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Linda Leitner
Ratgeber

Summertime Sadness: Diese 7 Bücher versüssen uns die letzten Badi-Tage

Bevor der Sommer zu Ende geht, tauchen wir noch mal richtig tief ein: Diese sieben melancholisch-schwärmerischen Bücher fangen unsere wehmütige Stimmung auf und lassen die Hitze erneut zwischen den Buchdeckeln aufflammen. Perfekt fürs Grande Badi-Finale!

Es mag abgedroschen und nach Wandtattoo klingen, aber: «Carpe Diem»! Nutz deine Zeit weise, denn bald ist der Sommer offiziell vorbei. Dann schlägst du dein Buch nicht mehr auf dem Handtuch auf, sondern sitzt mit einer Tasse Tee auf dem Sofa und trägst dabei vermutlich Socken.

Deshalb: Geniess die letzten Badi-Tage mit ihren Sonnenstrahlen ganz besonders intensiv, nimm diese Endzeitstimmung mit und transformiere sie dank bittersüsser Geschichten in eine schwärmerische Melancholie. In diesen Büchern geht es um den Sommer, aber auch immer um ein Ende. Klingt traurig? Ach was, jedes Ende ist auch ein Neuanfang. Die nächste Badi-Saison ist quasi ums Eck.

1. Ein Sommer voller Parmesan und Unsicherheiten

«Prinzip Ungefähr» von Caspar-Maria Russo über die vagen Beziehungen unserer Generation.

Der riesige Laib Parmesan, den sie überall mit hinschleppen, schwitzt genauso wie die Hauptfiguren: Masha studiert Medizin, Iggy will Filme machen. Nachdem sie sich im Zug kennenlernen, tingeln sie durch Wien, Kärnten und Italien. Sie lesen, trinken, schlafen, knabbern an Parmesan, verleben einen wilden und doch Slow Summer – und wissen dabei nie so recht, was sie vom Leben und voneinander wollen. «Prinzip Ungefähr» von Caspar-Maria Russo ist das schnoddrig-liebevolle Psychogramm einer Zeit, in der Miteinandersein und Miteinanderschlafen immer unverbindlich sein können. Selbst wenn es über Monate und Jahre geht. Könnte alles einfacher sein?

Produktbild Prinzip Ungefähr (Deutsch, Hardcover, Caspar-Maria Russo)
Belletristik

Prinzip Ungefähr

Deutsch, Hardcover, Caspar-Maria Russo

2. Wohin soll's gehen?

Die Kippe zum Vino: Kein Albumcover passt besser zum Vibe sonniger Tage als «Sommer und so» von Rebecca Martin.

Wer in seinen Zwanzigern steckt, ist jung, schön, frei und wild. Wer schon mal Ende 20 war, weiss: Gleichzeitig ist man auch wahnsinnig verloren. Genau diese Welt zwischen «Schon so viel erlebt» und «War das jetzt alles?» beschreibt Rebecca Martin in «Sommer und so» so amüsant wie schmerzhaft. Darin zieht die angehende Drehbuchautorin Rebecca von Berlin nach London und will ein cooles, mondänes Leben, das sie sich gar nicht leisten kann. Sie schwimmt im Liebeskummer und rettet sich in eine Sommerromanze mit Jeppe, einem deutlich älteren und reicheren Mann. Ein schneller, lustvoller Roman über Scham, Macht und Selbstbestimmung.

Das Cover lässt die Sommertage wieder aufleben.
Das Cover lässt die Sommertage wieder aufleben.

3. Die dunkle Vergangenheit im gleissenden Licht

Geheimnisse, so klebrig wie Lipgloss, gibt es in «Furye» von Kat Eryn Rubik.

Die Protagonistin in Kat Eryn Rubiks «Furye» ist eine attraktive und erfolgreiche Musikmanagerin. Doch hinter der glamourösen Fassade nagen der Tod ihres Vaters und eine gescheiterte In-vitro-Fertilisation-Behandlung an ihr. Ein schicksalhafter Anruf katapultiert sie an den Urlaubsort ihrer Kindheit zurück, wo die Wunden der Vergangenheit wieder aufbrechen. In zehn Kapiteln arbeitet sich die Autorin durch die tragische Lebensgeschichte der Ich-Erzählerin und ihrer engsten Freundinnen, der Furien. Ein Spiel aus Hell und Dunkel, Gestern und Heute, Wollen und Verlieren.

In «Furye» wird die Erzählerin zurück in die Vergangenheit katapultiert.
In «Furye» wird die Erzählerin zurück in die Vergangenheit katapultiert.

4. Kopfüber in den Züri-Sommer

«Sihl City» von Darja Keller ist für alle, die keine schweren Bücher mögen.

In den Geschichten und Essays in «Sihl City» taucht Autorin Darja Keller atemlos durch den siedend heissen Züri-Sommer. Sie tanzt, macht rum, begehrt, vermisst. Sie erzählt von klebrigen Tagträumen und Traumtagen, sehnsüchtig aufs Papier geschwitzt. «Sihl City» zu lesen ist wie in einen überreifen Pfirsich zu beissen: Es ist süss, es tropft, man ist schockverliebt. Und meist vergeht alles schneller, als es angefangen hat.

Mit «Sihl City» nochmal in den Züri-Sommer eintauchen.
Mit «Sihl City» nochmal in den Züri-Sommer eintauchen.

5. Die zähe Leichtigkeit der Achtziger

Früher war alles besser? «Der grosse Sommer» von Ewald Arenz zeichnet Jugend im Jahr 1981 nach.

Frieder war faul und muss nun während der Ferien für die Nachprüfungen in Mathe und Latein lernen – und das beim strengen und harten Grossvater. Sommerurlaub gestrichen. Es könnte der schlimmste Sommer seines Lebens werden, wären da nicht seine Schwester Alma, sein bester Freund Johann und Beate – das Mädchen mit dem flaschengrünen Badeanzug, das er auf dem Sprungturm kennenlernt. Im vielschichtigen und langsam erzählten Coming-of-Age-Roman «Der grosse Sommer» erzählt Ewald Arenz von Frieders prägenden Wochen, in denen die ganze Welt passiert: Freundschaft und Angst, Liebe und Tod.

Produktbild Der grosse Sommer (Deutsch, Hardcover, Ewald Arenz)
Belletristik

Der grosse Sommer

Deutsch, Hardcover, Ewald Arenz

6. Heisser Horror

«Rote Sonne» von Johanne Lykke Holm heizt mit düsteren Nachrichten ein.

Ekelhaft heiss ist es da, wo India und Kallas wohnen. Zum Glück werden sie eingeladen, ein paar Tage im Strandhaus einer Freundin zu verbringen. Dort legt sich eine unheimliche Stimmung über die scheinbare Urlaubsidylle: Im Radio wird von verschwundenen Kindern berichtet, Feuer brechen aus. Und plötzlich sind da tatsächlich drei Kinder, die ganz allein sind. «Rote Sonne» handelt von Fürsorge und Familie, aber auch von Gewalt und Traumata. Autorin Johanne Lykke Holm gelingt es, dank ihrer intensiven Bildsprache die Hitze zwischen den Buchdeckeln förmlich brutzeln zu lassen.

7. Ist das alles wirklich so passiert?

«Super einsam» von Anton Weil ist absurd, wild und todtraurig – und dabei sitzt jeder Satz.

Vito will nach einer Trennung nur noch raus aus dem stickigen Berlin, wo er oft verkatert und trotz Arbeitslosigkeit immer in Eile ist und dabei stark schwitzt. Am liebsten möchte er in Richtung Frankreich – an die Atlantikküste, ans Meer, wo es doch früher mit seiner Mutter immer so schön war. Da muss es doch auch jetzt noch schön sein? Bevor er aber dorthin kommt, nimmt uns Schriftsteller Anton Weil mit auf einen Höllenritt in die Abgründe von Vitos Psyche – inklusive wirrem Kampf mit der eigenen Einsamkeit.

«Super einsam»: Der Titel ist Programm.
«Super einsam»: Der Titel ist Programm.
Titelbild: Linda Leitner

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Autorin Linda Leitner liebt es, Pläne zu haben. Sie mag Restaurant-Reservierungen, virtuos komponierte Outfits und Getränke auf Balkonen. Das beste Kompliment, das sie je bekommen hat: Sie wisse sich das Leben schön zu machen. Deshalb ist sie entweder im Urlaub oder mit einem Buch in der Badi. 


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