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Schluss mit anonymen Profilen: Netflix führt Mail-Zwang für Mitnutzer ein

Debora Pape
29/6/2026

Netflix verschärft die Regeln für seine Nutzerprofile: Künftig muss in jedem Profil eine eigene E-Mail-Adresse hinterlegt sein. Das sorgt für Kritik bei den Usern.

Mit personalisierbaren Nutzerprofilen schaffst du Ordnung in deinem Netflix-Account. Ob du Profile für andere Personen anlegst, die deinen Account mitnutzen, oder für dich selbst, um etwa Dokus und Serien sauber zu trennen, liegt bei dir. Nun will Netflix offenbar der unkomplizierten Profil-Handhabung einen Riegel vorschieben: Ars Technica berichtet, dass der Streaming-Anbieter seit dem 15. Juni schrittweise eine Änderung ausrollt, die jedes Profil an eine separate Mail-Adresse bindet. Eine Ausnahme sind Kinderprofile, bei denen weiterhin nicht vorgesehen ist, eine Mailadresse anzugeben.

Bei mir in Deutschland ist die Änderung noch nicht angekommen: Ich kann noch zwischen Profilen wechseln und neue Profile anlegen, ohne eine Mail-Adresse angeben zu müssen. Wer bereits von der Neuerung betroffen ist, wird beim Auswählen eines sekundären Nutzerprofils aufgefordert, eine Mail-Adresse anzugeben und sie zu verifizieren. Offenbar lässt sich die Aufforderung einige Male überspringen, doch für immer umgehen lässt sich das nicht. Laut Ars Technica hat Netflix bestätigt, dass es sich um eine permanente Änderung handelt.

Auch bisher war es möglich, bei Standardprofilen, also für Erwachsene, eine Mail-Adresse zu hinterlegen. Das hat den Vorteil, dass die Person einen eigenen Zugang zum Account bekommt und nicht die Login-Daten des Hauptnutzers verwenden muss. Beim Einloggen wird ein Code an die Adresse verschickt und der Nutzer oder die Nutzerin gibt ihn zur Authentifizierung ein. Jetzt wird die Hinterlegung einer Mail-Adresse aber verpflichtend für alle Standardprofile. Das kann bei gemeinsam genutzten Profilen ärgerlich sein, etwa am Wohnzimmer-Fernseher. Solche Profile sind keiner Person zugeordnet.

Was bezweckt Netflix mit der Änderung?

Warum Netflix diese Änderung durchsetzt, ist unklar. Eine offizielle Mitteilung dazu gibt es nicht. Das Unternehmen bestätigte die Änderung lediglich auf Anfrage und begründet sie mit mehr Sicherheit und Komfort beim Streaming. User vermuten auf Reddit, dass der Zwang zur Mail ein besseres User-Tracking erlaubt. Das könne auch zu Marketingzwecken eingesetzt werden und unerlaubtes Account-Sharing verringern.

Seit 2023 versucht Netflix, die unerlaubte Weitergabe von Login-Daten einzudämmen. Zu den Maßnahmen gehörte unter anderem, dass Personen außerhalb des Haushalts deinen Account nur gegen eine zusätzliche monatliche Zahlung nutzen dürfen, also nicht mehr kostenlos streamen können. Dazu ist bereits eine Mail-Adresse erforderlich. Manche User sehen durch die Mail-Kopplung aller Profile nun den nächsten Schritt: einen Account-Zwang für jeden Nutzer und jede Nutzerin, wie das etwa bei Spotifys Familien-Abo der Fall ist.

Eine Pflicht, Profile anzulegen, gibt es indes nicht. Dein Haushalt kann weiterhin über ein einziges Profil alle Inhalte streamen.

Titelbild: Shutterstock/Miguel Lagoa

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Fühlt sich vor dem Gaming-PC genauso zu Hause wie in der Hängematte im Garten. Mag unter anderem das römische Kaiserreich, Containerschiffe und Science-Fiction-Bücher. Spürt vor allem News aus dem IT-Bereich und Smart Things auf.


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