

Ordnungshelfer, die bei mir nichts als Chaos gestiftet haben
Organisation ist nicht immer die Lösung. Manchmal macht ein neues System alles nur noch schlimmer – und bringt so das eigentliche Problem ans Tageslicht. Drei Paradebeispiele aus meinem Alltag.
Wenn das Chaos überhand nimmt, suchen wir gerne nach (vermeintlich) praktischen Ordnungshelfern. Und ja, die gibt es. Aber ich behaupte jetzt mal ganz frech: Einen Grossteil dieser Aufräum- und Organisationsprodukte bräuchten wir gar nicht, wenn wir unser Konsumverhalten an die kürzere Leine nehmen würden. Mein Problem ist nämlich, dass ich mehr kaufe, als ich brauche und folglich mehr besitze, als ich unterbringen kann. Da versagt früher oder später auch das beste System, wie diese drei Anekdoten beweisen.
Die Parfüm-Treppe
«Wohin mit all meinen Parfüm-Flakons?» Ich entschied mich für die dümmste aller möglichen Antworten und kaufte eine Gewürztreppe. Zur Einordnung: Ich bin weder Sammlerin, noch beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit Düften. Mein Interesse ist durchschnittlicher Natur. Warum also besass ich dermassen viele, dass sie auf meiner Kommode dennoch keinen Platz fanden? Eine Frage, die ich mir vor dem Kauf des Acryl-Organizers «Linus» von iDesign hätte stellen sollen.

Aber gut, folgen wir mal meiner Lernkurve: Am ersten Tag verspürte ich Stolz. Hübsch, wie sie farbkoordiniert und griffbereit von der Tribüne herunterschauten. Hast du toll gemacht, Nati. Wenige Wochen später der Eklat: Meine «Kollektion» ist gewachsen, auf der Treppe kein Platz mehr, das System kollabiert. Mittlerweile habe ich alle meine Düfte bis auf einen Bodyspray verschenkt und bin super happy mit der Entscheidung. Linus hat auch ein neues Zuhause gefunden.
Das Stackers-System
Ich trage immer dieselben paar Schmuckstücke. Trotzdem unterhielt ich bis vor Kurzem eine Herberge für all den billigen Modeschmuck, der sich bei mir über die Jahre angesammelt hat. Du weisst schon: für den seltensten Fall aller seltenen Fälle. Statt mich einfach von den Altlasten zu befreien und meine wahren Schätze in einer kleinen Schatulle unterzubringen, was habe ich da getan? Richtig! Viel Geld in die Hand genommen und auf einen klobigen Ordnungshelfer gesetzt, der gefühlt die Hälfte meines Kleiderschranks beansprucht hat. Und ich habe das System sogar regelmässig erweitert, um mehr «Freiraum» für die einzelnen Teile zu schaffen. Unglaublich!
So sah übrigens mein überrissener «Bauplan» aus:
Wenn ich diesen alten Beitrag von mir sehe, muss ich gleich schmunzeln.
Versteh mich nicht falsch: Das modulare Aufbewahrungssystem von Stackers ist klasse – vorausgesetzt Schmuck ist der Dreh- und Angelpunkt deiner Garderobe. Das ist bei mir definitiv nicht der Fall.
Mittlerweile bin ich auf dem Weg der Besserung: Um meinen Pullis wieder mehr Platz einzuräumen, habe ich radikal aussortiert und meine Lieblinge auf zwei «Stockwerke» konsolidiert. So konnte ich ein paar Einlageelemente entfernen. Das Verschlanken ist aber immer noch «in progress».
Die Tee-Box
Wie toll wäre es doch, wenn alle meine Teebeutel schön übersichtlich an einem Ort vereint wären. Kein mühsames Rumgefummel an Kartonschachteln, kein Wühlen. Gedacht, gekauft: die Teebeutel-Box. Zehn separate Fächer und ein Sichtfenster aus Acrylglas. Ja, das Teil schreit förmlich: «Ich habe mein Leben im Griff!»
Doch bereits beim Einräumen wich das selbstgefällige Lächeln von meinen Lippen: Ein paar meiner Teebeutel waren zu breit für die Fächer. Und quer reinstellen hätte die Ordnung gestört. Hinzu kam, dass ich so viele Beutel und unterschiedliche Sorten besass, dass diese gar nicht alle Platz in der Bambus-Truhe fanden. Argh! Unterdessen habe ich die Kiste verschenkt, meinen Teebeutel-Bestand durch exzessiven Konsum reduziert und auf ein paar ausgewählte Sorten losen Tee umgestellt, um weniger Abfall zu produzieren.
Natürlich gibt es auch Lösungen und Produkte, die tatsächlich einen Mehrwert generieren. Nur sind die, wie ich finde, viel seltener anzutreffen.
Jetzt will ich von dir wissen: Welche Enttäuschungen und Gamechanger stehen auf deiner Liste?
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.
Hier liest du eine subjektive Meinung der Redaktion. Sie entspricht nicht zwingend der Haltung des Unternehmens.
Alle anzeigen





