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Siri bekommt ein Hirn von Google
von Samuel Buchmann

Nach 15 Jahren als CEO übergibt Tim Cook die Zügel von Apple per 1. September 2026 an John Ternus. Dieser war bisher Hardware-Chef. Sein Posten wird neu von Johny Srouji besetzt.
Apple vollzieht den grössten Führungswechsel seit dem Tod von Steve Jobs: CEO Tim Cook tritt zum 1. September 2026 im Alter von 65 Jahren ab. Er übergibt an den 50-jährigen John Ternus, bislang Senior Vice President Hardware Engineering. Cook führt das Unternehmen seit 2011. Nun wechselt er in die Rolle des Verwaltungsratsvorsitzenden und soll sich dort weiterhin um den Austausch mit Politik und Regulierungsbehörden kümmern.
«Es war das grösste Privileg meines Lebens, CEO von Apple zu sein und mit der Führung eines solchen aussergewöhnlichen Unternehmens betraut zu werden», schreibt Tim Cook in Apples Pressemitteilung. Seinem Nachfolger attestiert er «den Verstand eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, mit Integrität und Ehre zu führen.» John Ternus schreibt: «Ich bin zutiefst dankbar für diese Gelegenheit, Apples Mission weiterzuführen.»
Cook arbeitet seit über 25 Jahren bei Apple. Er prägte den Konzern weniger als Produktvisionär, sondern als Manager von Lieferketten und neuen Geschäftsmodellen. Unter seiner Führung stieg Apples Börsenwert von 350 Milliarden auf 4 Billionen US-Dollar. Er baute das Servicegeschäft mit Angeboten wie iCloud, Apple Music und Apple TV zu einem Bereich mit mehr als 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz aus. Zudem schuf er neue Produktkategorien wie Apple Watch, AirPods und zuletzt das Mixed-Reality-Headset Vision Pro.
Der designierte neue CEO John Ternus arbeitet seit 2001 bei Apple. Er kommt aus dem Produktdesign, stieg 2013 zum Vice President Hardware Engineering auf und gehört seit 2021 zur Konzernspitze. Ternus war an zahlreichen Generationen von iPhone, iPad, Mac und Apple Watch beteiligt, sowie an Apples Umstellung auf die hauseigenen M-Chips 2020. In jüngster Zeit war er mitverantwortlich für das iPhone Air und das MacBook Neo.

Mit Ternus rückt jemand an die Spitze, der tief im Hardwaregeschäft verankert ist – in einem Moment, in dem Apple wegen seiner zögerlichen KI-Strategie unter Druck steht. Wettbewerber wie Microsoft und Google investieren massiv in eigene Sprachmodelle, während Apple vor allem auf die Integration von KI-Funktionen in seine Geräte setzt und dafür eine Partnerschaft mit Google eingeht. Auch die immer längere Nutzungsdauer von Smartphones ist eine Herausforderung für den Konzern, da das iPhone nach wie vor einen Grossteil des Umsatzes ausmacht.
Neuer Chef der Hardwareentwicklung wird Johny Srouji. Er erhält zusätzlich den Titel Chief Hardware Officer. Srouji gilt als Architekt der Apple-Silicon-Strategie: Unter seiner Führung entwickelte Apple eigene Prozessoren wie den A4 für das iPhone und die M-Chips für den Mac und baute grosse Entwicklungszentren in Israel auf. Srouji verantwortet nun Chips, Batterien, Kameras, Sensoren, Displays und Modems über das gesamte Produktportfolio hinweg.

Der Wechsel an der Spitze kommt nicht überraschend. In den letzten Monaten verdichteten sich die Gerüchte über Tim Cooks Rücktritt, der wohl von langer Hand geplant war. Der Zeitpunkt für die Ablösung, direkt nach Apples 50-jährigem Jubiläum, ist symbolisch klug gewählt. Auf das Marketing-Genie Steve Jobs und den Lieferketten-Spezialisten Tim Cook folgt nun ein Ingenieur als CEO. Man darf gespannt sein, ob Apple unter ihm wieder mehr radikale Innovationen hervorbringt.
Mein Fingerabdruck verändert sich regelmässig so stark, dass mein MacBook mich nicht erkennt. Der Grund: Sitze ich nicht vor einem Bildschirm oder stehe hinter einer Kamera, hänge ich oft an den Fingerspitzen in einer Felswand.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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