
Mit dem Vivo X500 Pro Max und seiner 400-mm-Anstecklinse auf Teneriffa unterwegs
Die Vorstellung des Vivo X500 Pro Max außerhalb Chinas fand auf Teneriffa statt. Ich nutze die Chance und teste das Smartphone samt seinem Zubehör auf seine Touri-Tauglichkeit. Dabei gefällt mir die 400-mm-Anstecklinse besonders.
Der Tag beginnt auf dem Meer und endet auf über 2000 Meter Höhe. Morgens geht es mit einem Boot auf die Suche nach Grindwalen und zur Steilküste Los Gigantes. Abends der Blick auf den Vulkan Teide und in die Sterne. Immer dabei: das Vivo X500 Max Pro und die 400-mm-Anstecklinse. Die 200-Millimeter-Version lasse ich im Hotel. Sie bietet mir zu wenig Mehrwert.

Immer eine passende Kamera dabei
Standardmäßig verkauft Vivo das X500 Max Pro alleine. Das Set mit zwei Telekonvertern kostet knapp 500 Euro oder Franken extra. Vivo bietet sie aber auch einzeln an. Die Verfügbarkeit bei uns ist noch unklar. Im Lieferumfang ist eine Hülle zur Befestigung der Anstecklinsen sowie ein Kameragriff zum Anstecken enthalten.

Damit fühlt sich das Smartphone schon sehr nach Kamera an – mit allen Vor- und Nachteilen. So passt es zum Beispiel nicht mehr in die Hosen- oder Jackentasche.

Der langsame Autofokus macht «Whale Watching» zum Glücksspiel
Um Viertel nach neun legen wir in Puerto Colòn ab. Nach knapp einer Stunde auf dem Katamaran sind Grindwale in Sicht. Voller Freude begebe ich mich mit der angesteckten 400-Millimeter-Linse an die Reling und bin gleich mit einem Problem konfrontiert: Die Meeressäuger tauchen immer nur kurz auf und ich weiß nicht, wo genau. Das macht es zum Glücksspiel, sie in den Bildausschnitt zu bekommen. Außerdem erweist sich der Autofokus unter diesen Bedingungen als zu langsam. Aber der eine oder andere Schnappschuss gelingt mir doch.
Im Folgenden verwende ich Bildergalerien, die in der mobilen Ansicht nicht als solche zu erkennen sind. Wisch einfach nach links für weitere Bilder.



Mit dem regulären Teleobjektiv des Smartphones ist es leichter, die Wale abzulichten, allerdings nicht bildfüllend, wie ich es gerne hätte. Einige der Tiere kommen dem Boot dann doch sehr nahe und die Hauptkamera übernimmt. Es bleibt aber bei der Draufsicht und verschwommenen Grindwalen unter der Wasseroberfläche.
Diese Steilküste ist zu hoch für die 400-mm-Linse
Nach der Begegnung mit den Tieren nimmt das Schiff wieder Kurs Richtung Küste. Das Ziel sind die Los Gigantes, eine bis zu 450 Meter hohe Steilküste. Deren Größe lässt sich nur mit der Haupt- oder der Telekamera festhalten. Für den Telekonverter sind wir schon zu nah dran. Damit gelingen nur noch Detailaufnahmen der Bebauung, die vor der Steilküste liegt.



Mit schönen Selfies aus dem Urlaub grüßen
Zeit für ein Selfie in der Sonne vor den Los Gigantes ist aber noch. Die Frontkamera lichtet mich scharf und gut ausgeleuchtet vor der Kulisse ab, die aufgrund der Entfernung unscharf ist. Auf der Hochebene am Vulkan Teide stehe ich am Nachmittag dann schon im Schatten. Aber auch hier enttäuscht die Frontkamera nicht.


Den Vulkan mit allen Kameras einfangen
Die weite, karge Landschaft ist eindrucksvoll und lässt sich kaum mit einem Foto einfangen. Die Hauptkamera zeigt aber, dass Kontraste für sie kein Problem sind. Sie fängt den gesamten Vulkan ein. Für den genauen Blick auf den wolkenverhangenen Gipfel des Teide montiere ich die 400-mm-Linse.
An anderer Stelle komme ich wieder in die Sonne und habe eine eindrucksvolle Felsformation vor mir. Die Hauptkamera hat für sie eine zu große Brennweite. Aber die Ultraweitwinkelkamera liefert zum Glück auch gute Fotos.






Die Touri-Tour führt mich weiter in den Norden der Insel. Ich bleibe über den Wolken und erhasche einen Blick auf den Sonnenuntergang. Mit dem Teleobjektiv des Smartphones hole ich sogar die beiden höchsten Erhebungen von Las Palmas im Dämmerlicht nah heran.
Lange Belichtungszeiten klappen aus der freien Hand
Der Abend endet in Dunkelheit mit einem Blick in den Himmel. In der Kamera-App gibt es einen extra Mondmodus und mit dem Telekonverter und einer digitalen Vergrößerung auf 1600 mm füllt der Erdtrabant einen großen Teil des Bildes. Auf der Erde sorgt das Mondlicht für Helligkeit. Für meinen Geschmack schon fast zu hell für ein Foto bei Nacht. Immerhin sind Sterne am Himmel zu erkennen.




Die Telekamera offenbart dann aber die Probleme der Belichtungszeiten mit teilweise zweistelligen Sekundenzahlen. Es ist erstaunlich, diese Zeiten aus der Hand halten zu können, und auf dem Smartphone sieht das auch gut aus, aber bei genauerer Betrachtung lässt die Bildqualität dann doch zu wünschen übrig.
Als Fotograf würde ich Kritik an den Details der Bildqualität bei Dunkelheit oder dem Tempo des Autofokus äußern. Als Tourist bin ich dagegen vom Vivo X500 Max Pro begeistert. Ein Klick genügt und ich habe eine Aufnahme im Kasten, die ich sofort verschicken oder posten kann, um allen zu zeigen, wie schön mein Urlaub ist. Und als Erinnerungen taugen die Aufnahmen später auch wunderbar.
Wellenreiten in Zeitlupe
Mit den Video-Features des X500 Pro Max habe ich mich kaum beschäftigt, aber die Slo-Mo-Funktion in Verbindung mit der 400-mm-Linse hat es mir angetan. Den Wellenreitern bin ich so ganz nah gekommen.
Nicht nur im Urlaub ein robuster Begleiter
Egal, ob die Sonne draufscheint oder es dunkel ist, das 6,85 Zoll große AMOLED-Display erweist sich als hilfreicher Sucher, der seine Helligkeit selbst anpasst. Im «High Brightness Mode» liegen bis zu 2000 Nits drin. Mit einer Auflösung von 3168 × 1440 Pixeln, einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hertz sowie einer hundertprozentigen Abdeckung des DCI‑P3‑Farbraums bietet sich der Bildschirm auch für Spiele oder Videos an.

Das gesamte Smartphone ist nach nach IP69 wasserdicht und hält sogar Strahlwasser aus. Oder anders gesagt: Selbst in einem regnerischen Urlaub kann ich damit sorgenfrei fotografieren. Der Rahmen besteht aus Aluminium und die Rückseite je nach Farbe aus Glas oder mit Karbon verstärktem Kunststoff. Fällt bei meinem Testgerät das Licht im richtigen Winkel darauf, glitzert die Rückseite.

Der Akku reicht für einen langen Touri-Tag
Trotz mehrerer hundert Fotos erfreut mich das X500 Pro Max am nächsten Morgen immer noch mit einem zu 60 Prozent geladenen Akku. Ich habe das Smartphone überwiegend als Kamera benutzt. Routenplanung, Social Media und Ähnliches würden die Batterie noch weiter belasten. Aber ein Ausflug über den ganzen Tag ist ohne Powerbank möglich.
Und das, obwohl die Akkukapazität mit 6750 mAh für ein Top-Smartphone eines chinesischen Herstellers eher gering ausfällt. Die Schwestermarke Oppo verbaut im Find X10 Pro Max in Europa beispielsweise einen 7150-mAh-Akku. Vivo hat mit dem gleichen Chipsatz aber anscheinend ein effizienteres System gebaut. In unserem Akkutest hält das Smartphone 25 Stunden und 29 Minuten durch. Das Oppo schafft mit seiner größeren Batterie neun Minuten weniger.

Mit dem passenden Netzteil ist das X500 Pro Max auch schnell wieder geladen. Bis zu 90 Watt nimmt es über seinen USB-C-Anschluss entgegen. Kabellos sind es immerhin noch bis zu 40 Watt.
Viel Leistung für Bildbearbeitung
Vivo verbaut im X500 Pro Max den Dimensity 9600 Pro und stellt ihm zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Damit ist die Bildverarbeitung schnell erledigt, auch wenn ich mit einem schnellen Wechsel in die Galerie teilweise noch das unfertige Foto sehe, das nach einem kurzen Moment in die finale Ansicht wechselt. Auch für weitere Anwendungen, inklusive der Bildbearbeitung, bietet das Smartphone mehr als genug Rechenkraft.
Vivo verwendet die gleiche Hardware wie Oppo im bereits erwähnten Find X10 Pro Max. Im Durchschnitt mehrerer Benchmark-Tests erreicht das X500 Pro Max allerdings bessere Ergebnisse. Auch der Snapdragon 8 Elite Gen 5 und der Exynos 2600 in zwei Samsung-Smartphones bleiben hinter dem Vivo zurück. Allerdings hat Qualcomm bereits den Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 vorgestellt, der in der nächsten Smartphone-Generation wahrscheinlich noch bessere Werte erreicht. Der Dimensity genügt mir aber völlig.
Origin OS mit Apple-Faible und wenig KI
Vivo erweitert Android 17 auf dem X500 Max Pro um eine eigene Oberfläche und nennt es Origin OS 7. Neben optischen Anpassungen, die von Apples «Liquid Glass» abgeschaut wirken, gibt es einige spannende funktionale Erweiterungen. Ganz neu ist Workbench. Hiermit lassen sich bis zu fünf Apps gruppieren – und wichtig: Beim Wechseln laufen sie weiter und werden nicht in den Hintergrund geschickt. So lässt sich zum Beispiel während eines Videoexports, bei dem die App sagt, du sollst sie nicht verlassen, trotzdem die Anwendung wechseln.

Zudem hat es Vivo geschafft, seine Android-Geräte mit macOS zu verbinden. So funktionieren AirDrop und über Continuity lässt sich das Smartphone spiegeln und vom Mac darauf zugreifen.
Auffällig ist, dass Vivo bei KI-Tools sparsam ist. Gemini ist als KI-Assistent vorinstalliert. Ansonsten habe ich KI-Funktionen bisher nur in der Bildbearbeitung gefunden. Eigene Werkzeuge für Textbearbeitung, Übersetzung, Erstellung von Inhalten und Ähnliches, bietet Vivo nicht an.

Ebenfalls positiv fällt mir auf, dass Vivo mit eigenen und vor allem Drittanbieter-Apps sehr zurückhaltend ist. Nur Facebook ist vorinstalliert.
Vivo hat die Reise nach Teneriffa organisiert und bezahlt.
Fazit
Einwandfreier Begleiter im Urlaub und Alltag
Als Tourist bin ich vom Vivo X500 Pro Max vollends überzeugt. Ich erhalte unter allen Bedingungen super Fotos. Das Display zeigt dabei keine Schwächen und der Akku hält problemlos den ganzen Tag durch. An Rechenkraft zur Bildbearbeitung oder zum Spielen mangelt es ebenfalls nicht. Bleibt am Ende nur der Preis, für den man auch schon eine Woche Urlaub machen kann.
Als Fotograf freue ich mich über die zusätzlichen Blickwinkel, die mir die optionalen Anstecklinsen bieten – auch wenn ich fast immer nur eine davon benutze. Es ist allerdings etwas umständlich, sie je nach Motiv wechseln zu müssen. Mit dem Griff an der Hülle fühlt sich das Vivo X500 Pro Max zudem sehr nach einer Kamera an.
Pro
- sehr lange Akkulaufzeit
- hervorragende Kameras
- helles Display
Contra
- Autofokus zu langsam für schnelle Motive
- mittelmäßige Bildqualität bei Dunkelheit
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus.
Unsere Expertinnen und Experten testen Produkte und deren Anwendungen. Unabhängig und neutral.
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