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Strategiewende bei Sony: keine Playstation-Games mehr für den PC

In Zukunft wird es keine grossen Playstation-Games mehr für den PC geben. Sony kehrt zum altbewährten Business-Modell mit Exklusivspielen zurück.

Mehrere Brancheninsider berichteten vergangene Woche, dass sich Sony mit ihren Playstation-Games aus dem PC-Markt zurückziehen wird. Nun bestätigt der renommierte Gaming-Reporter Jason Schreier mit einem Artikel auf Bloomberg die Wahrheit dieser Gerüchte. Sony selbst hat sich noch nicht offiziell zu den geleakten Informationen geäussert.

«Ghost of Yōtei» bleibt auf der Playstation 5.
«Ghost of Yōtei» bleibt auf der Playstation 5.
Quelle: Sony

Was ändert sich?

In den vergangenen sieben Jahren hat Sony immer mehr zunächst exklusive Konsolentitel für PC veröffentlicht – darunter auch hochwertige Titel wie «The Last of Us Part 2» und «Horizon Forbidden West». Damit soll nun Schluss sein. Sony kehrt zum altbewährten Konsolen-Business-Modell mit Exklusivspielen zurück und verabschiedet sich vom PC-Geschäft.

Kommende Exklusivspiele wie «Saros» (April) und voraussichtlich auch «The Wolverine» (September) werden ausschliesslich auf der Playstation-Plattform bleiben. Auch bereits erschienene PS5-Games wie «Ghost of Yōtei» sollen nicht mehr für PC erscheinen. Ausgenommen vom Strategiewechsel sind Spiele, die mit externen Studios entwickelt wurden, wie «Kena: Scars of Kosmora» oder «Death Stranding 2».

Live-Service-Titel der Playstation-Studios sollen ebenfalls weiterhin auf PC erscheinen – dazu gehören beispielsweise «Marathon», «Horizon: Hunter's Gathering» oder das Beat'em'Up «Marvel Tokon». Dass Multiplayer-Titel weiterhin auf mehreren Plattformen erscheinen, ist nicht verwunderlich. Online-Games leben von einer breiten Spielerbasis. Diese kann auf mehreren Plattformen schneller aufgebaut werden als auf einem einzigen geschlossenen System.

«The Wolverine»: für immer Playstation-exklusiv?
«The Wolverine»: für immer Playstation-exklusiv?

In Stein gemeisselt ist die neue Strategie nicht, dafür sei der Videospielmarkt zu unvorhersehbar, betonen Schreiers Quellen. In naher Zukunft sollten PC-User aber nicht mehr mit Playstation-Ports rechnen.

Wieso der Strategiewechsel?

Sonys Eintritt in den PC-Gaming-Markt war eine Sensation. Die ersten PC-Ports («Horizon: Zero Dawn», «Days Gone», «God of War») schlugen ein wie eine Bombe und verkauften sich auf Steam und im Epic Games Store hervorragend.

Nach dem anfänglichen Hype liessen die Verkaufszahlen neuer Releases nach. «Horizon Forbidden West», «Ratchet & Clank» und «God of War: Ragnarök» blieben allesamt hinter den Erwartungen zurück. Schätzungen zufolge machen die bisherigen PC-Ports nur einen geringen Teil (ungefähr 2 Prozent) des gesamten Umsatzes der Playstation-Division aus.

Der Grund für den drastischen Rückgang in den Verkäufen ist wohl auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Faszination, Playstation-Games auf dem PC zu sehen, hat mit der Zeit nachgelassen. Was anfangs surreal wirkte, wurde zur Normalität. Zudem hat sich Sony mit einigen qualitativ fragwürdigen PC-Ports nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Hinzu kommen ein unregelmässiger Release-Rhythmus, verzögerte Releases und Fettnäpfchen, wie der Playstation-Account-Zwang. Dies bescherte dem Unternehmen unter anderem bei «Helldivers 2» einen Online-Shitstorm.

«The Last of Us» startete mit grossen Problemen auf dem PC.
«The Last of Us» startete mit grossen Problemen auf dem PC.

Gemäss Schreier befürchteten kritische Stimmen innerhalb des Unternehmens zudem, dass PC-Ports dem Playstation-Brand langfristig schaden können. Ähnlich wie dies bei der noch aggressiveren Multiplattformstrategie von Xbox der Fall war. Die vergleichsweise geringen Zusatzeinnahmen mit Playstation-Games auf dem PC sind die langfristige Erosion der Markenidentität nicht wert.

Die Zukunftspläne von Microsoft könnten auch eine wichtige Rolle in der radikalen Kehrtwende gespielt haben. Gemäss Insiderberichten plant der Redmonder Konzern eine offene Xbox, auf der User auch andere Storefronts wie Steam installieren können. Das würde bedeuten, dass auf der nächsten Xbox auch Playstation-Games laufen würden – ein absurder Gedanke, der Sony-intern wohl für viele Diskussionen gesorgt hat.

Einschätzung: Welche Auswirkungen hat die Kehrtwende auf Sonys Konsolengeschäft?

Ein Grund für Sonys Multiplattformexperimente waren die steigenden Entwicklungskosten von AAA-Games. Projekte wie «Spider-Man 2» verschlingen mittlerweile über 300 Millionen Dollar. Das sind unglaubliche Entwicklungskosten, die mit einem Release auf einer einzigen Plattform nur schwer wieder hereingeholt werden können. Solche Blockbuster-Games müssen Verkaufsrekorde brechen, damit sie nicht als Flop eingestuft werden. Mit der Rückkehr zur Konsolenexklusivität wird der Erfolgsdruck für einzelne Studios weiter steigen – und damit auch das Risiko für Studioschliessungen.

Dass Sony sich von solch teuren Blockbuster-Produktionen abwendet, scheint jedoch unwahrscheinlich. Schliesslich sind die prestigeträchtigen, auf Hochglanz polierten Singleplayer-Games das Aushängeschild des Playstation-Brands. Stattdessen scheinen zwei Optionen wahrscheinlich.

Option A: Sony investiert neben Singleplayer-Spielen weiter vermehrt in Live-Service-Games, um den Umsatz anzukurbeln. Fehltritte wie «Concord» werden hingenommen, solange sich zwischendurch Goldesel wie «Helldivers 2» auf dem Markt durchsetzen können. Im Vergleich zu Singleplayer-Titeln spülen diese Onlinespiele langfristig Geld in die Kassen – auch auf dem PC.

Option B: Sony stopft die Lücken zwischen AAA-Releases mit weniger aufwendigen Titeln. Ähnlich wie Nintendo dies mit ihrer Exklusivstrategie macht. Zwischen grossen Blockbuster-Releases veröffentlicht das Unternehmen kleinere oder experimentellere Titel. Diese Diversifizierung sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern reduziert auch das Risiko potenzieller Flops.

Einen guten Anfang hat Sony bereits mit dem überraschenden Release von «God of War: Sons of Sparta» gemacht:

  • Meinung

    Playstation braucht mehr Games wie «God of War: Sons of Sparta»

    von Domagoj Belancic

Eine potenziell schwierige Zukunft steht dem niederländischen Studio Nixxes bevor, das seit 2021 zu den Playstation Studios gehört. Das Team hat sich auf PC-Portierungen von Singleplayer-Playstation-Spielen spezialisiert. Nixxes hat bisher die Ports der beiden «Spider-Man»-Games, «Ratchet & Clank: Rift Apart», «Horizon: Forbidden West» sowie «Ghost of Tsushima» verantwortet.

Ob Sony künftig noch einen Verwendungszweck für das Studio hat – zum Beispiel für Ports von Live-Service-Spielen – bleibt abzuwarten. Vor dem Hintergrund der kürzlichen Schliessung des Remake-Studios Bluepoint, scheint alles möglich.

  • Meinung

    Bluepoint Games ist tot – und Sony hat den Abzug selbst gedrückt

    von Rainer Etzweiler

Titelbild: Shutterstock

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Meine Liebe zu Videospielen wurde im zarten Alter von fünf Jahren mit dem ersten Gameboy geweckt und ist im Laufe der Jahre sprunghaft gewachsen.


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