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Meinung

Von wegen weniger Arbeit: Die KI macht die Freizeit teurer

Jan Johannsen
12/3/2026

Es reicht: Uns wurde versprochen, die KI nehme uns lästige Arbeit ab. Stattdessen sorgen die Wetten der Konzerne auf Gewinne mit KI-Diensten dafür, dass Gaming und andere Hobbys teurer werden.

Ich warte sehnsüchtig darauf, dass die mutmaßliche KI-Blase endlich platzt – nicht aus Sensationsgier oder Freude am Chaos. Vielmehr bin ich es leid, dass die unvorstellbar hohen Investitionssummen in KI-Hardware die Speicherpreise für alle in die Höhe treiben.

Von wegen weniger Arbeit

Es klingt absurd: Peter Steinberger, der im Alleingang für den letzten KI-Hype OpenClaw verantwortlich war, meckerte bei der Verkündung seines Wechsels zu OpenAI über den Arbeitsschutz in Europa. Nur in den USA könne er richtig viel Zeit mit Programmieren verbringen, ohne sich an Pausenregeln und Ähnliches zu halten. Na dann viel Spaß mit Karoshi! Ich habe es immer so verstanden, dass die KI uns Arbeit abnimmt. Vor allem beim Programmieren soll sie schon sehr hilfreich sein.

KI verändert derzeit vor allem Jobs und lässt sogar neue entstehen. Irgendjemand muss die richtigen Prompts eingeben, Rechenzentren planen und bauen oder Material in händischer Kleinarbeit vertaggen, damit die KI überhaupt weiß, was sie da sieht. Die Videos aus Metas smarter Brille, die sich Arbeiterinnen und Arbeiter in Kenia anschauen, sind das aktuellste Beispiel.

Bedroht sind bisher vor allem kreative Jobs – und gerade die machen doch mehr Freude als das Erstellen von Excel-Tabellen. Der Buchmarkt wird von KI-Texten mit KI-Illustrationen geflutet, aber erste Verlage haben bereits erkannt, dass «Ohne KI» ein positives Merkmal sein kann.

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KI-Rechenzentren nehmen meinen Spielzeugen den Speicher weg

Mein Kollege Martin Jud hat sich um den Jahreswechsel einen Wohnzimmer-PC zusammengebaut, der als «Linux‑basiertes High‑End‑System» die PS5 und Konsorten alt aussehen lässt. Geplant hat er das Projekt zu seinem Glück schon länger und hatte die Komponenten gekauft, bevor die Speicherpreise in die Höhe schossen. Aktuell würde er alleine für die 64 Gigabyte Arbeitsspeicher 787 Franken oder 814 Euro zahlen. Mehr als für die teuerste Variante der Playstation 5 Pro. Gaming-PCs waren schon immer teurer als eine Konsole. Aber alleine für den RAM das Doppelte wie für das Basismodell der PS 5 zahlen? Das nimmt einem die Freude am Zocken.

Angesichts des aktuellen KI-Hypes hat manch ein Speicherhersteller bereits seine gesamte Jahresproduktion von 2026 verkauft – lange bevor sie überhaupt die Fabriken verlassen hat. Andere stellen gar ihre Marke für Privatkunden ein und produzieren nur noch für Firmenkunden, die in Geld schwimmen. In der Folge steigen die Preise für alle: nicht nur für diejenigen, die einzelne Festplatten oder RAM-Riegel kaufen, um sich einen PC selbst zusammenzubauen. Auch fertige Produkte werden teurer – von Laptops über Gaming-Konsolen und NAS bis zu Smartphones.

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Beim MWC in Barcelona war hinter den Kulissen zu hören, dass ein Hersteller den geplanten Launch eines Smartphones abgesagt hat, weil der angepeilte Preis im Einstiegsbereich nicht mehr zu erreichen sei. Da kommt das Nothing Phone (4a) mit einer Preiserhöhung von zehn Prozent gegenüber dem Vorgänger noch glimpflich davon. In ähnlichen Prozentregionen bewegt sich auch Samsung bei der S26-Serie im Vergleich zu den Vorjahresmodellen.

Aber nicht überall scheint eine Preiserhöhung die Lösung zu sein. Das, was mein Kollege Martin mit seinem Wohnzimmer-PC selbst gemacht hat, will Valve als fertiges Gerät anbieten. Das Problem: Die im November 2025 vorgestellte Steam Machine hat immer noch kein Preisschild; der Hersteller verschiebt den Verkaufsstart angesichts des Speichermangels immer weiter und ist sich inzwischen unsicher, ob es dieses Jahr überhaupt noch klappt.

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Den Prognosen einiger Hersteller zufolge kann die aktuelle Speicherknappheit noch bis 2028 andauern. Und diese Einschätzung stammt aus der Zeit vor dem Irankrieg, der die weltweiten Lieferketten zusätzlich belastet. So beziehen zum Beispiel Samsung und SK Hynix einen Großteil ihres Heliums, das bei der Speicherherstellung zur Kühlung dient, aus Katar. Schlechte Aussichten für alle, die sich neue Hardware zulegen wollen. Ich habe meine Kaufabsichten für ein NAS bereits verschoben.

Wo ist die Nadel für die Blase?

Ich mache mir nichts vor: KI wird nicht wieder verschwinden, aber der Hype wird irgendwann enden – lieber früher als später. Ich bin offen für Ideen, wie wir die Blase schneller zum Platzen bringen können. Angesichts der investierten Summen würde es nichts bringen, wenn wir alle unsere privaten Aktien von Nvidia, Microsoft und Co. abstoßen. Das ist genauso ein Tröpfchen auf das heiße Bergmassiv wie die Nichtnutzung der KI. Staatliche Institutionen und Firmenkunden haben eine viel größere Relevanz als private – und wahrscheinlich nicht zahlende – Accounts.

So bleibt mir nur zu hoffen, dass meine aktuelle Technik durchhält, bis die Speicherpreise sich wieder normalisieren. Falls doch eine Neuanschaffung ansteht, werde ich mir genau überlegen, wofür ich mein Geld ausgebe. Die Reparierbarkeit wird ein größerer Faktor werden. Sollte eine Komponente beschädigt sein, kann ich nur sie austauschen – und muss nicht das ganze Gerät neu kaufen.

Titelbild: shutterstock.com/Haggardous50000

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Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Digitec und Galaxus. 


Meinung

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