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Siri Schubert
Produkttest

Praxistest auf der Loipe: Die Daehlie-Langlaufjacke überzeugt – mit einer Schwäche

Die Daehlie-Langlaufjacke bietet fast alles, was ich von einer Langlaufjacke erwarte. Nur eine Sache hat mich überrascht.

Angenehm warm soll sie sein, meine Langlaufjacke. Aber nicht zu hitzig. Und vor Zugluft soll sie schützen. Dabei möglichst atmungsaktiv und dehnbar sein. Eine sportliche Passform möchte ich obendrein. Keine Frage: Was Langlaufbekleidung angeht, bin ich anspruchsvoll.

Einer, der wissen müsste, was gute Ski-Langlauf-Kleidung ausmacht, ist Björn Daehlie. Die norwegische Langlauf-Legende mit zwölf olympischen Medaillen gründete vor 30 Jahren eine eigene Marke – Daehlie. Seither hat er die Kollektion stark ausgeweitet. Daehlie-Kleidung gibt es für ganz unterschiedliche Bedürfnisse – unter anderem für das das Profiteam Aker Daehlie, für ambitionierte Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie für Freizeitsportlerinnen wie mich.

Gute Passform und angenehmes Tragegefühl

Ich wähle die «North»-Langlaufjacke, die für mässig intensives Training geeignet sein soll. Ich erhoffe mir die nötige Wärme, wenn ich locker fahre, und passendes Temperaturmanagement, wenn ich bei Anstiegen ins Schwitzen komme.

Die leicht taillierte Passform wirkt athletisch. Im Schulterbereich ist die Jacke grosszügig geschnitten und bietet so die nötige Bewegungsfreiheit für einen dynamischen Stockeinsatz. Ich schätze das besonders, denn durch meine vielen sportlichen Hobbies habe ich muskulöse Schultern. Manch andere Jacke ist da schlicht zu eng.

Die Stretch-Panels seitlich unter den Armen und am Rücken erfüllen gleich zwei Funktionen. Sie erhöhen die Bewegungsfreiheit und die Atmungsaktivität. Feuchte, warme Luft kann an diesen Stellen leichter entweichen, sodass es im Inneren der Jacke nicht zu stickig wird.

Die Stretch-Panels aus dehnbarem, durchlässigem Stoff haben es mir angetan.
Die Stretch-Panels aus dehnbarem, durchlässigem Stoff haben es mir angetan.

Softshelljacke mit schönen und nützlichen Details

Besonders gut gefällt mir die gefütterte Partie im Brustbereich. Sie besteht laut Herstellerangaben aus recycelten «Thermore Ecodown»-Fasern.

Der gefütterte Brustbereich mit Tasche ist für mich ein Highlight der Jacke.
Der gefütterte Brustbereich mit Tasche ist für mich ein Highlight der Jacke.

Arme, unterer Rumpf und Rücken der Softshelljacke sind aus wind- und wasserabweisendem Material in drei Lagen. Hübsches Detail: Wenn die Temperaturen in den Minusbereich sinken, erscheint ein Muster auf der Jacke. Nötig ist das nicht, aber irgendwie cool.

Der Kragen ist hochgeschlossen. Ich ziehe zwar dennoch ein Halstuch an, schätze aber den zusätzlichen Schutz, den die Jacke um den Hals bietet. Obwohl ich die Kapuze nicht gebraucht habe, ist es gut zu wissen, dass sie da ist, falls der Wind auffrischt und das Stirnband nicht mehr reicht.

Hochgeschlossener Kragen und Kapuze, falls ein eisiger Wind weht.
Hochgeschlossener Kragen und Kapuze, falls ein eisiger Wind weht.

Grosser Fan bin ich von der Tasche im Brustbereich. Ich finde grundsätzlich, dass Sportbekleidung meist zu wenig Taschen für Schlüssel, Smartphone oder Snacks hat. Deshalb punktet die Jacke schon allein wegen dieses Details bei mir.

Eine Jacke, die dich nicht frieren lässt

Wichtiger allerdings ist die Frage, wie gut die Jacke vor Kälte schützt. Raus geht’s auf die Loipe. Ich bin früh dran und das Thermometer zeigt sechs Grad unter Null. Nach ein paar hundert Metern kommt mein Puls langsam auf Touren und ich bin gut aufgewärmt. So kann es bleiben. Unter der Jacke trage ich übrigens das X-Bionic Invent LT Singlet und das Langarmshirt von Merino & More. Zudem die Daehlie Women’s Challenge Pants.

Auf der Loipe fühlen sich die Bewegungsfreiheit und die Temperatur gut an.
Auf der Loipe fühlen sich die Bewegungsfreiheit und die Temperatur gut an.

Als am späteren Morgen die Sonne ins Tal scheint, wird es deutlich wärmer. Mit der North-Jacke bin ich immer noch gut angezogen. Klar komme ich gerade bei Anstiegen ein bisschen ins Schwitzen, aber das feucht-klamme Gefühl, das sonst manchmal nach Anstrengungen auftritt, bleibt aus.

Fehlt noch der Test ohne Sonne: Auch nachts ist die Kombi aus Wärme und Atmungsaktivität gut.

Noch mal raus in die Kälte. Die Temperatur fällt auf fünf Grad unter Null, mir ist es trotzdem nicht kalt.
Noch mal raus in die Kälte. Die Temperatur fällt auf fünf Grad unter Null, mir ist es trotzdem nicht kalt.

Beim Langlaufen bin ich mit dem Temperaturmanagement der Daehlie-North-Jacke voll zufrieden. Doch es gibt ein Aber …

Fehlende Anti-Odor-Behandlung

Vielleicht bin ich verwöhnt. Denn fast alle meiner Funktionskleidungsstücke für Ausdauersport sind gegen Gerüche behandelt. Sei es mit proprietären Anti-Odor-Fasern (manchmal mit Silberanteil) oder mit Polygiene-Technologie.

Das heisst nicht, dass ich die Klamotten nach dem Training nicht wasche, aber von einer Langlaufjacke erwarte ich schon, dass sie ein verlängertes Wochenende auf der Loipe durchhält, ohne dass ich beim An- und Ausziehen die Nase rümpfen muss. Mit Anti-Geruchsbehandlung würde mir die Jacke noch besser gefallen.

Fazit

Langlaufjacke mit gutem Temperaturmanagement und Bewegungsfreiheit

Es gibt vieles, was mir am «North»-Jacket von Daehlie gefällt: die isolierte Fläche im Brustbereich, das Temperaturmanagement, die Stretch-Panels unter den Armen und am Rücken sowie die Brusttasche.

Auch von der Passform bin ich begeistert. Und im Praxistest bei unterschiedlichen Temperaturen zeigt die Softshelljacke ihre Stärken. In diesen Aspekten hat sie meine von Anfang an hohen Erwartungen voll erfüllt.

Einzig beim Geruchsmanagement hätte ich mehr erwartet. Dafür gibt es bei einer sonst tollen Jacke einen Punkt Abzug.

Pro

  • athletische Passform
  • gefütterte Partie im Brustbereich
  • atmungsaktiv und wärmend
  • Stretchpanels für Bewegungsfreiheit
  • Brusttasche
  • wind- und wasserabweisendes Softshell-Material

Contra

  • keine Anti-Geruchsbehandlung
Titelbild: Siri Schubert

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Forschungstaucherin, Outdoor-Guide und SUP-Instruktorin – Seen, Flüsse und Meere sind meine Spielplätze. Gern wechsel ich auch mal die Perspektive und schaue mir beim Trailrunning und Drohnenfliegen die Welt von oben an.


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