
«Hello Kitty Party Land»: Zuckerschock auf dem Spielbrett
Wer «Mario Party» in- und auswendig kennt und «Hello Kitty» liebt, kann sich auf ein kunterbuntes Brettspielabenteuer mit Zuckerguss freuen. Im Vergleich zu Nintendos Partyspiel trittst du hier aber nicht gegen Freunde an – sondern spielst mit ihnen.
«Hello Kitty» lädt mich auf eine riesige Party ein – dieser Einladung muss ich als grosser Fan des Sanrio-Universums natürlich folgen! In der Welt der kleinen weißen Katze gibt es eine Insel, auf der immer gute Stimmung herrscht. Im «Party Land» erwarten mich viele neue Freunde und ein großes Minispielparadies.
Wenn ich «Hello Kitty Party Land» spiele, fühle ich mich nie allein. Zu jeder Zeit habe ich als Solospielerin die Bewohner der Partyinsel an meiner Seite. Im Multiplayer-Modus übernehmen meine Freundinnen die Plätze der Inselbewohner.
Am Anfang erstelle ich mir einen putzigen Avatar und suche aus, mit welchem Spielkameraden ich die Insel betrete. Das Sanrio-Universum ist riesig und in «Hello Kitty Party Land» lerne ich viele Charaktere kennen, die nicht so bekannt sind wie Cinnamoroll oder Hello Kitty. Fun Fact: Der Name von Hello Kitty ist eigentlich Kitty White.
Virtuelles Brettspiel mit 45 Minispielen
Das Herz von «Hello Kitty Party Land» sind die Brettspiele in feinster «Mario Party»-Manier. Es stehen nur drei verschiedene Spielbretter zur Auswahl: «Buntes Blumen-Festival», «Tropischer Abendzauber» und «Neon-Zauber-Nacht». Auf den Spielfeldern geht es darum, in Minispielen möglichst viele Ressourcen zu sammeln, damit am Abend Feierlichkeiten stattfinden können.

Um an die gewünschten Ressourcen zu kommen, würfle ich und ziehe klassisch die gezeigten Augenzahlen nach vorn. Bleibe ich auf einem Aktionsfeld stehen, kann ich den Inselbewohnern bei ihrer Arbeit helfen: Wäsche hängen, Hotdogs mit Ketchup bespritzen oder Gegenstände sortieren. Diese Aushilfstätigkeiten finden in einem Popup-Fenster am oberen Bildschirmrand statt, während die anderen Teams ihren Zug machen. Als Dank bekomme ich Ressourcen wie Wassertropfen, Blumen oder Blitze.
Stoppe ich auf einem Minispielfeld, spielen alle Teams gemeinsam. Dabei geht es um das gemeinschaftliche Erreichen von Punkten, nicht um kompetitives Spielen. Es gibt 45 Minigames, von denen zufällig eins ausgewählt wird. Es wird gepuzzelt, Obst geschält oder wie in «Mission: Impossible» Laserstrahlen ausgewichen.
Als Belohnung bekommen alle Teams einige der gesuchten Ressourcen, die an einer der Sammelstellen auf dem Spielbrett abgegeben werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Team 70 Prozent einreicht und der Rest jeweils zehn Prozent oder gar nichts zur Sammlung beträgt: Hauptsache, das Gesamtziel wird erreicht. Durch das kooperative Spielprinzip fehlt mir ein bisschen der Ehrgeiz, die Minispiele zu gewinnen. Zum Hello Kitty-Universum passt das aber gut.

Mein Würfelwurf ist manchmal völlig irrelevant
Die Spielbretter stecken voller liebevoll gestalteter Details und sind mit ihren bunten Farben und lustigen Charakteren schön anzusehen. Die Spielregeln sind allerdings nicht immer ganz klar. Manchmal bleibt mein Charakter zum Beispiel beim Vorbeiziehen automatisch an einem Shop stehen, um den Bewohnern bei einer Aufgabe zu helfen, manchmal nicht. Dadurch kann ich nie einschätzen, ob mein Avatar die gewürfelte Distanz tatsächlich zurücklegt oder zwischendurch anhält.
Die 45 Minispiele aus dem Brettspielmodus sind auch ohne vorheriges Freischalten verfügbar. Je besser ich mich bei diesen Games anstelle, desto mehr Münzen erhalte ich für neue Outfits und Accessoires. Außerdem schalte ich mit dem Spielen der Minigames neue Spielgefährten frei.
Inhaltlich sind die Minispiele in «Mario Party»-Manier abwechslungsreich und mit einer Extraportion Niedlichkeit gestaltet. Ich muss zum Beispiel einen Erdbeerkuchen heimlich dekorieren, Tauziehen mit bunten Schleifen spielen oder gemeinsam mit meinen Freunden einen Streetfood-Stand führen.

Die Minispiele sind nie besonders umfangreich oder schwierig, sodass auch junge Partygäste die Regeln schnell verstehen. Meistens brauche ich lediglich den Stick sowie eine Aktionstaste. Dadurch fühlen sich manche Spiele für erwachsene «Hello Kitty»-Fans zu simpel an.
Bingo mal anders – aka Minispiele unter Zeitdruck
Während ich mir die normalen Minispiele in Ruhe aussuchen kann, geht es beim Modus «Helferlein-Bingo» stressiger zu. In diesem sind Aushilfsjobs gelistet, die ich bereits von den Shops auf den Spielbrettern kenne. Unter Zeitdruck versuche ich, so viele wie möglich zu absolvieren. Meine drei (KI-)Mitspieler haben das gleiche Ziel. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, wähle ich die nächste aus, bis kein Job mehr übrig ist.
Jede erfüllte Aufgabe weist mir eine Nummer zu, die ich auf meinem Bingo-Zettel ankreuze. Am Ende gewinnt, wer die meisten Bingos erreicht hat. Das ist der einzige Spielmodus, in dem ich gegen meine Freunde spiele. Alle anderen zielen darauf ab, gemeinsam eine hohe Punktzahl zu erreichen. Da sich die «Hello Kitty»-Welt um Freundschaft dreht, in der sich alle lieb haben, steht dieser Spielmodus im Kontrast zu den kooperativen Minigames. Ich hätte das Bingo für mein Spielerlebnis nicht gebraucht, da es nur die winzigen Aushilfsjobs betrifft, die dem Spiel sowieso keinen großen Mehrwert geben.

Beschäftigungen abseits der Spiele
Auf der Partyinsel von «Hello Kitty» gibt es ein großes Shoppingcenter. Dort rüste ich mich mit neuen Kleidungsstücken, Accessoires oder Items wie Schaufeln oder Giesskannen aus. Dabei gebe ich Münzen aus, die ich in Minispielen verdient habe. Oder ich gönne mir im Restaurant eine kleine Verschnaufpause.
Mit einer fluffigen Wolke, die wie ein Fahrstuhl agiert, fliege ich von der Partyinsel auf die Sky Farm. Dort zupfe ich Unkraut, ernte Gemüse und gieße die Pflanzen im Beet, sofern ich die dafür vorgesehenen Geräte zuvor im Kramladen gekauft habe. Außerdem kann ich auf der Sky Farm eine Höhle erkunden, in der ich Geschenke von meinem Spielgefährten erhalte und versteckte Charaktere suche. Als kleine Verschnaufpause zwischen den kunterbunten Games ist es eine nette Abwechslung.

Viele Charaktere mit Stickern zum Sammeln
Im Shoppingcenter gibt es einen Raum, in dem alle verfügbaren Spielgefährten warten. Dort kann ich jederzeit meinen Begleiter wechseln. Je länger ich mit My Melody, Chococat und Co. spiele, desto enger wird unsere Bindung. Lange Gespräche oder Einblicke in ihr Leben gibt es nicht, sodass ich die Charaktere leider nur oberflächlich kennenlerne.
Stattdessen schenken mir die Charakter Sticker, um mein Stickeralbum zu komplettieren. Manche Figuren tauchen erst mit fortgeschrittenem Spielverlauf auf. Zum Beispiel, wenn ich tiefer in die Höhle auf der Sky Farm vordringe oder nach dem Beenden bestimmter Minispiele. Es motiviert mich, alle Ecken im Party Land zu erkunden, um mein Sammelalbum zu füllen. Dank vieler kleiner Aufgaben und zahlreicher Spiele gibt es viel zu tun.

«Hello Kitty Party Land» ist erhältlich für Switch und Switch 2. Bandai Namco hat mir ein Testexemplar zur Verfügung gestellt.
Fazit
Wie «Mario Party», aber zusammen und nicht gegeneinander
«Hello Kitty Party Land» bietet genau das, was ich mir davon erhofft habe: ein «Mario Party»-Spielprinzip mit knuffigen Charakteren für Groß und Klein. Das Spiel braucht keine langen Erklärungen zur Steuerung und ich kann mit meinen Liebsten direkt loslegen.
Im Brettspielmodus sind die Regeln manchmal inkonsistent. Das stört den Spielfluss enorm. Ich springe deshalb bevorzugt in die vielen Minigames, die optisch perfekt in das Zuckerwatteland von Hello Kitty passen und nur wenige Minuten dauern. Mir gefällt besonders der Aspekt, dass das kooperative Spiel zur Lore von «Hello Kitty» passt: Das Party Land ist ein Ort voller Freunde, die miteinander spielen und nicht gegeneinander.
Für Erwachsene mag das eine oder andere Minispiel zu einfach sein. Das war in Anbetracht des kinderfreundlichen Franchises zu erwarten und geht für mich deshalb in Ordnung. Wer anspruchsvolles Gameplay erwartet und sich gern mit Freunden duelliert, wird hier enttäuscht.
Pro
- bekanntes Party-Spielprinzip aus Brettspiel und Minigames
- alle 45 Minispiele sind direkt verfügbar
- kleine Aufgaben abseits der Spiele sorgen für Abwechslung
- zuckersüße Optik
- Stickeralbum triggert Sammelwut
Contra
- viele Charaktere, aber keine Möglichkeit, sie besser kennenzulernen
- Spielregeln auf den Brettern teilweise inkonsistent
- Minispiele zu einfach für erwachsene Fans von Hello Kitty
Ich hatte als Kind weder einen Gameboy noch einen Super Nintendo. Darum stieg ich erst mit fünfzehn Jahren in die Welt des Gamings ein. Seither versuche ich, den Rückstand mit allen Mitteln gutzumachen. Schaue ich mir die jährlich steigende Zahl der Game-Releases an, scheint sich aber die gesamte Branche gegen mich verschworen zu haben.
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