
Hintergrund
So (un)genau waren meine Prognosen für das Gamejahr 2024
von Philipp Rüegg

Haben sich meine Vorhersagen zum Game-Jahr bewahrheitet oder nur als heisse Luft erwiesen? Hier kommt die Auswertung.
Genau wie mein tierischer Namensvetter Punxsutawney Phil, sage ich jährlich die Zukunft voraus. Während das mittlerweile weltberühmte Murmeltier aus Bill Murrays Kultfilm das Winterende prognostiziert, wage ich, alias Philstradamus, Vorhersagen zum Game-Jahr. 2025 war meine Kristallkugel offenbar besonders schmutzig, denn die Bilanz ist niederschmetternd.
Da «GTA 6» erneut verschoben wurde, gab es auch nur wenig neue Infos zum Inhalt des Spiels und nichts davon in Bezug zu Donald Trump. Ob Rockstar eine Persiflage auf den orangenen Wutbürger einbaut, erfahren wir frühestens im November.

Die Trailer haben das Internet definitiv in Wallung gebracht, die Server blieben aber standhaft. Gemeint habe ich aber ohnehin die Spielserver zum Launch und der steht erst noch bevor.

Auch hier verschiebt sich die Auflösung um fast ein Jahr. Ich halte es aber weiterhin für möglich.

Da hat mir Rockstar einen ordentlichen Klecks in mein Vorhersagebuch gemacht. Kein «GTA 6» und somit auch kein Minispiel.

Verpasste Chance, meine lieben Leute bei Nintendo. Das Betriebssystem der Switch 2 ist genauso langweilig wie das der Switch 1. Von Spielereien oder Miiverse-ähnlichen Funktionen fehlt jede Spur. Gelegentlich geistert zwar ein Playtest für ein geheimes Online-Projekt herum. Aber niemand weiss genau, worum es sich dabei handelt.

Ich müsste nur in der Forschungs-und-Entwicklungs-Abteilung von Nintendo arbeiten, dann wäre das längst Realität und würde dem Unternehmen Millionen bescheren. MILLIONEN! Ein kompletter Fiebertraum meinerseits ist die Idee offenbar nicht, denn Nintendo hat schon ein passendes Patent angemeldet.

So nahe dran und doch daneben: Von meinen vier genannten Spielen sind zwei erschienen, eines folgt in Kürze und das Vierte heisst nur anders. Denn «Donkey Kong Bananza» stammt vom Studio hinter den 3D-Marios. Die folgenden Spiele habe ich vorhergesagt:

Ding, ding, ding: Auch wenn nicht alle Switch-2-Upgrades etwas kosten, gibt es mit «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» und «Tear of the Kingdom» zwei prominente Beispiele, für die Nintendo einen Aufpreis verlangt. Für 10 CHF wird die Switch-1-Version zur Switch-2-Version. Wer das Nintendo-Online-Abo besitzt, spart sich teilweise die Zusatzkosten.

Es gibt eine optionale Kamera, die dich filmt. Bislang fehlen aber leider Hinweise darauf, dass damit Tracking wie bei der Xbox Kinect möglich ist. Auch die Joycons wurden in dieser Hinsicht nicht weiterentwickelt.

Das sollte einen halben Punkt geben. Ubisoft hat ihre wichtigsten Marken wie «Assassin’s Creed» und «Far Cry» an ein neu gegründetes Tochterunternehmen abgegeben, in das Tencent 1,26 Milliarden Euro (rund 1,1 Milliarden Franken) investiert hat. Noch ist das französische Spieleunternehmen aber unabhängig.

Leider gibt es keinen neuen MOBA-Modus in «Fortnite», wie von mir behauptet. Hätte ich doch nur gesagt, dass es ein Crossover mit einer berühmten gelben Familie gibt, da hätte es Punkte geregnet.

Sowohl «Doom The Dark Ages» als auch «The Outer Worlds 2» sind gleichzeitig auf der Xbox Series X/S und der PS5 erschienen. Mit «Halo» fällt 2026 auch noch die letzte Bastion.

Was Gerüchten zufolge ein MMO für die PS5 werden sollte, erscheint stattdessen auf PC und Mobile-Geräten. Entwickelt wird «Horizon Steel Frontiers» vom südkoreanischen Studio NC Soft. Guerilla Games, welche die beiden bisherigen «Horizon»-Games produziert haben, arbeiten angeblich weiterhin an einer Multiplayer-Auskopplung. Ein MMO soll das aber nicht werden.

Mittlerweile sind die Hauptfiguren bekannt und sogar erste Set-Fotos wurden veröffentlicht. Der Aufschrei hält sich in Grenzen. Die Mehrheit zeigt sich zwar skeptisch, aber der wütende Mob blieb bisher aus.

Valve hat die Steam Machines zusammen mit einem neuen Controller und einem neuen Headset offiziell vorgestellt. Der Launch ist für Anfang 2026 angesetzt. Der Mini-PC soll die Vorteile von Konsolen und der Steam-Plattform vereinen.

Für einmal freue ich mich, dass eine Prognose falsch ist. Ultrarealistische Shooter-Games haben bisher keine Behörden oder Politiker auf den Plan gerufen.

Die Zahl der virtuellen Streamer wächst zwar rapide, noch scheint sich aber kein breiter Widerstand gegen sie erhoben zu haben.

Ich schwanke noch, ob ich mich über meine richtige Vorhersage freuen soll oder mir Sorgen um die Menschheit machen soll. Jedenfalls gibt es mit LFG dating mindestens eine App, die Game-Nerds nach ihren Spiele-Präferenzen matched.

Da war ich noch etwas zu früh. Microsoft pusht den Co-Pilot zwar immer stärker und längst ist er ein prominenter Teil der Game Bar. Noch kann er dir aber nur Spieletipps geben und nicht die Steuerung übernehmen.

Ich gehe mich mal schämen und spiele zur Strafe eine Woche lang nur «Roblox» – auf dem Handy!
Als Kind durfte ich keine Konsolen haben. Erst mit dem 486er-Familien-PC eröffnete sich mir die magische Welt der Games. Entsprechend stark überkompensiere ich heute. Nur der Mangel an Zeit und Geld hält mich davon ab, jedes Spiel auszuprobieren, das es gibt und mein Regal mit seltenen Retro-Konsolen zu schmücken.
Interessantes aus der Welt der Produkte, Blicke hinter die Kulissen von Herstellern und Portraits von interessanten Menschen.
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