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Meinung

Warum eine digitale Autowerkstätte Sinn ergibt

Lars Petersen
16/1/2026

Eine Studie von Studierenden der Universität St. Gallen legt Werkstätten nahe, ihre Arbeitsabläufe zu digitalisieren und sich von der Garage zur «Service-Cloud» zu entwickeln. Mir gefällt das. Vier Ideen, wie die Werkstätte der Zukunft aussehen könnte.

Viele Autowerkstätten arbeiten heute noch wie vor 20 Jahren: Du rufst an, machst einen Termin aus, bringst dein Auto vorbei und holst es zu einem vereinbarten Zeitpunkt wieder ab. Das funktioniert, ist laut der Studie aber nicht mehr zeitgemäß.

Ich sehe das genauso. Die Kundschaft will Flexibilität, Vergleichsmöglichkeiten und transparente Preise.

Neue Aufgaben in komplexen Zeiten

Die Beratung ist heute anspruchsvoller. E-Mobilität ist viel mehr als nur ein neuer Antrieb. Die Zielgruppe muss sich umgewöhnen und braucht dabei Unterstützung.

Die E-Mobilität bringt völlig neue Herausforderungen mit sich.
Die E-Mobilität bringt völlig neue Herausforderungen mit sich.
Quelle: Shutterstock

Dazu kommt, dass der Ablauf in einer Werkstatt für Laien oft schwer durchschaubar ist. Was machen die da an meinem Auto? Warum? Wann? Wieso kostet es das, was es kostet?

Schließlich hat das Ersatzteil, das du günstig im Internet erstanden hast, nur auf den ersten Blick seinen Reiz. Kannst du nicht selbst die Qualität prüfen und das Teil einbauen, bringt es dich nicht weiter.

1. Live Updates: Denn ich weiss, was sie da tun

Deshalb bin ich total für Digitalisierung im Werkstattbetrieb. Ich fange mit einem einfachen Beispiel an: Live-Updates während der Arbeit an deinem Auto. Du buchst deinen Termin online und bekommst Status-Updates, wenn sich die Mechanikerin oder der Mechaniker um den Wagen kümmert.

Super! So kannst du leicht nachvollziehen, ob die Arbeiten an deinem Auto plausibel sind. Die Rechnung, die du am Ende erhältst, sollte genau die Arbeiten und Ersatzteile aufführen, die du während der Updates gesehen hast. Mit anderen Worten: Wenn du deine Pakete tracken kannst, warum dann nicht die Reparaturen am Auto?

Nicht nur das: Werden Extra-Arbeiten und damit eine größere Investition nötig, gibst du die Punkte einfach digital frei. Deine Werkstatt kann dir mitteilen, ob die zusätzlichen Aufwände für die Verkehrssicherheit wichtig sind, ob sie der Werterhaltung des Fahrzeugs dienen oder einfach nur nice-to-have sind.

Die Studierenden der Uni St. Gallen stellen die These auf, dass Kundinnen und Kunden die Prozesse einer Werkstatt in Zukunft besser verstehen wollen. Ich finde, mit Live-Updates kämen wir dem einen großen Schritt näher.

2. Flexibler ohne Öffnungszeiten

Mehr Flexibilität im Werkstattbetrieb hat für mich auch damit zu tun, nicht mehr auf die Öffnungszeiten der Garage angewiesen zu sein. Mit einer Online-Terminbuchung und einem digital gesteuerten Schlüsseltresor wie beim Autovermieter wäre das möglich.

3. Ich kann plaudern, so lange ich will

Apropós Zeitmanagement: Auch hier lässt sich für mein Verständnis mit digitalen Tools Potenzial heben. Du lässt die Werkstatt vielleicht am liebsten machen und legst vor allem Wert darauf, dein Auto ohne viel Aufhebens so schnell wie möglich wieder abholen zu können. Ich bin anders. Ich mag das persönliche Gespräch und unterhalte mich gerne mit der Person, die Hand an mein Auto legt.

Umgekehrt genauso. Mein letztes Auto war ein Oldtimer. Wortlos vom Hof zu kommen, war mit dem Wagen in keiner Werkstatt in meiner Umgebung möglich. Meistens musste ein mehr oder minder kurzer Plausch unbedingt gehalten werden. Dazu gab es einen Kaffee.

Im Auftrag könnte stehen, ob du dir persönliche Beratung wünschst.
Im Auftrag könnte stehen, ob du dir persönliche Beratung wünschst.
Quelle: Shutterstock

Worauf will ich hinaus? Bei einer digitalen Terminbuchung kannst du deinen Wunsch nach einem persönlichen Gespräch angeben und so der Werkstatt das Zeitmanagement erleichtern. Und nicht nur der Werkstatt, dir selbst genauso. Fragen von der besseren Hälfte, warum du eine Stunde später als geplant heimkommst, während du doch nur das Auto aus der Werkstatt geholt hast, wären Geschichte. Das stärkt das Vertrauen in die Werkstätte.

4. Wissen stärkt das Vertrauen weiter

Zuletzt bietet Engagement in den sozialen Medien die Chance, das aufzubauen, was die Studie einen Wissenshub nennt. How-tos, Tutorials und Ratgeber fungieren nicht als Marketing-Gag. Sie klären Fragen, welche die Crew der Werkstatt sonst zeitintensiv beantworten müsste.

Eine digitale Zukunft alleine reicht nicht

Bleiben am Ende nur noch zwei Sachen: Nummer eins ist die Finanzierbarkeit. Sie muss für meine Begriffe gegeben sein. Digitalisierung ja. Aber bitte so, dass sie sich nicht nur die großen Werkstattketten leisten können und die Kosten nicht im grossen Stil auf die Kundschaft abgewälzt werden. Digitale Service-Abo-Modelle, die ich monatlich wie Netflix bezahle, sind für mich persönlich ein Horror.

Kleine Werkstätten verfügen über unschätzbares Wissen und sind in vielen Teilen der Auto-Szene wichtige Treffpunkte für die Community. Solche Betriebe dürfen durch die Digitalisierung nicht vor wirtschaftliche Herausforderungen gestellt werden, die sie nicht stemmen können. Ihr Ende wäre ein Fehler, der sich nicht so leicht reparieren lässt.

Nummer zwei hat mit der Erwartungshaltung der potenziellen Kundschaft und mit Anstand zu tun. Transparenz ist für mich kein Anrecht auf Einblick in den allerletzten Winkel des Geschäfts. Noch weniger leitet sich daraus ab, dem Werkstatt-Team sein Handeln vorgeben zu dürfen. Mein Motto lautet: Klare Absprachen treffen. Und wenn ich mit der Qualität einer Arbeit nicht zufrieden bin, dann bespreche ich das mit den Schraubern von Angesicht zu Angesicht und poste keine wütenden Rants irgendwo in den sozialen Medien.

Wie siehst du das? Schreib es mir in die Kommentare.

Titelbild: Shutterstock

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Ich wusste schon als Kleinkind, dass der Nachbar einen VW Golf GTD fuhr. Seitdem begleitet mich meine Leidenschaft für Auto, Motorrad und Van. Ich habe 15 Jahre lang als Automobiljournalist gearbeitet. Camping, Werkstatt, Garten und DIY interessieren mich außerdem. 


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