
OLED vor dem nächsten Durchbruch? LG zeigt neue Fertigungstechnik
LG verspricht OLEDs, die heller leuchten, länger halten und weniger Strom verbrauchen. Möglich machen soll das eine neue Fertigungstechnik namens FLiPP. Klingt nach dem nächsten grossen OLED-Sprung – doch ganz so einfach ist es nicht.
LG Display hat an der Fachmesse IMID 2026 im südkoreanischen Busan eine neue Fertigungsmethode für OLED-Bildschirme vorgestellt: FLiPP, kurz für «FMM-Less innovative Pixel Patterning». So will LG OLED-Panels herstellen, ohne die sogenannte Fine Metal Mask (FMM) zu benötigen.
Klingt nach Fachchinesisch? Keine Sorge, ich erkläre dir, was das bedeutet – und warum es wichtig ist.
Die Fine Metal Mask – und warum LG sie loswerden will
Stell dir eine Schablone mit unzähligen winzigen Löchern vor, durch die man Farbe sprüht. Genau das macht die FMM bei der OLED-Herstellung. Eine hauchdünne Metallplatte mit mikroskopisch kleinen Öffnungen sorgt dafür, dass die roten, grünen und blauen Leuchtpunkte exakt an ihrem Platz landen. Das Problem: Je grösser der Bildschirm, desto eher verzieht sich diese Maske – mit der Folge, dass Farben verrutschen oder ungenau sitzen. Ausserdem braucht jede Displaygrösse ihre eigene, teure Maske.
Genau dieses Nadelöhr will LG mit FLiPP umgehen. Statt durch eine physische Schablone zu sprühen, setzt das Unternehmen auf Fotolithografie und UV-Licht – ein Verfahren, das man eher aus der Chip-Herstellung kennt. Die roten, grünen und blauen Leuchtpunkte werden zunächst grossflächig aufgetragen, überschüssiges Material wird danach gezielt mit UV-Licht weggeätzt. Keine Maske, kein Verziehen, keine Grössenbeschränkung.
Bemerkenswert ist, dass FLiPP speziell für RGB-OLEDs gedacht ist – jene Bauweise, die für die brillante Bildqualität von Smartphone- und Tablet-Displays sorgt, aber bislang nie in TV-Grössen skaliert werden konnte. Der Grund: Genau daran scheiterte bisher die Fine Metal Mask.
Und die Zahlen, die LG dazu nennt, sind nicht ohne: Laut Hersteller lässt sich mit FLiPP die sogenannte Apertur – vereinfacht gesagt, der Anteil der Fläche, die tatsächlich Licht abgibt – um rund 55 Prozent steigern. Je nachdem, wie ein Hersteller diesen Spielraum nutzt, sollen daraus eine bis zu 60 Prozent höhere Spitzenhelligkeit, eine um 140 Prozent längere Lebensdauer oder ein um 13 Prozent tieferer Stromverbrauch resultieren.Wichtig dabei: Das sind keine drei Boni, die man gleichzeitig einsacken kann, sondern drei mögliche Stellschrauben.
Wann kommt FLiPP auf den Markt?
Die neue Technik wäre laut LG für so gut wie jede Displaygrösse einsetzbar, von 1 bis 100 Zoll, inklusive VR- und AR-Brillen. Zum Start soll FLiPP aber zunächst bei Tablets und Monitoren zum Einsatz kommen, bevor es sich auf andere Produktkategorien wie grosse TVs ausweitet. Wann genau das passiert, sagt LG nicht. Ein konkretes Startdatum für Produkte mit FLiPP-Panels gibt es bislang nicht.
LG Display ist mit solchen Ankündigungen an der IMID nicht allein unterwegs. Konkurrentin Samsung Display zeigte an derselben Messe eigene Neuheiten, etwa ein dehnbares Micro-LED-Panel. Die beiden südkoreanischen Platzhirsche demonstrieren damit, dass sie technologisch nicht stillstehen, während chinesische Hersteller wie TCL oder Hisense im TV-Geschäft zunehmend aufholen.
Technisch ist FLiPP also ein cleverer Ansatz, der ein reales Problem der OLED-Fertigung angeht. Trotzdem gilt wie immer bei Messe-Ankündigungen: Das sind Herstellerzahlen aus dem eigenen Labor, keine unabhängig verifizierten Messungen. Bis die ersten FLiPP-Panels tatsächlich in Tablets oder Monitoren stecken, dürfte noch einige Zeit vergehen – und ob die vollmundigen Versprechen im Alltag halten, zeigt sich erst dann.
Ich schreibe über Technik, als wäre sie Kino, und über Filme, als wären sie Realität. Zwischen Bits und Blockbustern suche ich die Geschichten, die Emotionen wecken, nicht nur Klicks. Und ja – manchmal höre ich Filmmusik lauter, als mir guttut.
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