-Con 2 senkrecht und bewege meinen virtuellen Finger per Bewegungssteuerung hin und her. Ziel ist es, den gegnerischen Daumen nach unten zu drücken. Senke ich meinen eigenen, lädt er sich auf und wird grösser. Dadurch kann ich meinen Gegner leichter bezwingen, bin währenddessen aber auch leichter zu treffen. Drückt mich mein Gegenüber nach unten, befreie ich mich durch wildes (!) Schütteln des Controllers. Mein Arm tut nach einer intensiven Session gegen Freunde auch Tage später noch weh. Ein lustiges Psychospiel, das jedoch nur gegen echte Kontrahenten Spass macht.

Fazit:
Einzelspieler: 🏆
Mehrspieler: 🏆🏆🏆

Bescheuert, aber geil. Besonders die riesigen Daumen sehen herrlich skurril aus.
Bescheuert, aber geil. Besonders die riesigen Daumen sehen herrlich skurril aus.

Neue und alte «Hobbysportarten»

Neben den kompetitiven Sportarten bietet «Switch Sports Resort» auch drei «Hobbysportarten». In diesen Disziplinen steht nicht der direkte Wettbewerb, sondern Zeitrennen und das Erkunden von Wuhu Island im Fokus.

Propellerflugzeug

In dieser Sportart halte ich den Joy-Con-Controller wie ein Papierflugzeug zwischen Daumen und Zeigefinger. So steuere das Propellerflugzeug im Game mit kleinen Bewegungen. Mit A schiesse ich blaue Kugeln ab, um Ballons platzen zu lassen. Die Steuerung ist präzise, die Griffweise aber gewöhnungsbedürftig.

Mit dem Fluggerät erkunde ich Wuhu Island frei – wie schon in «Wii Sports Resort». In der «Sightseeing Tour» suche ich innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele versteckte Foto-Spots, die mir lustige Fakten über die Insel verraten. In der «Ballonschlacht» trete ich gegen Mitspieler an und sammle möglichst viele Ballons.

Zwischen den anstrengenden Minigames eine Runde fliegen – Entspannung pur.
Zwischen den anstrengenden Minigames eine Runde fliegen – Entspannung pur.

Das Konzept einer zusammenhängenden Spielwelt, in der all die einzelnen Minigames stattfinden, finde ich immer noch faszinierend. Mit dem Flugzeug über die Bowlinganlage fliegen und danach zur benachbarten Golfinsel zu düsen, ist einfach cool.

Aber: Das habe ich in «Wii Sports Resort» alles schon erlebt. Nintendo hat mit dem Propellerflugzeug eine verdammt gute Gameplay-Basis, mit der viel zu wenig gemacht wird. Ich denke schmerzhaft an das gelungene «Pilotwings Resort» (2011) zurück. Das Flugspiel für den 3DS hat auf derselben Insel gezeigt, wie abwechslungsreiche Flugmissionen im idyllischen Resort aussehen können.

Ohne anspruchsvollere Aufgaben bleibt in «Switch Sports Resort» lediglich ein rudimentäres Gerüst übrig, das angesichts des ungenutzten Potenzials einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt.

Schade, mit dem Propellerflugzeug wäre mehr möglich gewesen.
Schade, mit dem Propellerflugzeug wäre mehr möglich gewesen.

Skateboarden

Neben Daumenringen ist Skateboarden die zweite neue Sportart in «Switch Sports Resort». Die Steuerung ist noch skurriler als beim Flugzeug. Ich nutze den Joy Con im Mausmodus, ziehe ihn zum Beschleunigen nach hinten und lenke durch Neigen nach links oder rechts. Ruckartige Bewegungen nach oben lassen meine Figur springen. Sogar Grinds auf Geländern und Tricks in der Luft sind möglich.

Das funktioniert alles erstaunlich gut, fühlt sich intuitiv an und macht Spass. Die Steuerung erinnert mich an Nintendos Rollstuhlspiel «Drag X Drive» – nur weniger anstrengend.

Auf dem Brett erkunde ich die Insel frei, sammle in der «Sightseeing Tour» Foto-Spots und brettere in Zeitrennen über anspruchsvolle Strecken. Das war’s. Keine Rennen gegen Gegner, keine Parcours, keine sonstigen Missionen. Das Fazit bleibt dasselbe wie beim Propellerflugzeug: geniales Gameplay-Fundament, faszinierende Spielwelt, ungenutztes Potenzial.

Hier skate ich gerade durch einen Vulkan.
Hier skate ich gerade durch einen Vulkan.

Wasserscooter

Der Wasserscooter kehrt aus «Wii Sports Resort» zurück. Ich halte zwei Joy-Cons waagrecht, gebe mit ZR und ZL Gas und lenke durch Neigen der Controller. Drehbewegungen des Handgelenks aktivieren den Turbo. Die Steuerung ist auch hier skurril, funktioniert aber erstaunlich intuitiv und macht Spass.

Jetzt rate mal, welche Spielmodi es gibt. Genau. Freies Erkunden, «Sightseeing Tour» und Zeitrennen. Drei Hobbysportarten, dreimal ein ähnlich mageres Angebot. Sehr schade, denn auch der Wasserscooter wäre für spannendere Aufgaben geeignet.

Ich will mehr Modi.
Ich will mehr Modi.

Diese Sportarten sind NICHT enthalten

Nicht alle Sportarten aus vergangenen «Sports»-Titeln haben es in «Switch Sports Resort» geschafft. Folgende Disziplinen fehlen:

  • Schwertkampf / Chanbara – «Wii Sports Resort» (2009), «Nintendo Switch Sports» (2022)
  • Wakeboarden – «Wii Sports Resort» (2009)
  • Frisbee (inkl. Frisbee-Golf-Modus) – «Wii Sports Resort» (2009)
  • Kanufahren – «Wii Sports Resort» (2009)
  • Radfahren – «Wii Sports Resort» (2009)
  • Fallschirmspringen – «Wii Sports Resort» (2009)
  • Fussball – «Nintendo Switch Sports» (2022)
  • Badminton – «Nintendo Switch Sports» (2022)
  • Baseball – «Wii Sports» (2006), «Wii Sports Club» (2013)

Während ich die Absenz des grottigen Fussball-Minispiels verstehe, schmerzen fehlende Klassiker wie Frisbee und Baseball umso mehr. Wer mich zurück auf die legendäre Wuhu-Insel bringt, sollte auch alle Minispiele der Vorgänger im Gepäck haben. Wieder einmal bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Und sonst so?

Für Einzelspieler bietet «Nintendo Switch Sports Resort» ein Kampagnensystem. In der «Inselkrone» trete ich in den neun kompetitiven Sportarten gegen die 20 besten Sportlerinnen und Sportler auf Wuhu Island an. Rang für Rang kämpfe ich mich nach oben, bis ich selbst zum Inselchampion gekrönt werde.

Eine coole Idee, die mich zumindest in meinen Lieblingssportarten bei der Stange hält. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad unausgewogen: Schwächere Gegner arbeite ich mühelos ab, die höchsten Ränge treiben mich mit übermenschlichen Fähigkeiten und Glück zur Weissglut.

Ich schwöre, dieses Arschloch beim Bogenschiessen cheatet!

Ich werde nicht in allen Disziplinen die Krone holen.
Ich werde nicht in allen Disziplinen die Krone holen.

Bei langsameren Sportarten wie Golf wird der Aufstieg zur zähen und repetitiven Angelegenheit. Auch spielerisch seichte Disziplinen wie Daumenringen eignen sich kaum für endlose Rangkämpfe – das Gameplay ist schlicht nicht komplex und spannend genug, um mich bis zur Krone zu motivieren.

Online trete ich gegen Freunde oder Spielerinnen und Spieler aus der ganzen Welt an – entweder in einem «entspannten» Modus oder in Rang-Matches. Mit Siegen kämpfe ich mich von Rang E bis Rang A hoch. Während der Testphase habe ich nur eingeschränkten Online-Zugriff und spiele vor allem gegen Bots. Das volle Potenzial des Online-Modus kann ich deshalb noch nicht abschliessend beurteilen.

Der Online-Modus sieht vielversprechend aus – bisher konnte ich ihn nur mit Bots testen.
Der Online-Modus sieht vielversprechend aus – bisher konnte ich ihn nur mit Bots testen.

Zusammengehalten werden alle Spielmodi und Sportarten durch ein übergreifendes Fortschrittssystem. Für jeden Match, jeden Sieg, jeden gefundenen Foto-Spot erhalte ich Punkte, die ich im Item-Center für kosmetische Items einlöse. Die Auswahl wechselt wöchentlich und bietet bereits in der Testphase zahlreiche Objekte.

Wer gerne die eigene Spielfigur aufhübscht, dürfte an diesen Belohnungen viel Freude haben. Mir fehlen jedoch substanziellere Unlockables. Etwa Items, die das Gameplay beeinflussen – bessere Schläger, schnellere Flugzeuge oder auch neue Bahnen für die Sportarten. Rein kosmetische Items motivieren mich auf Dauer zu wenig.

Mit einer Schaufel Tischtennis spielen? Kein Problem.
Mit einer Schaufel Tischtennis spielen? Kein Problem.

Das sieht komisch aus

Optisch hinterlässt «Switch Sports Resort» einen mauen Eindruck. Im Vergleich zu anderen Switch-2-Games wirkt die Minispielsammlung mit kantigen Objekten, matschigen Texturen und einer teilweise schlechten Weitsicht altbacken. Immerhin läuft das Game ruckelfrei mit 60 FPS.

Unschön für ein Switch-2-Spiel.
Unschön für ein Switch-2-Spiel.

Zu meinem negativen Eindruck tragen auch die seelenlosen Kreaturen namens «Sportsmates» bei, die Nintendo bereits in «Switch Sports» eingeführt hat. Vielleicht spricht da die Nostalgie aus mir, aber nichts geht über die ursprünglichen Miis. Ich kann sie zwar weiterhin als Spielfiguren wählen. Wenn aber der Rest des Spiels voller Sportsmates ist, geht für mich ein grosser Teil des ursprünglichen Charmes der «Sports»-Serie verloren.

Schau in die Augen der Sportsmates. Erkennst du da eine Seele? Nein. Miis forever.
Schau in die Augen der Sportsmates. Erkennst du da eine Seele? Nein. Miis forever.

«Nintendo Switch Sports Resort» erscheint am 22. Oktober für die Switch 2. Nintendo hat mir das Spiel zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

Fazit

Solide Minispielsammlung mit Nostalgie-Faktor und ungenutztem Potenzial

«Switch Sports Resort» ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bescheidenen Vorgänger «Switch Sports» (2022). Die Minispielsammlung bietet mehr Sportarten, mehr Einzelspieler-Inhalte und zahlreiche kosmetische Items. Besonders toll: Die legendäre Wuhu Island ist zurück – und ich erkunde sie mit Flugzeug, Skateboard und Wasserscooter.

Nintendo schöpft das Potenzial des idyllischen Resorts leider nicht aus. Gerade die gelungenen Gameplay-Grundlagen der Hobbysportarten hätten spannendere Spielmodi verdient. Auch das Fortschrittssystem setzt zu stark auf Wiederholungen und in der Masse wertlose kosmetische Belohnungen. Dazu kommen eine maue Grafik und fehlende Klassiker wie Frisbee und Schwertkampf. Viele Disziplinen machen zudem nur zu Hause mit Freunden richtig Spass.

Suchst du ein kurzweiliges Partyspiel für den lokalen Multiplayer, kannst du zugreifen. Alle anderen sollten sich gut überlegen, ob sie nach Wuhu Island zurückkehren möchten oder doch lieber die gute alte Wii mit den noch besseren alten Miis ausgraben.

Pro

  • grössere Spielauswahl als im Vorgänger
  • intuitive Bewegungssteuerung
  • viele Anpassungsmöglichkeiten für Charakter
  • Wuhu Island ist zurück, Baby!

Contra

  • maue Grafik
  • repetitives Fortschrittssystem
  • ungenutztes Potenzial, vor allem bei Hobbysportarten
  • einige Sportklassiker fehlen
Produktbild Nintendo Switch Sports Resort (Switch 2, DE)
Game

Nintendo Switch Sports Resort

Switch 2, DE

Titelbild: Nintendo

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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