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Produkttest

Seagate Firecuda X Vault: eine Festplatte für Geduldige

Kevin Hofer
18/6/2026
Bilder: Kevin Hofer

Die externe HDD Seagate Firecuda X Vault bietet viel Speicher für verhältnismässig wenig Geld. Wer Tempo sucht, greift besser zu einer externen SSD.

Vor 70 Jahren erschien die erste Festplatte – und noch immer hält sich die HDD wacker. Beim Speicherplatz pro Franken schlägt sie jede SSD. Seagate bedient diesen Markt seit Jahren. Mit der Firecuda X Vault bringt der Hersteller nun ein neues Modell: eine grosse Festplatte im noch grösseren Gehäuse, mit etwas RGB-Beleuchtung und schneller USB-Verbindung.

Die Firecuda X Vault im Detail

Mit 200 × 130 × 50 Millimetern – rund die Fläche eines A5-Blattes – und 1260 Gramm bringt die Firecuda X Vault ordentlich Masse auf die Waage. Zum Vergleich: Eine typische externe SSD wiegt ein Zehntel und passt bequem in die Hosentasche.

Die Vault gibt es mit acht oder 20 Terabyte (TB) Speicher. Wer noch mehr Platz braucht, greift zur ebenfalls neuen One Touch. Sie bietet bis zu 24 TB, kommt aber im schlichten Office-Design. Die Leistung bleibt gleich – wie grundsätzlich bei allen externen HDDs, die nicht durch den USB-Standard ausgebremst werden.

Die Firecuda X Vault mit ihrem Design soll Gamer ansprechen – da darf RGB-Beleuchtung nicht fehlen.
Die Firecuda X Vault mit ihrem Design soll Gamer ansprechen – da darf RGB-Beleuchtung nicht fehlen.

Im Inneren rotiert eine Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute und 256 Megabyte (MB) Cache. Der Anschluss erfolgt über USB 3.2 Gen 2 – bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Die Schnittstelle bremst die Festplatte also nicht aus.

Zum Starten steckst du die Vault einfach ein und wartest. Nicht immer läuft das reibungslos: Das Laufwerk verlangt mindestens 15 Watt über USB. Viele Mainboards und Laptops verraten nicht, wie viel Strom sie liefern. Ob dein Gerät reicht, merkst du erst beim Test. Immerhin: Eine kleine LED am USB-Anschluss leuchtet rot, wenn der Strom fehlt.

Im Lieferumfang liegt ein USB-C-Kabel. Es fällt kurz aus – für Laptops reicht es, für Desktop-PCs wird es knapp. In meinen Tests spannte das Kabel, was den USB-Anschluss auf Dauer belasten kann.

Seagate liefert die Toolkit-Software mit. Sie ermöglicht inkrementelle Backups und Ordnerspiegelung in Echtzeit. Während der Garantie von zwei Jahren hast du zudem Zugriff auf einen Datenrettungsservice.

Lesen: Schneckentempo

Die Lesegeschwindigkeit messe ich mit Crystal Disk Mark. Weil ich lange keine externe HDD mehr getestet habe, ziehe ich zwei SSDs zum Vergleich heran: Die Samsung T5 Evo, die wegen der SATA-Technik eher langsam ist, und die Lacie Rugged Pro 5, meine bisher schnellste SSD. Wie erwartet, lässt die Lacie die neue Seagate-HDD klar hinter sich. Im Vergleich zur T5 Evo schlägt sich die Firecuda aber ordentlich.

Die erste Grafik unten zeigt das sequenzielle, die zweite das zufällige Lesen. Arbeitest du mit grossen Dateien, zählt erstere, bei kleinen Dateien die zweite.

Im Praxistest kopiere ich eine 10-Gigabyte-(GB)-Datei von der Firecuda X Vault auf eine RAM-Disk. Die RAM-Disk stellt sicher, dass die HDD der Flaschenhals bleibt, da sie selbst viel schneller liest und schreibt. Die Reihenfolge der Laufwerke bleibt gleich, wobei die HDD näher an ihren theoretischen Wert aus dem ersten Test kommt als die Konkurrenz.

Schreiben: langsam, aber konstant

Beim Schreiben zeigt sich das gleiche Bild wie beim Lesen. Die Vault bleibt erwartungsgemäss zurück.

Auch hier: Die erste Grafik zeigt das sequenzielle, die zweite das zufällige Schreiben. Grosse Dateien? Erste Grafik. Kleine Dateien? Zweite Grafik.

Im Praxistest kopiere ich eine 10-GB-Datei von der RAM-Disk auf die HDD. Wie beim Lesetest bleibt die HDD der Flaschenhals. Die Rangfolge ändert sich nicht. Die Vault erreicht sogar eine höhere Schreibgeschwindigkeit als im Crystal-Disk-Mark-Test.

Um das Verhalten beim Dauerschreiben zu prüfen, kopiere ich die 10-GB-Testdatei per Batch-Befehl immer wieder auf die HDD. So sehe ich, wann sie drosselt. Die Firecuda X Vault bremst erst nach sechs TB geschriebenen Daten. Hier liegt sie klar vor den SSDs, die meist nach Verbrauch des Caches – oft schon nach 50 GB – langsamer werden. Die Seagate ist zwar langsam, bleibt aber konstant langsam. Trotzdem: Auch gedrosselte SSDs sind noch deutlich schneller.

Kopieren: klare Schwäche

Beim Kopieren – also gleichzeitigem Lesen und Schreiben – dupliziere ich die 10-GB-Datei. Hier zeigt die Seagate ihre grösste Schwäche: Nur 85 MB/s sind drin.

Office: erstaunlich gutes Ergebnis

Das Ergebnis in Office-Anwendungen überrascht: Die Vault schlägt die T5 Evo. Der Vorsprung ist zwar klein, schmälert das respektable Ergebnis aber nicht. In Anwendungen mit geringen Anforderungen kann die HDD also punkten.

Gaming: Datengrab

Im Gaming-Benchmark von 3DMark kehrt sich das Bild um: Die Vault liegt einen Punkt hinter der T5 Evo. Das ist vernachlässigbar und fast ein weiterer Sieg für die HDD.

So verhält sich die HDD, wenn sie zu 75 Prozent voll ist

Alle bisherigen Tests liefen mit leerer HDD. Im Alltag füllst du das Laufwerk aber nach und nach. Bei etwa 75 Prozent Füllstand verliert die Firecuda X Vault rund 50 Prozent ihrer Leistung. Das klingt viel, ist bei HDDs aber normal.

Temperaturen: bleibt kühl

Im Dauerschreib-Test erreicht das Laufwerk 50 Grad Celsius. Das ist kein schlechtes Ergebnis; die meisten SSDs werden wärmer. Allerdings kühlt ein Lüfter die Vault, SSDs kommen meist ohne aus. Lüfter und Festplatte sind stets leicht hörbar. Das stört nicht unbedingt, du solltest es aber wissen.

Fazit

Viel Platz, wenig Tempo

Die Firecuda X Vault ist keine SSD und will es nicht sein. Als Kaltlager für deine Steam-Bibliothek oder grosse Videodateien erfüllt sie ihren Zweck. Der Preis pro Gigabyte überzeugt.

Wer oft auf seine Daten zugreift, fährt mit einer externen SSD besser. Wer die Vault am Desktop nutzt, sollte überlegen, ob er nicht einfach eine interne Festplatte kauft. Das spart Geld und einen USB-Anschluss.

Sinn ergibt die Vault vor allem für Laptop-Nutzer mit wenig internem Speicher: Als günstige Erweiterung ohne Umbau ist sie kaum zu schlagen – solange der USB-Anschluss genügend Strom liefert.

Pro

  • viel Speicherplatz für verhältnismässig wenig Geld
  • konstante Transfergeschwindigkeit
  • gute Verarbeitung

Contra

  • langsam im Vergleich zu externen SSDs
  • hoher Strombedarf über USB
  • kurzes Kabel

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