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NASA
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NASA-Mission «Artemis II»: erste bemannte Reise zum Mond seit über 50 Jahren

Kim Muntinga
2/4/2026

Das All ruft wieder! Mehr als 53 Jahre nach Apollo fliegen erstmals wieder Menschen zum Mond. «Artemis II» ist gestartet und soll zeigen, ob Technik und Crew für Missionen jenseits der Erde bereit sind.

In der Nacht auf den 2. April 2026 hob vom Startkomplex 39B des Kennedy Space Center in Florida eine Rakete ab, die Geschichte schreibt. Um 0:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit zündeten die Triebwerke des Space Launch System und vier Astronauten brachen erstmals seit über einem halben Jahrhundert wieder in Richtung Mond auf. Die NASA-Mission «Artemis II» ist gestartet.

Das Datum trägt Gewicht: Der letzte Mensch, der den Erdtrabanten betrat, war Eugene Cernan im Dezember 1972 an Bord von «Apollo 17». Seitdem ist der Mond ein Ziel geblieben, das die Menschheit nur aus der Ferne betrachtete. Jetzt, mehr als 53 Jahre später, ändert sich das.

Wir haben einen wunderschönen Mondaufgang, wir fliegen direkt darauf zu.
Reid Wiseman, Kommandant Artemis II, kurz nach dem Start

Die Crew der «Artemis II»

An Bord der Orion-Kapsel sitzen vier Astronauten, deren Zusammensetzung die NASA bewusst gewählt hat.

Die Crew von Artemis II (v. l.): Reid Wiseman, Victor Glover, Jeremy Hansen und Christina Koch.
Die Crew von Artemis II (v. l.): Reid Wiseman, Victor Glover, Jeremy Hansen und Christina Koch.
Quelle: NASA

Kommandant Reid Wiseman, ein pensionierter US-Marinekapitän, führt die Mission an. Pilot Victor Glover ist der erste schwarze Astronaut auf einem Mondflug. Missionsspezialistin Christina Koch bricht als erste Frau überhaupt zu einem Mondflug auf. Und der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Nicht-Amerikaner in der Geschichte der bemannten Mondfahrt. Für ihn ist es zugleich der erste Raumflug überhaupt.

Was diese Mission tatsächlich tut

Im Zentrum der Mission steht die Frage: Funktioniert das System unter realen Bedingungen mit Menschen an Bord?

Die Mission ist bewusst kein Landungsflug. Stattdessen umrundet die Crew in der Orion-Kapsel den Mond auf einer charakteristischen achterförmigen Flugbahn und kehrt nach rund zehn Tagen zur Erde zurück. Was auf den ersten Blick unspektakulär wirkt, ist in Wahrheit ein entscheidender Härtetest für die bemannte Raumfahrt jenseits des Erdorbits.

Während des Flugs werden alle kritischen Systeme unter realen Bedingungen geprüft: das Lebenserhaltungssystem, die Navigationssoftware, die Kommunikation über extreme Distanzen sowie die Fähigkeit zur manuellen Steuerung. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Distanz: Am sechsten Flugtag erreicht die Orion ihren entferntesten Punkt: mehr als 400 000 Kilometern von der Erde. Damit übertrifft die Mission sogar den Rekord der «Apollo 13»-Crew aus dem Jahr 1970 (400 171 Kilometer).

Ein besonderer Moment erwartet die Astronauten auf der Rückseite des Mondes. Dort reißt der Funkkontakt zur Erde kurzzeitig ab. Das wird ein geplanter, aber eindrücklicher Zustand völliger Isolation.

Mit Menschen an Bord steigen die Anforderungen im Vergleich zu unbemannten Tests erheblich. Vor allem der Hitzeschild der Orion steht im Fokus: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre muss er Temperaturen bis zu 2800 Grad Celsius standhalten. Ebenso werden Energieversorgung, Steuerung und Lebenserhaltung bis an ihre Belastungsgrenzen gebracht.

Getragen wird die Mission vom Space Launch System (SLS), einer der leistungsstärksten Raketen, die je gebaut wurden. Sie vereint enorme Tragkraft mit absoluter Zuverlässigkeit, denn schon kleinste Fehler könnten im bemannten Flug gravierende Konsequenzen haben.

Technik aus Deutschland trägt die Mission

Europa – und insbesondere Deutschland – spielt bei «Artemis II» eine tragende Rolle. Das Herzstück der Orion-Kapsel ist das European Service Module (ESM): Es versorgt die Astronauten mit Antrieb, Strom, Wasser und Sauerstoff. Gebaut und zusammengesetzt wird es bei Airbus Defence and Space in Bremen, mit Komponenten aus elf europäischen Ländern.

Blick ins Cockpit der Orion: Pilot Victor Glover (l.) und Kommandant Reid Wiseman (r.) testen manuelle Steuerungsmanöver.
Blick ins Cockpit der Orion: Pilot Victor Glover (l.) und Kommandant Reid Wiseman (r.) testen manuelle Steuerungsmanöver.
Quelle: NASA

Darüber hinaus trägt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vier weiterentwickelte Strahlungsdetektoren bei. Die Geräte vom Typ M-42 EXT messen die kosmische Strahlung zwischen Erde und Mond in bisher unerreichter Auflösung. Auch zentrale Komponenten des Sternennavigationssystems stammen aus Deutschland, genauer aus Jena. Und der Berliner Satellit Tacheles, entwickelt vom Start-up Neurospace, testet Elektronikkomponenten für künftige Mondrover unter realen Strahlungsbedingungen im Van-Allen-Gürtel.

Ein holpriger Weg bis zur Startrampe

Der Start am 2. April war alles andere als selbstverständlich. Ursprünglich hatte die NASA «Artemis II» für September 2025 geplant. Dann folgte eine Verschiebung nach der anderen: Probleme mit dem Hitzeschild der Orion-Kapsel – entdeckt nach der unbemannten «Artemis I»-Mission von 2022 – zwangen zu umfangreichen Untersuchungen und einer angepassten Wiedereintrittsflugbahn. Bei der Generalprobe im Februar 2026 leckte beim Betankungstest zu viel flüssiger Wasserstoff aus der Anlage, der Countdown wurde abgebrochen. Weitere Probleme mit dem Heliumfluss und den Batterien folgten.

Auch der endgültige Startabend verlief nicht gänzlich reibungslos: Zehn Minuten vor dem geplanten Zeitpunkt hielt Mission Control den Countdown kurz an, weil Sensordaten eine Auffälligkeit zeigten. Kurz nach dem Abheben brach zudem die Sprechverbindung zwischen Crew und Bodenstation ab: Die Astronauten konnten Houston hören, Houston die Astronauten nicht. Das Problem ließ sich innerhalb kurzer Zeit beheben. Neun Minuten nach dem Start erreichte die Orion planmäßig die Erdumlaufbahn, 26 Minuten nach dem Start entfalteten sich die Solarpaneele des ESM.

Der Blick nach vorn: Mond, Mars und ein Wettlauf

«Artemis II» ist der zweite Schritt eines größeren Programms. «Artemis I» testete 2022 das System unbemannt. Der nächste zentrale Meilenstein ist «Artemis III»: Erstmals seit der Apollo-Ära sollen wieder Astronautinnen und Astronauten auf dem Mond landen. Geplant ist eine Mission zum Südpol, einer bislang unerforschten Region, die wegen möglicher Wassereis-Vorkommen als wissenschaftlich und technologisch besonders relevant gilt.

Darüber hinaus treibt die NASA mit «Artemis IV» den Aufbau der Mondraumstation Gateway voran. Sie soll langfristig als Infrastruktur im Mondorbit dienen: als Umschlagplatz für Landemissionen und als Plattform für Forschung und Vorbereitung künftiger Einsätze im tiefen Weltraum.

Der Mond ist dabei kein Endziel, sondern ein Zwischenschritt. Die dort entwickelten und getesteten Technologien sollen später den Weg für bemannte Missionen zum Mars ebnen. Gleichzeitig gewinnt das Programm auch geopolitisch an Gewicht, nicht zuletzt durch parallele Ambitionen aus China.

Titelbild: NASA

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