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Das iPhone 17 beschert Apple ein Rekordquartal
von Samuel Buchmann

Die Speicherindustrie erlebt gerade einen beispiellosen Preisschock. Weiterhin schuld daran: der ungebremste Hunger nach KI-Rechenleistung.
RAM und Massenspeicher sind in den letzten Monaten bereits verdammt teuer geworden. Ein Ende der Preisexplosion ist nicht in Sicht: Wer in den nächsten Monaten einen neuen PC/Server kaufen oder aufrüsten will, sollte sich noch wärmer anziehen. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce meldet dramatische Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher und SSDs. In einem Ausmass, das es so noch nie gab.
Am härtesten trifft es den PC-Bereich. Die Preise für DDR-Arbeitsspeicher sollen im ersten Quartal 2026 um mehr als 100 Prozent steigen – verglichen mit dem Vorquartal. Das ist Rekord. Selbst grosse PC-Hersteller, die feste Lieferverträge mit den Speicherherstellern haben, bekommen nicht mehr genug RAM. Ihre Lagerbestände schrumpfen.
Der Grund: Die PC-Verkäufe im vierten Quartal 2025 liefen besser als erwartet. Jetzt ist schlicht nicht genug da. Wegen des KI-Booms verlagern Produzenten wie Crucial zudem ihre Produktion auf HBM (High Bandwidth Memory) und hoch spezialisierten Enterprise-NAND.
Auch im Server-Bereich herrscht Ausnahmezustand. Grosse Cloud-Anbieter und Server-Hersteller aus den USA und China verhandeln seit Januar verzweifelt um Langzeitverträge mit den Speicherproduzenten. Das Ergebnis: Server-RAM wird voraussichtlich um rund 90 Prozent teurer. Ein historischer Rekord.
Die Hersteller stehen vor einem Dilemma: Sie müssen ihre begrenzte Produktionskapazität sorgfältig auf die wichtigsten Kunden verteilen, ohne jemanden zu verprellen.
Selbst Smartphone-Hersteller bleiben nicht verschont. Die Preise für LPDDR4X- und LPDDR5X-Speicher – das ist der RAM, der in Handys steckt – steigen um etwa 90 Prozent. Auch das: Rekord.
US-amerikanische Smartphone-Marken haben ihre Verträge schon Ende 2025 unter Dach und Fach gebracht. Chinesische Hersteller verhandeln noch – voraussichtlich bis Ende Februar, nach dem chinesischen Neujahrsfest.
Bei SSDs sieht es nicht besser aus. Enterprise-SSDs, also die Hochleistungsspeicher für Rechenzentren, sollen um 53 bis 58 Prozent teurer werden. Wieder: Rekord.
Der Auslöser: KI-Anwendungen brauchen immer mehr Speicherplatz, vor allem für sogenannte Inferenz-Prozesse. Also wenn trainierte KI-Modelle Aufgaben erledigen. Seit Ende 2025 kaufen grosse Cloud-Anbieter aus den USA massenhaft SSDs ein. Die Hersteller kommen nicht hinterher.
TrendForce warnt: Die Preise könnten noch weiter steigen. Die aktuellen Prognosen sind bereits drastisch nach oben korrigiert worden. Ursprünglich ging man bei herkömmlichem DRAM von 55 bis 60 Prozent Preissteigerung aus – jetzt sind es 90 bis 95 Prozent.
Für Endkunden heisst das: Für alle, die Hardware brauchen, ist der Punkt des Erträglichen wohl bereits überschritten. Wem RAM und SSD noch nicht zu teuer sind, sollte spätestens jetzt zugreifen. Oder sich auf unbezahlbare Produkte einstellen.
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, ist meine Leidenschaft.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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